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» Ostalbkreis | Donnerstag, 08. Juli 2010

Schule am Römerkastell und Böbinger Handels– und Gewerbeverein unterzeichneten gestern Vertrag über Bildungspartnerschaft

Dass die Schule am Römerkastell in Böbingen in Sachen Berufsvorbereitung einiges drauf hat, bewies schon die Verleihung des Berufswahlsiegels „Boris“ im vergangenen Jahr. Jetzt wurde eine offizielle Bildungspartnerschaft mit dem Handels– und Gewerbeverein gegründet. Von Manfred Laduch

BÖBINGEN. Mit einer hübschen musikalischen Einleitung begrüßten die Klassen 5 und 6 die Gäste, wofür sich Schulleiter Helmut Brenner in seiner Begrüßung herzlich bedankte. Er sehe den Vertrag über die Bildungspartnerpartnerschaft als weiteren Meilenstein im Netzwerk Berufsfindung der Schule. Dieses habe man seit 2004 kontinuierlich aufgebaut. Seit September gebe es zum Beispiel einen Praxiszug und einem Praxistag.
Stolz sei man auf die Verleihung des Berufswahlsiegels „Boris“ im vergangenen Jahr. „Wir beraten, begleiten, unterstützen“, erklärte der Rektor. Es gelte, die Jugendlichen fit für das Leben zu machen. Allerdings müsse auch bei diesen die Bereitschaft da sein, „etwas machen zu wollen“. Manchmal beschleiche ihn die Sorge, dass diese Bereitschaft im Abnehmen begriffen sei.
Die Bildungspartnerschaft mit der Wirtschaft werde noch wichtiger, wenn die Schule am Römerkastell ab dem 1. August zur Werkrealschule werde. Deshalb suche man auch weitere Partner, besonders zum Beispiel in Mögglingen.
„Wir fixieren heute schriftlich, was wir bereits miteinander machen“, verwies der Vorsitzende des Handels– und Gewerbevereins, Hans Schaile, auf die guten Erfahrungen von Schule und HGV miteinander. Diese gelte es nun auszubauen. Natürlich verbinde die Wirtschaft diese Partnerschaften mit einer klaren Hoffnung: Der auf ausbildungsfähige Kinder.
Zu diesem Zweck schlug Schaile eine gemeinsame Sitzung des Lehrerkollegiums mit dem HGV–Vorstand zu Beginn des neuen Schuljahres vor. Vielleicht könne man ja gegenseitig Scheuklappen öffnen, durch die jeder nach jahrelange Tätigkeit gefährdet sei.
„Unsere Schule ist auf einem sehr guten Weg“, betonte Böbingens Bürgermeister Jürgen Stempfle. Durch die gute Partnerschaft zum Beispiel auch mit dem Schulförderverein und dem Elternbeirat bestünden hier für die Schüler insgesamt gute Voraussetzungen. Gerade in der Zukunft müsse man als Werkrealschule die Besonderheiten herausstellen, und eine davon sei eben die gute Berufsvorbereitung.
Den HGV bezeichnete Stempfle als „tollen Partner, der regelmäßig über diese wichtigen Themen debattiert.“ So sehe er in der Partnerschaft eine „Win-​Win-​Situation für beide“. Er persönlich habe einst die Möglichkeit einer Berufsausbildung und das erste eigene Geld als großartig empfunden.
„Es ist gut, dass die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft so floriert“, freute sich Emil Kesselburg vom Schulamt Göppingen. Aus eigener Erfahrung als Schulleiter wisse er, dass das nicht immer so war. Er habe auch die Erfahrung gemacht, dass solche Partnerschaften nach der schriftlichen Fixierung intensiver würden. Man spreche dann nicht mehr allgemein übereinander, sondern es heiße dann „unsere Unternehmen“ und „unsere Schüler“.
Das Projekt wird finanziert durch das Landes-​Wirtschaftsministerium mit Geldern des Europäischen Sozialfonds und unterstützt von Südwestmetall. Informationen gibt es bei Richard Meckes vom Bildungswerk BBQ (Tel. 07361 526711).
Am Ende des Termins überraschte Bürgermeister Stempfle den Schulleiter noch mit einer freudigen Nachricht: Er habe gerade an diesem Morgen die offizielle Nachricht erhalten, dass Helmut Brenner zum Schulleiter der neuen Grund– und Werkrealschule in Böbingen ab 1. August ernannt worden sei.
 

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