Herzliche Grundsatz– und Grußworte bei der gestrigen Waldsitzung des Gemeinderats an einem göttlichen Ort
Es ging nicht nur um den Wald, als sich gestern der Gemeinderat zu einer ungewöhnlich sonnigen Sitzung auf dem Wallfahrtsberg Bernhardus traf. Vielmehr wurde die von OB Richard Arnold initiierte „Waldsitzung“ zu einer herzlichen interkommunalen Begegnung und sogar zu einer Bergpredigt des Oberbürgermeister für ein gutes Miteinander in Stadt und Land.
SCHWÄBISCH GMÜND. Die ganze Aktion kam zeitlich enorm in Verzug. Stadtrat Karl-Andreas Tickert (Grüne) war per Fahrrad schneller auf dem Gipfel als die meisten anderen Kollegen ab Furtlepass auf des Schusters Rappen. Die Landfrauen aus Degenfeld stillten Hunger und Durst der Rathaus-Pilger. Hauptamtsleiter Helmut Ott und sein Team legten letzte Hand beim Herrichten des luftigen Sitzungssaals an. Für einen Nachmittag wichen die bequemen Ledersessel im Rathaus rustikalen Brennholzhurgeln aus dem Wald. Einzige Polsterung bildeten noch rasch beigeschaffte Bodenlappen aus dem Fundus der Rathaus-Putzfrauen und Sitzkissen, die der Weilermer Ortsvorsteher Wendelin Schmid aus einer Forsthütte herbeigezaubert hatte. Mit fast einstündiger Verspätung stimmten die Jagdhornbläser aus den Reihen der Jägervereinigung und des Gmünder Reitvereins feierlich auf die „Waldsitzung“ ein. Stadträtin Ute Nuding (FW/FDP) musste ihren mitgebrachten Dackel beruhigen, der mit den Jagdhörnern und noch darüber hinaus begeistert mitheulte. Hintergründig-vergnüglich und angesichts des Sitzungsortes an der Hangkante zwischen Kapelle und Fels holte Oberbürgermeister Richard Arnold zu einer besinnlichen Betrachtung aus: Hier stehe er nun, „zwischen Abgrund und Kreuz, und dazwischen sitzt der Gemeinderat“. Er nahm auch Bezug zu den Stationen des Besinnungsweges, der vom Furtlepass auf den Bernhardus führt und pickte zwei Themen des Pfades als Leitlinie seiner Rathauspolitik heraus: „Resignation und Hoffnung“ und „Gemeinschaft und Ausgrenzung“. Die Hoffnung sei die stärkste Kraft, die der Mensch entwickeln könne. Was die anstehenden Aufgaben anbelange, sei er ein ganz optimistischer Mensch. Und nur in Gemeinschaft und nicht durch Ausgrenzungen könne die Zukunft der Stadt Gmünd gemeistert werden.
„Ich muss schon staunen!“ zog Bürgermeister Michael Lenz aus Lauterstein den Hut vor der Idee mit der „Waldsitzung“ auf dem Bernhardus. OB Arnold habe nicht nur einen „göttlichen Ort“ ausgewählt, sondern richte damit den Blick auf die vielfältige und wichtige Funktion des Waldes. Überhaupt mache ihm die Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Gmünd großen Spaß. Lenz verwies aktuell auf das Zustandekommen des Besinnungsweges auf den Bernhardus.
„Das gute Miteinander und Füreinander zwischen Gmünd und Waldstetten“ wusste auch Bürgermeister Michael Rembold bei dieser Gelegenheit zu würdigen und zählte eine ganze Reihe von gemeinsamen Interessen auf. Und er überbrachte den Gmündern eine Zusage seines Gemeinderats: Selbstverständlich werde Waldstetten die Bemühungen für die Rückkehr zum GD-Kennzeichen unterstützen. Aber nur unter der Bedingung, dass sich die Gmünder auch für ein WA-Kennzeichen einsetzen, das dann für Waldstetten oder besonders für „Wäschgölt ahoi!“ am Auto stehen solle.
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