Mittwoch, 07. Juli 2010
Landrat begrüßte gestern das Leitungsteam des Zentrums für Psychiatrie im Haus der Gesundheit /100 neue Arbeitsplätze
„Man muss sich das einmal klar machen: Seit dem 1. Juli hat Schwäbisch Gmünd wieder eine eigene Klinik“, erklärte Landrat Klaus Pavel, als er gestern im „Haus der Gesundheit“, dem früheren Margaritenhospital, das Leitungsteam des Zentrums für Psychiatrie aus Winnenden willkommen hieß. Von Manfred Laduch
SCHWÄBISCH GMÜND. „Lange sind Menschen hier geboren worden, jetzt können sie durch ihr Angebot hier wieder gesund werden“, würdigte Klaus Pavel die neue Einrichtung, die im Endausbau zwei Stationen mit je
25 Betten und zwei Tageskliniken enthalten wird.
„Man hätte es neu nicht schöner bauen können“, lobte der Landrat den Umbau des früheren Margaritenhospitals. Mit über
4000 Quadratmetern, rund der Hälfte der Fläche, ist das Zentrum für Psychiatrie der „Ankermieter“ im künftigen „Haus der Gesundheit“. Pavel betonte das ernsthafte Interesse an einer langfristigen Partnerschaft: Die Verträge seien mit einer Laufzeit von
25 Jahren geschlossen. Das Zentrum sei ein wichtiger Knoten im Netz der sozialen Versorgung des Ostalbkreises. Mit ihm sei der Raum Schwäbisch Gmünd auf den Gebieten der Psychosomatik und Psychiatrie sowohl ambulant als auch stationär hervorragend versorgt.
Hermann-Josef Fliß, Geschäftsführer am Klinikum Schloss Winnenden, betonte, dass man für die Auslastung eines solchen niederschwelligen Angebots unbedingt ein Mittelzentrum wie Schwäbisch Gmünd brauche. Hier seien die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt zusammengekommen. Fliß erläuterte, dass das Zentrum den fließenden Übergang zwischen Sucht-, Erwachsenen– und Gerontopsychiatrie zum Ziel habe.
Landrat Pavel freute sich, dass man in Gmünd keinerlei Berührungsängste mit dem Zentrum für Psychiatrie spüre. Das hänge allerdings auch damit zusammen, dass hier nur offene Abteilungen geführt würden, erwiderte
Dr. Dr. Peter Kaiser, Leitender Arzt.
Auf Nachfrage des Landrats betonte Betriebsdirektorin Anke Bossert, dass das Zentrum am Ende wohl
100 neue Arbeitsplätze schaffen werde. Aktuell seien bereits
16 Patienten stationär aufgenommen, ergänzte
Dr. Dr. Peter Kaiser.
Dr. Günter Hetzel, Ärztlicher Direktor, wies darauf hin, dass das Zentrum rund um die Uhr für Notfälle aufnahmebereit sei.
In Betrieb sind bereits die beiden vollstationären psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungseinheiten mit je
25 Betten. Im September zieht die Tagesklinik von der Hofstatt ins „Haus der Gesundheit“ um. Im kommenden Jahr folgt die teilstationäre Sucht-Tagesklinik.
Dr. Günter Hetzel lobte das Konzept des Ostalbkreises für das „Haus der Gesundheit“. Es biete zum einen den Gmündern ein umfassendes Angebot an medizinischen Dienstleistungen. Der Mix sorge dafür, dass eine Stigmatisierung des Zentrums für Psychiatrie gar nicht erst aufkomme. Hetzel: „Das ist eine hoch attraktive Kombination, die man so selten in Deutschland findet.“
So sah das auch der Landrat. Das Interesse an dem Konzept sei mittlerweile so groß, dass sich das immerhin doch recht große Hospital womöglich noch als zu klein erweisen werde.
Im Haus der Gesundheit Schwäbisch Gmünd sind zwei vollstationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungseinheiten mit jeweils
25 Betten eingerichtet. Dort können Patienten zwischen
18 und
68 Jahren behandelt werden. Die Stationen werden offen geführt und sind rund um die Uhr auch an den Wochenenden aufnahmebereit. Auf den Stationen wird die Behandlung von Patienten mit Depressionen sowie die Behandlung eines breiten Spektrums psychischer Erkrankungen angeboten. Menschen mit Demenz, Suchterkrankungen oder akut selbst– oder fremdgefährdenden Patienten werden derzeit noch nicht in Gmünd behandelt, diese Patienten erhalten Unterstützung im Klinikum in Winnenden.
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