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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 08. Juli 2010

Dr. Kurt Scholze und Klaus Rollny berichteten bei ihrem Besuch an der Waldorfschule über Vertreibung und Flucht

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchten Dr. Kurt Scholze und Klaus Rollny die neunte Klasse der Freien Waldorfschule Schwäbisch Gmünd.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Scholze und Rollny berichteten aus eigenem Erleben den Schülern von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg, um die Kultur des Erinnerns zu pflegen. Anliegen war es, mit den Schülern ins Gespräch zu kommen und für eine Kultur der Versöhnung zu werben.
Dr. Kurt Scholze, Initiator des Parler-​Rings, engagiert sich seit Jahren für die Versöhnung von Tschechen und Deutschen, vor allem der Vertriebenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat im Sudetenland und Böhmen verlassen mussten. Er selber erlebte die Vertreibung als Kind und kam 1946 nach Schwäbisch Gmünd.
Als Zeitzeuge konnte er den Schülern eindrucksvoll von seiner „Kindheitsheimat“ berichten und auch von der Anfangszeit in seiner neuen Heimat Schwäbisch Gmünd. Ihm war es dabei ein Anliegen, für das Thema sensibel zu machen und mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. Es stellte sich heraus, dass auch viele der Schüler Wurzeln in ehemals deutschen Ostgebieten haben und Dr. Scholze ermutigte sie, diese Herkunft in den Familien zu erfragen und die Erinnerung zu bewahren. Aber der Blick solle nicht nur in die Vergangenheit gerichtet werden, so Scholze, sondern in Gegenwart und Zukunft in eine Kultur der Versöhnung und des Austausches münden.
Auch Klaus Rollny musste kriegsbedingt seine Heimat im Osten (Schlesien) verlassen. Er stellte aber den Schülern vor allem die „Sammlung Osten“, einer Unterabteilung des Gmünder Stadtarchivs, vor, für die er sich sehr engagiert. Er ermutigte die Schüler, diese wahrzunehmen.
 

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