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» Ostalbkreis | Dienstag, 10. August 2010

Vorfreude auf den Waldstetter Museumshock am kommenden Wochenende

Wo Waldstetten nur immer all die Ehrenamtlichen findet, die viele andere Gemeinden vergeblich suchen: Ein Besuch des Museumshock am kommenden Wochenende, für den unter anderem 160 Weihbüschel gebunden werden, lohnt bestimmt.

WALDSTETTEN (bt). Rund 80 Helferinnen und Helfer sind seit Tagen und Wochen am Werk; Kuchen werden gebacken, Bastelarbeiten angefertigt, Küchenschätze zum Verkauf vorbereitet. Es soll einen ganz besonderen Museumshock geben.
Zwei kleine Jubiläen werden am Sonntag begangen. Zum einen feiert der Heimatverein seinen 15. Geburtstag — aus ursprünglich 36 sind längst 250 Mitglieder geworden -, zum anderen werden jetzt im zehnten Jahr Weihbüschel gesegnet und ausgegeben. Wie alles, was die Waldstetter Heimatverbundenen auf den Weg bringen, ist auch diese Aktion ein Selbstläufer. Zunächst haben zwei Frauen diesem schönen, alten Brauch neues Leben gegeben; mittlerweile binden die 20 Frauen im Arbeitskreis „Weihbüschel“ einen ganzen Nachmittag lang; die Pflanzen werden über Tage gesammelt. Wie von alters her werden duftende und heilkräftige Blumen und Kräuter zusammengetragen. Königskerze, Johanniskraut, Rainfarn, Schafgarbe, Ähren, Dorst, Brombeere, Haselnuss und Blumen — diese neun sollten in jedem Fall dabei sein. Die Waldstetterinnen nehmen zusätzlich Marienkaut, Nachtschatten, Pfefferminze, Frauenmantel, Wermut, Bibernelle, Goldrute, Rosmarin und einige andere Kräutlein. Der christliche Sinn dieses uralten Brauchs am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel: Diese Kräuter erzählen von Gott als Schöpfer und Heilbringer; vor allem aber huldigen sie der Gottesmutter. Die am Samstagnachmittag gebundenen Weihbüschel werden, am Sonntagvormittag von Pfarrer Ernst-​Cristof Geil und Pfarrer Dr. Darius Roth geweiht. Natürlich gibt es nicht nur die duftenden Kräutergebinde. Ilse Dörfler hat wieder ein Sammlerstück ihrer Reihe „Taschenkunst“ im Scheckkartenformat gestaltet — in diesem Jahr zeigt sie die alte eicherne Eingangstür der Musikschule. Auch Bastelarbeiten, Postkarten, Model, Bücher und Fossilien werden verkauft, zudem Holundersirup und Suppengemüse. Fichtlscherers und Labrini Labropoulou-​Blumer organisieren am Samstag und Sonntag einen Bücherflohmarkt. Auch sonst ist auf dem Wäldenbauergrundstück einiges geboten: Johannes Peukert lässt mit Hilfe zweier Goldschmiede Kinder und Jugendliche aus Goldschneckchen und farbigen Glasperlen Schmuck gestalten, Reinhold Vogt sorgt für Musik. Die Sonderausstellung wird gezeigt, es gibt Führungen und natürlich werden vor allem die schönsten und die ganz neuen Museumsstücke präsentiert — so hat Johannes Peukert einen großen Schwarzjura-​Ammonit präpariert; seine Jura-​Serie ist jetzt fast vollständig.
 

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