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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 11. August 2010

Was vier junge Rover aus dem Gmünder Raum beim Welttreffen der Pfadfinder in Kenia erfahren durften

Was es bedeutet einer weltweiten Jugendbewegung anzugehören, durften in den vergangenen drei Wochen vier Rover des BdP Pfadfinderstammes Einhorn aus Schwäbisch Gmünd/​Waldstetten erleben. Sie waren begeistert.

SCHWÄBISCH GMÜND. Gemeinsam mit 1900 Pfadfindern aus 68 Nationen nahmen sie am 13ten „World Scout Moot“ teil. Dieses Welttreffen für Pfadfinderinnen und Pfadfinder über 18 Jahren wird in regelmäßigen Abständen durch verschiedene Nationen ausgerichtet.
„Karibu Kenya“ – Willkommen in Kenia mit diesem Gruß lud Kenia als erstes Land zu einem Moot auf afrikanischem Boden ein. Um dieses besondere Land in seiner ganzen Vielfalt kennen zu lernen, reisten einige der Pfadfinder aus dem deutschen Kontingent, unter ihnen auch ein Gmünder Pfadfinder, bereits eine Woche früher an, um durch Kenia zu reisen.
So ging es für die Gruppe von Nairobi aus mit dem Nachtzug an den Indischen Ozean in die indisch-​arabisch geprägte Küstenstadt Mombasa. Nach dem bunten Treiben in dieser multikulturellen Stadt folgten ruhigere Tage an Kenias Küste, wozu auch der Besuch eines Renaturierungsprojektes auf dem Gelände einer Zementfabrik gehörte. Zurück in Kenias Hauptstadt Nairobi folgte ein Ausflug in den Hell’s Gate Nationalpark. Zebras, Antilopen, Gazellen und Warzenschweine konnten vom Fahrrad aus beobachtet werden. Am 26. Juli traf dann der Rest des deutschen Kontingents ein. Gemeinsam reisten sie zum „Rowallan Scout Camp“ in der Nähe von Nairobi, wo das Lager in einer feierlichen Zeremonie durch den kenianischen Präsidenten eröffnet wurde.
Von diesem Hauptlagerplatz reisten die Pfadfinder in den nächsten Tagen in die „Expedition Centres“, kleinere Unterlager, die über das Land verteilt waren und den Teilnehmern die Möglichkeit boten, mehr von Kenia zu sehen.
Neben Wanderungen und Ausflügen standen auch soziale Projekte auf dem Programm. So wurden Schulen renoviert, landwirtschaftliche Projekte unterstützt, Waisenhäuser besucht und Bäume gepflanzt. Unterstützt wurde der interkulturelle Austausch durch Unterteilung der Großgruppe in international gemischte Kleingruppen. So mussten in Alltagssituationen, wie dem Zubereiten von gemeinsamen Mahlzeiten verschiedene Sichtweisen und kulturelle Unterschiede beachtet und unter einen Hut gebracht werden. Die letzten Tage dieses besonderen Großlagers wurden wieder auf dem Hauptplatz bei Nairobi verbracht. Auch hier wurde den Teilnehmern ein buntes Programm geboten.
So besuchten die Teilnehmer den Nairobi National Park und das Kenia National Museum. Soziale Projekte führten die Pfadfinder nach Kibera, den zweitgrößten Slum Afrikas. Bei einem internationalen Nachmittag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit die Besonderheiten ihrer Heimatländer zu präsentieren und die verschiedensten Köstlichkeiten aus den teilnehmenden Ländern zu schlemmen.
Ganz besonders lag den kenianischen Gastgebern der Austausch in Form von Arbeitsgemeinschaften zu Themen wie Ökologie, Gesundheit, erneuerbare Energien und Kultur am Herzen.
Ein ganz wichtiger Höhepunkt für die Pfadfinder war ohne Zweiefel der Besuch der letzten Ruhestätte des Gründers der Pfadfinderbewegung Robert Stephenson Smyth Baden-​Powell und seiner Frau Olave, in Nyeri.Vieles haben die jungen Erwachsenen aus Kenia mit nach Hause nehmen können: internationale Freundschaften von Australien bis nach Island, die Erkenntnis, dass die Pfadfinderei auf unterschiedlichste Weisen, aber immer nach derselben Pfadfinderidee gelebt wird, Gelassenheit, die durch Warten und die „kenianische Zeitrechnung“ erprobt wurde, jedoch auch die Erkenntnis, wie groß die sozialen Unterschiede immer noch sind — und nicht leicht aufzulösen. So fiel das „Kwaheri“ – Auf Wiedersehen nicht leicht und es bleibt die Vorfreude, bei den nächsten Weltpfadfindertreffen, die neuen Freunde wieder zu treffen.

Der Pfadfinderstamm hat Gruppen in Waldstetten und Schwäbisch Gmünd, die sich auf drei Altersstufen aufteilen: Wölflinge (711 Jahre), Pfadfinder (1116 Jahre) und Ranger/​Rover (ab 16 Jahre). Interessenten finden Gruppentermine und viele weitere Informationen im Internet unter www​.stamm​-ein​horn​.de oder sie wenden sich direkt an Jonas Czech (07171/​73808) oder per eMail (info@​stamm-​einhorn.​de).
 

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