Manfred Mann, Lake und Foreigner gestern Abend beim Open Air auf dem Schießtalfestplatz
Drei ganz große Namen der Rockmusik-Geschichte der 70er– und 80er-Jahre: Foreigner, Manfred Mann’s Earth Band und Lake. Allesamt waren sie gestern Abend die Akteure beim Gmünder SWR 1 Open Air 2010, das nach tagelangen Regenfällen zum Glück sonnig und trocken über die Bühne gehen konnte.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Gut
3000 Fans hatten sich auf dem Schießtalplatz versammelt, der bei anderen Konzertereignissen auch schon bis zu
15 000 begeisterte Menschen aufgenommen hatte. Es gab also noch viel Freiraum. Vielleicht erleben die Open-Air-Ereignisse in den letzten Jahren und in Stadt und Land auch eine gewisse Inflation, so dass deren Anziehungskraft nicht mehr ganz so gewaltig ist. Real-dead-Love war zunächst für die Aufwärmphase zuständig. Lake war dann die erste Rockmusik-Legende. Zwar feierte die
1967 in Norddeutschland gegründete nie einen richtigen Single-Hit zum Abtanzen, vergleichbar mit den beiden nachfolgenden Bands, doch die Rockmusik-Liebhaber liebten den melodischen Sound von den Alben „Paradise Sound“ oder „Lake I und II“, geprägt auch von Chorgesängen und schönen Harmonien. Die deutsche Ausgabe von „Pink Floyd“ sozusagen. Auch die neuen Titel haben diese Charakteristik behalten. In der warmen Abendsonne zauberte damit Lake damit die passende Festivalatmosphäre auf den sich langsam füllenden Platz mit seinen Tribünen. Alterdurchschnittlich eher im Gmünder
AGV–Bereich angesiedelte Fans hatten die Oberhand, fühlten sich sichtlich im Paradies der Rockmusikerinnerungen seelig.
Dann die Durchstarter der letzten Jahre um den Keyboarder Manfred Mann, der schon während der Beatles-Ära starke Hits landete und schließlich ab
1971 bis heute Ohrwürmer und Radio-Dauerläufer produzierte, die auch das jüngere Publikum mitreißen. Praktisch durchgehend von damals bis heute warf die Gruppe jährlich ein Erfolgsalbum auf den Markt. Bemerkenswert nicht nur die Erfolge eigener Songs, sondern die Anleihen von anderen Sängern und Gruppen, die mit einem unverwechselbaren Sound in der Cover-Version oft erfolgreicher als das Original wurden. Vielleicht hätten sich die Fans gestern Abend mehr alte Hits gewünscht. Die Earthband zeigte jedoch klasse Power und in einigen Soloeinlagen ihre Rock-’n’-Roll-Wurzeln. Lange mussten die Besucher warten, bis dann als weiterer Höhepunkt des „Oldie-Festivals“ das ersehnte E-Piano von Foreigner mit dem Cold-as–
ICE–Klassiker loshämmerte.
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