Leseprojekt des Parler-Gymnasiums wird auch von der Aktion Sichere Stadt großzügig unterstützt
Ein kleiner Edelstein im Ergänzungsbereich hat sich inzwischen zu einer festen Größe im Angebot für die Schülerinnen und Schüler des Parler-Gymnasiums entwickelt: das Leseprojekt „Horizonte erweitern“.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Organisiert von Studienrat Frank Fohmann findet das Projekt fünfmal im Schuljahr statt. Über die Ferien lesen rund
20 Schülerinnen und Schüler ein Buch, das mittwochs nach den Ferien gemeinsam besprochen wird, jeweils unter Anleitung eines kompetenten Moderators. Tradition ist dabei inzwischen, dass nicht nur Lehrer, sondern auch Schüler und Eltern die Moderation übernehmen. Dank großzügiger Unterstützung können die Lektüren für die Schüler finanziert werden, so dass Geld keine Hürde sein braucht, um den eigenen Horizont durch fünf zusätzliche Lesestoffe zu erweitern.
Gelesen wurden in diesem Schuljahr vier literarische Werke sowie ein Sachbuch: Frank Fohmann moderierte Hemingways „Der alte Mann und das Meer“, Stephan Gora den „Kleinen Prinzen“ von Saint-Exupéry; der Abiturient Sven Popp gestaltete einen Leseabend zur Lyrik von Heiner Müller, während der ehemalige Parler-Lehrer, Karl Koschorreck, Ibsens „Volksfeind“ mit den Schülern besprach. Neben Lehrern und Schülern wirkte auch eine engagierte Mutter mit: Ilsabé Waldenmaier diskutierte mit den Schülern über den „Umgang mit schwierigen Menschen“ von François Lelord.
Anlässlich der Urkundenüberreichung für die regelmäßige Teilnahme an „Horizonte erweitern“ stellte Projektleiter Frank Fohmann das Ergebnis der Evaluation vor: Besonders gut wurden von den Schülern die literarischen Klassiker „Der Kleine Prinz“ und „Der alte Mann und das Meer“ bewertet. Die Projektidee erhielt die Bestnote
1,
0, die organisatorische Durchführung wurde mit
1,
2 bewertet. Großes Lob auch für alle Moderatoren, die mit der Note
1,
7 für ihre methodische Kompetenz abschnitten.
1,
7 war dann auch die Gesamtnote für das Projekt, das in den Rückmeldebögen als eine „im Ganzen gelungene Veranstaltung, die Freude bereitet“ charakterisiert wurde. Und ohne Ausnahme haben die Teilnehmer rückgemeldet, dass sich die Teilnahme für sie persönlich gelohnt habe. Als besonders reizvoll an dem Projekt wurde von Schülerseite angegeben: über anregende Lektüren intensiv diskutieren, dabei andere Perspektiven kennenlernen, vor allem aber „nicht normale“ Bücher lesen zu dürfen, und dies in einer angenehmen Lern-Atmosphäre.
Unterstützt wird dieses Projekt von drei Seiten: dem Verein der ehemaligen Schüler, der Lehrer und Freunde des Parler-Gymnasiums und dem Förderverein Aktion Sichere Stadt mit jeweils
250 Euro sowie dem Elternbeirat der Schule mit rund
100 Euro.
Schulleiter Olav Stumme dankte allen für die großzügige Unterstützung des für das Parler so wertvollen Leseprojekts und revanchierte sich mit einem Zitat von Konrad Adenauer, das das Anliegen des Leseprojekts unterstrich: „Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont.“
Das Projekt wird auch im nächsten Schuljahr fortgeführt mit vielversprechenden Titeln wie „Irre. Wir behandeln die Falschen. Das Problem
sind die Normalen!“ oder, für den Schulalltag vielleicht nützlich, wie man über Bücher diskutiert, ohne sie gelesen zu haben.
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