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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 09. Juli 2010

Die zweite Rampe wird jetzt angelegt, dann folgen die Düker und die Höherlegung /​Freier Blick auf die Karl-​Olga-​Brücke

Gestern begann der Bau der zweiten Rampe am Josefsbach auf Höhe der Asylstraße, die erste, an der Waldstetter Brücke gelegene, wurde in der vergangenen Woche fertiggestellt. Sie dienen zunächst der Herstellung von Dükern, danach der Höherlegung des Bachs.

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Die Rampen sind eine vorbereitende Maßnahme, an der sich neben der Stadt auch die Stadtwerke beteiligen. Sie anzulegen, ist nicht einfach, Bagger und Muldenkipper müssen an der steilen und brüchigen Böschung Rücksicht auf den Baumbestand nehmen. Das schnell hochtreibende Schwachholz, das den grünen Saum des Josefsbachs so verwildert aussehen lässt, wurde dafür allerdings entlang der zwei Rampen entfernt. Diese haben ein Gefälle von 12 Prozent, sind bzw. werden geschottert. Eine dritte Rampe entsteht in einem anderen Bauabschnitt und später in Nähe der Mündung.
Unten im Bachbett werden Plattformen angelegt, wie deren eine an der Waldstetter Brücke schon zu sehen ist. Dafür wurden 800 Kubikmeter Schotter und Felsbrocken, 600 Tonnen Material, ins Bachbett geschüttet. Das Wasser läuft an der rechten Seite durch fünf eingelegte Stahlrohre. An der Hochwassersicherheit ändert sich dadurch nichts, sagt Bauleiter Hans Hippele von der Donzdorfer Tiefbau-​Ingenieursgesellschaft Straub, die schon die Düker an der Rems im Zuge des Tunnelbaus geplant hat. Die Plattform ragt nicht höher auf als das 40 Meter entfernte Wehr, es kann sich also kein Rückstau bilden. Hochwasser kann allenfalls Teile der Aufschüttung wegschwemmen – hinterher müsste man dann wieder auffüllen.
Zunächst also werden in offener Bauweise die Düker an der Waldstetter Brücke, an der Karl-​Olga-​Brücke und am Kroatensteg hergestellt. Diese Siphons nehmen Gas-​, Wasser-​, Strom-​, Telekommunikationsleitungen sowie Leerrohre auf. Sie verlaufen etwa anderthalb Meter unter dem bisherigen Bachbett in Sand und erhalten eine zusätzliche Abdeckung mit Betonplatten. Dann wird das neue Bachbett zwei Meter stark darüber gelegt. Die Düker ersetzen die unschönen Leitungsrohre an den Brücken, unter denen zur Landesgartenschau und später schließlich die Passanten flanieren. Bis Ende Juli sollen die Bachbett-​Querungen an der Waldstetter und Karl-​Olga-​Brücke hergestellt sein, nach den Bauferien ist ab 23. August der Kroatensteg an der Reihe. Die Vergabesumme belief sich auf 560 000 Euro. Die Lastwagen fahren zur Bachbett-​Erhöhung im Josefsbach – an der Waldstetter Brücke hinein, an der unteren Asylstraßen-​Rampe wieder hinauf.
Nach dem Abholzen der Böschung auf der nördlichen Seite ist die Karl-​Olga-​Brücke vom Graben aus ganz zu überblicken – eine Schönheit, die bisher buchstäblich ein Schattendasein fristete. In der Brücken-​Hierarchie der Grabenanlage stand dieses 1904 errichtete Bauwerk zweifellos ganz oben, für die Landesgartenschau soll es wieder ein „zentrales Schmuckstück“ werden, versichert Stadt-​Pressesprecher Markus Herrmann.
Die denkmalgeschützte Bogenbrücke mit einer Spannweite von 12,5 Metern zwischen den Kämpfern und einer Gewölbebreite von 15 Metern braucht mehr als Kosmetik: Ihr unbewehrter Beton, der eher wenig Zement enthält, wurde durch Wasser geschädigt, das durch die Fahrbahn eindrang. Schäden sind auch an den Ornamenten aus rotem Mainsandstein zu erkennen, sowohl an den Massivbrüstungen wie auch an den Jugendstil-​Reliefs der seitlichen Ansichtsflächen. Sie versinnbildlichen das durch menschlichen Fleiß gebändigte Gewässer.
Einen Blick wert sind die Flächen zwischen Gesims und Gewölbebogen. Sie sind mit Strukturputz als „Zyklopenmauerwerk“ bekleidet. Darüber erhebt sich ein schmiedeeisernes Geländer mit Rosetten direkt über den Reliefplatten. Der Gesamteindruck der Karl-​Olga-​Brücke: Sinnig, stimmig und schön.
 

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