Vor der Nominierungskonferenz am Freitag: Die SPD– Bewerber stellten sich der Arbeitsgemeinschaft 60+ vor
Die Kreisvorsitzende der SPD–Arbeitsgemeinschaft 60+ im Ostalbkreis, Marga Elser, lud die Landtagswahlkandidaten der SPD für den Wahlkreis Schwäbisch Gmünd nach Mögglingen ein.
MÖGGLINGEN (kko). Daniela Maschka-Dengler verlangte die Teilhabe aller unabhängig von ihrem Alter in der Gesellschaft. Alter bedeutet für Maschka-Dengler „nicht nur Pflege und Krankheit, sondern Teilhabe, Einmischung in den politischen und gesellschaftlichen Prozess“. Freilich könne sich nur der einmischen, der von seiner Rente auch anständig leben könne. Sie verlangte entschieden eine bessere Stellung vor allem von Menschen in Altersarmut. Jede Altersdiskriminierung lehne sie ab, will zusammen mit den Gewerkschaften gegen Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne kämpfen, welche auch niedrige Renten vor allem für Frauen zur Folge hätten. Sie verlangte, die Arbeit der
VHS durch das Bundesland wieder stärker zu bezuschussen. „Lieber daheim als im Heim“, forderte sie für alle Interessenten mehr generationsübergreifende Wohnungen. Vor allem darin solle „Gemeinschaft durch Vielfalt“ geschaffen werden, was in die Gesellschaft zurückwirke. Sie wolle sich im Bereich Bildung für lebenslanges Lernen stark engagieren — das beste Gegenmittel gegen Altersdiskriminierung. Dafür bat sie um Zustimmung in der Nominierungskonferenz: „Wer nicht gewählt wird, kann nichts bewirken“. Sie wolle sich als Landtagsabgeordnete wie bisher auch, aber effizienter für alle behinderten, ausgesperrten, benachteiligten Menschen einsetzen.
Konrad von Streit bekannte zu Beginn seiner Ausführungen, dass er als Mitglied der
50+-Generation sich den Menschen im Alter von
60+ sehr verbunden fühle. Konrad von Streit verlangte einen Pflege-TÜV, auch für Bewohner von Pflegeheimen dürfe die Teilhabe an der Gesellschaft nicht scheitern an Altersarmut, fehlender Bildung, dem falschen Wohnort. Entschieden verlangte er Generationengerechtigkeit, die auch im demographischen Wandel bestehen bleiben müsse. Er würde als Mitglied des Landtages durch Gesetzesinitiativen die Stärkung generationenübergreifendes Wohnens, barrierefreie Zugänge überall, eine weitere Verbesserung des Pflegegesetzes samt der Ausbildung auch von Behinderten zu Altenpflegern anstreben. Zudem verlangte er Spielplätze für Ältere überall einzurichten, etwa für Boule. Das Durchschnittsalter der
SPD–Mitglieder sei inzwischen bei
58 Jahren angelangt. Die Generation der
50 –
70-Jährigen sieht er aber „in der Mitte des Lebens“, verlangte deren vollständige Teilhabe.
Klaus Maier dankte für die Einladung „zur wichtigsten AG in der
SPD“. Scharf sprach er sich gegen die Rente mit
67 Jahren aus, „diese hätten wir uns nicht von oben aufdrängen lassen sollen“. So sei „ein Waldarbeiter mit
60 Jahren schon richtig fertig“. Er nannte genaue Zahlen zur wachsenden Altersarmut, wehre sich dagegen, dass in Baden-Württemberg der Landeszuschuss zu den Volkshochschulen nur ein Drittel des bundesdeutschen Durchschnitts erreiche. Klaus Maier verlangte Würde im Umgang mit den Alten, aber auch deren Teilhabe z. B. im Ehrenamt, wo sie auf Grund ihrer Lebenserfahrung lebensberatend wirken könnten. In diesem Zusammenhang zählte er viele Beispiele aus der Stadt Heubach auf, in denen diese Forderung verwirklicht werde: „Förderverein Altenhilfe, Altstadtrat,
DRK–bürgermobil, Bauhof Nr.
2“. Hierzu führte er aus, wie ehemalige Gärtner und Bauarbeiter mit Maschinen, die sie vom dauernd aktiven Bauhof ausliehen, „einen verrotteten Weg zum Heubacher Philosophenweg verschönerten“, damit etwas schufen, was der gesamten Bürgerschaft zugute komme. Insgesamt lobte er die Infrastruktur von Heubach als beispielhaft auch für Senioren:
u. a. drei Supermärkte, eine gute ärztliche Versorgung, das Modell „Rosenstein“ mit dem Betreiben dezentraler Pflegeheime. Klaus Maier sah in diesem sozial-politischen Betätigungsfeld auch seinen Schwerpunkt als Landtagsabgeordneter: „Ich bin mit meiner Erfahrung gerüstet neue Gesetzesvorhaben zum sozialen Miteinander zu formulieren“. Bilal Dincel und Jakob Unrath als Ersatzbewerber für ein Landtagsmandat betonten beide, dass sie in einem aktiven Wahlkampf jeden gewählten Erstkandidaten unterstützen würden.
In einer letzten Kandidatenrunde appellierten alle drei Erstkandidaten, sie in der Nominierungskonferenz zu wählen, betonten noch mal ihre Schwerpunkte: Daniela Maschka Dengler die Bildung. Für Konrad von Streit ist die Arbeit mit und in den
SPD–Ortsvereinen für die gesamte Gesellschaft besonders wichtig. Klaus Maier will einen Wahlkampf gegen Politikverdrossenheit führen., hob auch hervor, dass die demokratische Urwahl durch die
SPD–Mitglieder, wo jeder Bewerber den andern schätze, die Vermeidung jeder Schlammschlacht sich bei der Landtagswahl in Stimmen auszahlen würde.
Marga Elser forderte alle
SPD–Mitglieder dazu auf, zur Nominierungskonferenz am
9. Juli, Beginn
18.
30 Uhr in der Mackilohhalle in Mögglingen zu kommen und mitzuentscheiden, wer Landtagsbewerber der
SPD im Wahlkreis Schw. Gmünd und dessen Ersatzbewerber wird: „Wir haben ganz starke Kandidaten, unser Wahlkreis ist diesmal für die
SPD sehr chancenreich, dies wollen wir auch für die älteren Wähler nutzen“.
Noch keine Kommentare vorhanden.