Berufsausbildungswerk verabschiedete gestern bei Abschlussfeier 28 Ausgebildete mit Lernhandicaps
Zwei ganz unterschiedliche Gruppen von Teilnehmern verabschiedete gestern das Berufsausbildungswerk BAW bei seinem Sommerfest: Junge Menschen mit Lernhandicaps und gestandene Beschäftigte, die ihren Ausbildungsabschluss nachgeholt haben. Von Manfred Laduch
SCHWÄBISCH GMÜND. Der Feier ging ein Pressegespräch voraus, bei dem auch ein bisschen Politik sein musste. Michael Nanz, Einrichtungsleiter des
BAW, beklagte, dass man auf der einen Seite immer stärker vom beginnenden Fachkräftemangel höre und lese, auf der anderen Seite aber die Sparideen der Bundesregierung den notwendigen Bemühungen konträr entgegenliefen.
Manches Angebot wird auf den
Prüfstand gestellt werden
Clemens Reitzig und Markus Helmle von der Arbeitsagentur mussten dem beipflichten. Sie gingen davon aus, dass die Kürzungen im kommenden Jahr die Agentur erreichen werden und dann sicher manches Angebot auf den Prüfstand gestellt werden müsse. Dabei zeigte sich der Gmünder Agenturleiter Reitzig davon überzeugt, dass man „nicht bei denen sparen darf, die Förderung am nötigsten haben.“
28 junge Menschen, alle im Lernen wesentlich eingeschränkt, haben vor drei Jahren beim
BAW mit Unterstützung der Arbeitsagentur eine Ausbildung zum Fachlageristen, zum Beikoch, zum Autofachwerker, zum Gartenbaufachwerker, zur Hotelfachfrau, zum Bäcker, Metzger, Maurer, Zimmerer oder Gießereimechaniker begonnen. Jetzt bekamen sie ihre Abschlusszeugnisse ausgehändigt.
22 von ihnen haben bereits eine Arbeitsstelle gefunden – eine Vermittlungsquote, auf die man beim
BAW stolz ist.
Darüber hinaus wurden gestern auch sechs Erwachsene verabschiedet, die in den vergangenen sechs Monaten einen Qualifizierungskurs zur Fachkraft für Lagerlogistik absolviert haben. Fünf der Teilnehmer waren im Zeichen der Wirtschaftskrise von ihren Arbeitgebern (
ZFLS, Mahle Filtersysteme, Franke
GmbH & Co KG) für die Teilnahme am Qualifizierungskurs freigestellt worden.
Sandra Schurr, Absolventin dieses Lehrgangs von der
ZFLS, erklärte, dass es eine große Herausforderung gewesen sei, den Stoff von drei Ausbildungsjahren in nur sechs Monaten durchzunehmen. Zumal das Lernen mit zunehmender Distanz zur eigenen Schulzeit nicht einfacher werde. Der Weg von der ungelernten Kraft zur abgeschlossenen Ausbildung sei aber ein ganz tolles Angebot. Für alle, die den nötigen Ehrgeiz hätten, sei dies unbedingt empfehlenswert. Zumal sie das
BAW als ganz herausragende Bildungseinrichtung kennengelernt habe.
Hermann Joos, Leiter Organisationsentwicklung und Bildung bei der
ZFLS, räumte auf Anfrage der Rems-Zeitung ein, dass sich das Unternehmen angesichts des nach der Krise sprunghaft eingesetzten Nachfragebooms heute schwer täte, Mitarbeiter für eine solche Ausbildung freizustellen. Deshalb sei es zu begrüßen, dass das
BAW neben dem ab Dezember geplanten Vollzeitkurs auch einen Lehrgang anbieten wolle, in dem die gleiche Qualifikation außerhalb der Arbeitszeit erworben werden könne.
Noch keine Kommentare vorhanden.