Wiedereinweihung der katholischen Pfarrkirche in Mögglingen mit Festgottesdienst und Gemeindefest
„Es ist wie eine offene Einladung“ – dieses Gefühl bekommen die Besucher beim Eintritt in die umgestaltete katholische Pfarrkirche St. Petrus und Paulus vermittelt. Am Sonntag wurde die Kirche nach zehn Monaten Umbauphase mit einem Festgottesdienst an die Gemeinde zurückgegeben. Von Dorothee Wörner
MÖGGLINGEN. Während der Renovierungsphase musste in Ausweichräumen Gottesdienst gehalten werden, in der Aussegnungshalle beim Friedhof oder, wie an Weihnachten, in der Mackilohalle. Aber nun dürfen sie wieder zu Hause sein in ihrer Kirche, die sich der Gemeinde hell und klar strukturiert anbietet. Schon am Freitagabend hatte in der Petrus– und Paulus-Kirche der Festakt zur Einweihung mit der Übergabe der Schenkungs– und Dauerleihgabe-Urkunden stattgefunden, die Johanna Stulle für die Erbengemeinschaft Otto Herbert Hajeks und Thomas Renner von der Hajek-Stiftung der Sparda-Bank an die Kirchengemeinde überreichten. Den feierlichen musikalischen Rahmen für den Festakt gestalteten Organist, Trompeter und der Kirchenchor, der unter anderem „Ave maris stella“ und „Locus iste“ anstimmte.
Eröffnet wurde der Gottesdienst am Sonntag mit einem festlichen Einzug der Geistlichkeit und der Gemeindemitglieder in das Gotteshaus. Noch bevor sich die großen Kirchentüren öffneten sangen Anja Ocker (Sopran), Helga Reichert (Alt) und Bruno Schaible (Bariton) eine Vertonung von Psalm
24 „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch“. Danach wurden die Kirchentüren geöffnet und der Andachtsraum füllte sich in wenigen Minuten bis auf den letzten Platz.
Als einen großen Tag für „uns alle“ bezeichnete Pfarrer Hans Peter Bischoff den Wiedereinzug in die Kirche. Er begrüßte den Architekten, Peter Krebs und die früheren Seelsorger der Gemeinde. Stellvertretend für alle Handwerker und die am Bau beteiligten Ehrenamtlichen galten sein Gruß und sein Dank dem
2. Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, Werner Speier. Bürgermeister Ottmar Schweizer und die bürgerliche Gemeinde haben die Kirchengemeinde während der gesamten Bauphase wohlwollend begleitet, auch dafür dankte Pfarrer Bischoff. Als Premiere bezeichnete er die Feier des Gottesdienstes gemeinsam mit Domkapitular
Dr. Detlef Stäps aus der Diözese Stuttgart-Rottenburg, der als neuer Gebietsreferent im Ostalbkreis tätig ist. Dieser bezog sich zunächst auf die Plastiken der beiden Kirchenheiligen Petrus und Paulus, welche die Kirchenbesucher am Eingang in Empfang nähmen. Er gratulierte zur gelungenen Modernisierung des Gebäudes und meinte „Nun konnte der ursprüngliche Bauplan aus den Jahren
1956/
57 erst richtig ausgelegt werden. Diese Renovierung sei Sinnbild für die Kirche überhaupt, die immer wieder erneuert werden müsse, ohne die Wurzeln aus dem Blick zu verlieren. Die Pfarrkirche St. Petrus und Paulus ist nun ein Ort des Friedens, eine Oase der Ruhe und er wünsche der Gemeinde Freude an ihrer neuen „alten“ Kirche. Der Bildhauer Otto Herbert Hajek habe Altar, Ambo und Taufstein in einer geometrischen Abstraktion geschaffen, dabei aber auf totale Abstraktion zu Gunsten einer Erkennbarkeit christlicher Motive verzichtet.
Als einen historischen Fehler bezeichnete Domkapitular
Dr. Stäps die damalige Nichtzulassung des Marienaltars, ebenfalls von Hajek geschaffen, aber in den fünfziger Jahren als zu abstrakt angesehen. Die Rückübertragung des Marienaltars in die Kirche bezeichnete er in seiner Predigt als Korrektur dieses Fehlers. Dass es ein für Menschen geschaffenes Gebäude ist, davon sprach er, denn „Gott braucht kein Haus für sich, er nimmt Wohnung in unseren Herzen. Deshalb liegt unser Augenmerk nicht in erster Linie auf dem Gotteshaus, sondern auf den Mitgliedern dieser Kirchengemeinde als den lebendigen Bausteinen der Kirche. In Zwischengesängen sang der Kirchenchor unter Leitung von Bruno Schaible Ausschnitte aus Missa brevis in F von Josef Gabriel Rheinberger, Christian Eberhard begleitete an der Trompete.
Im Anschluss an das Kirchenpatrozinium wurde rund um das Gemeindezentrum ein Einweihungsfest mit Bewirtung gefeiert, das den Zusammenhalt der Mögglinger katholischen Kirchengemeinde demonstrierte.
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