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» Ostalbkreis | Sonntag, 01. August 2010

Gesangverein Eschach hat die „Sonnenseite“ des Fränkischen Weinlandes kennen gelernt

Eine frohe Schar des Gesangvereins Eschach bestieg bei strahlendem Sonnenschein den Bus am Rathausplatz in Eschach. Mit einem Reisesegen und frohen Wanderliedern begann ein wunderschöner Tag. Ziel war das mittelalterliche Städtchen Iphofen im Fränkischen Weinland zwischen Rothenburg und Würzburg.

ESCHACH (pm). Außerhalb des historischen Stadtkerns, den man zu Fuß auf einem gepflegten Rundweg umwandern kann, empfing der Stadtführer die Ausflügler. Die Stadtgeschichte und die prägenden Bauwerke wie das Rödelseer Tor, den Henkersturm, das Einersheimer und Mainbernheimer Tor brachte er mit anschaulichen Anekdoten näher. Besonders beeindruckte das barocke Rathaus mit dem prachtvollen Portal und der doppelläufigen Treppe unter der sich zwei Schandhäuslein, die „Hundslöchli“ (anstelle eines Prangers) befinden, die zur Bestrafung kleinerer Vergehen dienten.
Kostbarster Besitz der Stadtpfarrkirche St. Veit, an der 200 Jahre von 14141612 gebaut wurde, ist das Werk Johannes der Evangelist von Tilman Riemenschneider, die ursprüngliche Verglasung aus dem 15. Jh. und die aus Lindenholz geschnitzte „Schöne Madonna von Iphofen“ Mit Schaudern betrachteten viele das Beinhaus in der Michaelskapelle. Das Städtchen Iphofen ist nicht nur die reichste Kommune in Bayern, sie zeigte sich auch auffallend sauber und gepflegt. In der Kirche zum hl. Blut, deren Ursprung auf das Jahr 1294 zurückgeht, sang der Chor „Stimmt unserm Gott ein Loblied an“ zur Freude des Stadtführers und der mitreisenden Angehörigen.
Anschließend konnten Interessierte die Sonderausstellung „Tibet – Religion, Kunst, Mythos“ im Knauf-​Museum, einem privat geführten Museum anschauen, das außerdem Repliken der großen Kulturepochen aus den bekanntesten Museen der Welt (Louvre, Brit. Museum, Ägypt. Museum, Pergamonmuseum etc.) präsentiert. Um so viel Kultur zu verarbeiten, nahmen die Sängerinnen und Sänger auf der Terrasse eines Weinlokals Platz und genossen die Fränkische Küche.
Danach brachte der Bus alle zum Hausberg Iphofens, dem Schwanberg. Ein kurzer Spaziergang führte zum Aussichtspunkt mit einem herrlichen Rundblick bis zum Main und über die Weinberge. Bei den sommerlichen Temperaturen entschied sich mancher anstatt für Kaffee für „ein Eis am Stil“. Busfahrer Dieter erwartete die fröhliche Truppe zum Trip nach Mönchssondheim mit seinem Kirchenburgmuseum.
Die Kirchenburg besteht aus Gaden und Kellern aus dem 15. – 18. Jh. und zeigt 17 verschiedene Handwerksberufe und die 1688 erbaue Pfarrkirche. Original erhalten ist das Mesnerhaus mit einer über 500 Teile umfassenden Trachtenabteilung aus dem südlichen Unterfranken. Im historischen Schulzimmer aus dem Jahr 1927 zwängte sich mancher in die doch recht engen Bänke, als Oberlehrer Franz die Schulordnung verlas. Das Rathaus mit Schmuckfachwerk beherbergte in früheren Zeiten auch die Gemeindebäckerei und die Posthilfsstelle. Das Haus eines Kleinbauern war ebenso interessant anzusehen, wie ein Kräutergarten, der zu der nur mit einem Dach versehenen offenen Kegelbahn führte. Den Abschluss der Führung bildete ein Besuch in dem aus dem Jahre 1790 stammenden „Schwarzen Adler“ mit dem „alten Tanzsaal“, der historischen „Friseurstube“, Knechtskammer, Gaststube und Privaträumen. Nach der Gruppenaufnahme auf der Wirtshaustreppe wurde noch der „Tante-​Emma-​Laden“ aufgesucht, in dem man wie in vergangenen Zeiten einkaufen kann, was gerne angenommen wurde. Im Gasthaus „Stern“ in Gollhofen fand ein schöner Ausflug bei guter Bewirtung seinen harmonischen Abschluss.
 

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