Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Ostalbkreis | Sonntag, 01. August 2010

Lorcher Schülerinnen und Schüler eine Woche in Taizé /​Eine Woche auf dem „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“

Die Tage und das Leben in Taizé haben auf junge Leute der Realschule und des Gymnasiums F2 Lorch einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Unzählige Jugendliche aus allen Erdteilen, die Woche für Woche nach Taizé kommen, entdecken dort eine ganz eigene Form des Gebets.

LORCH (pm). Sie tun etwas, von dem ein Christ vor anderthalb Jahrtausenden sagte: „Wer singt, betet doppelt!“ „Die Gesänge in und von Taizé sprechen von Gott oder von der Sehnsucht nach ihm und helfen, dass man sich ganz Gott zuwendet und offen wird für das Geschenk seiner Gegenwart“, meinte eine Jugendliche. Die Gesänge während der drei einstündigen Gebetszeiten in Taizé haben in ihrer Einfachheit eine Art Brückenfunktion. Es zeigt sich, dass sie die unterschiedlichsten Jugendlichen und Erwachsenen ansprechen, auch diejenigen, die bislang kaum Zugang zur Kirche und zu Glaubensinhalten hatten.
„Es waren über 6000 Jugendliche aus vielen Ländern in Taizé, wir haben uns manchmal mit Händen und Füßen unterhalten“, berichteten die Schülerinnen und Schüler der beiden Lorcher Schule, nachdem sie wieder zu Hause angekommen waren. Alles sei einfach gewesen, man habe nur eine Schale und einen Löffel gebraucht um die durchaus vielfältigen Gerichte zu essen. Geschlafen habe man in Doppelstockbetten in einer Holzbaracke. Die Tage liefen alle nach einem festen Plan ab: 8.15 Morgengebet, Frühstück, Bibeleinführungen, 12.20 Uhr Mittagsgebet, 13.15 Uhr Mittagessen, Arbeitseinsätze, Gruppenarbeit, gegen 17 Uhr Tee und Gebäck-​Pause, 19 Uhr Abendessen, 20.30 Uhr Abendgebet, danach Ausklang am Oyak, dem allabendlichen Treffpunkt am einzigen „Kiosk“ in Taizé.
Bei den Arbeitseinsätzen wurden die Toiletten geputzt, der Müll aufgesammelt, in der Essensvorbereitung geholfen, Essen ausgegeben, unzählige Teller und Schüsseln gespült und vieles, vieles mehr. „Aber es hat alles Spaß gemacht! Bei der Arbeit wurde sogar gesungen und auch hier konnte man wieder Menschen aus der ganzen Welt treffen und miteinander ins Gespräch kommen.“ Bei den Bibeleinführungen und Gruppenarbeiten kamen den Jugendlichen die Fremdsprachenkenntnisse sehr zu Gute — sicher eine gute Motivation für den schulischen Alltag.
„Taizé ist für die Besucher wie eine Tankstelle, bei der man so richtig für den Alltag auftanken kann“, fasste eine Besucherin ihre tiefen Eindrücke zusammen. Dem konnten auch die Lorcher Schülerinnen und Schüler gut zustimmen. So manch eine wird nicht das letzte Mal in Taizé gewesen sein. Vielleicht sieht sich der eine oder die andere schon beim 33. Europäischen Jugendtreffen vom 28. Dezember bis zum 1. Januar 2011 in Rotterdam wieder.
Ein außerordentlich positives Fazit dieser „Intensiv-​Woche“ konnten auch die beiden Begleiterinnen dieser Fahrt, Regine Kuntz-​Veit und Ursula Philipp ziehen: „An jedem Samstagabend wird in der Kirche eine Auferstehungsfeier mit vielen Kerzen begangen. Wir konnten zwei solcher Abende mitfeiern. Das Licht wird weitergegeben. Es wandert und erfüllt den weiten Raum. Taizé ist kein Ort der Leidensmystik, sondern ein Ort der Hoffnung auf Auferstehung. Jeder Sonntag ist eigentlich ein Fest der Auferstehung! Vom Gebet vor dem Kreuz am Freitag geht es weiter zur Feier der Auferstehung am Sonntag. Jeder erhält sein Licht, seine Kerze. Es gibt dabei wie im Glauben kein Mehr und kein Weniger – es gibt nur für jeden und jede ein Licht!“
Beim Morgengebet am Sonntag den 25. Juli verabschiedete sich die Lorcher Gruppe mit den Worten des Taizé-​Liedes: Behüte mich Gott, ich vertraue Dir, du zeigst mir den Weg zum leben. Bei dir ist Freude, Freude in Fülle.“
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen