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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 12. August 2010

Ferienprogramm-​Veranstaltung über richtiges Verhalten nach einem Unfall hat sich in den vergangenen zehn Jahren sehr positiv entwickelt

Seit zehn Jahren zeigt die Stauferklinik im Rahmen des Ferienprogramms dem Nachwuchs, wie man sich bei einem Unfall richtig verhält. Seither hat sich bei diesen Veranstaltungen einiges geändert, erzählt Gabriele Büchner-​Olbers, Öffentlichkeitsarbeiterin des Krankenhauses. Von Manfred Laduch

SCHWÄBISCH GMÜND. Das fängt schon damit an, dass es inzwischen mehrere dieser Termine gibt, weil das Interesse enorm gewachsen ist. Gestern zum Beispiel fand die Aktion für Schwäbisch Gmünder Kinder statt; Mutlanger Nachwuchs war bereits in der vergangenen Woche da.
Viel interessanter ist für die Beteiligten allerdings, dass sich das Verhalten der Kinder komplett geändert hat. Sie bringen teilweise eine beachtliche Vorbildung mit, die es früher so nicht gab. Hier zahlt es sich aus, dass Kindergärten und Schulen mit Helfi-​Kursen sozusagen in Vorleistung gehen.
„Wenn wir früher jemanden aus der Gruppe zum Unfallopfer ernannt hatten, traute sich kaum jemand an diejenige oder denjenigen heran“, erinnert sich Büchner-​Olbers. Das sehe heute schon ganz anders aus.
Wie man auch gestern beobachten konnte: Zunächst einmal musste unter den vielen Interessenten ausgelost werden, wer das Opfer geben durfte. Den richtigen Zettel zog ein junger Mann namens Nicolas. Dann wurde ausdiskutiert, was ihm denn zugestoßen sein könnte. Und da man gerade so geschickt unter den schönen alten Bäumen am ehemaligen Hubschrauber-​Landeplatz stand, fiel die Wahl auf einen Sturz vom Baum.
Zuvor gab es noch einen pädagogisch wertvollen Exkurs über das richtige Verhalten bei Gewittern, da jemand vorgeschlagen hatte, das Opfer könne ja auch vom Blitz getroffen worden sein.
Nun jedenfalls durfte Nicolas so tun, als ob er vom Baum falle – unter den man vorsorglich ein Tuch gebreitet hatte. Der Verunfallte machte seine Sache extrem geschickt: Er fiel gleich in die stabile Seitenlage, was den Umstehenden die erste Hilfsmaßnahme ersparte.
Auf die Frage, was nun zuerst passieren müsse, gab es ein paarmal die falsche Antwort („Hilfe holen“), einige Male aber auch die richtige: Den Verletzten ansprechen. Und schwupps hatte sich eine junge Dame neben den Abgestürzten gekniet und fing an, ihn nach dem Hergang des Unfalls und der Art seiner Schmerzen zu befragen.
Es stellte sich heraus, dass Nicolas einen Beinbruch und eine Gehirnerschütterung davongetragen hatte. Gelegenheit für die Krankenschwestern Gudrun und Uschi, nachzufragen: Warum sollte man Nicolas nichts zu Trinken geben? Weil bei einer Gehirnerschütterung mit Erbrechen zu rechnen sei.
Dann war es Zeit, Hilfe zu holen. Auch hier war das Interesse so groß, dass ausgelost werden musste, wer den – echten – Anruf bei der (vorher instruierten) Rettungsleitstelle unter der Nummer 112 machen durfte. Welche Informationen die Leitstelle braucht, war vorher eingehend besprochen worden.
Und so dauerte es nicht lange, bis der echte Rettungswagen mit Blaulicht vor Ort eintraf (von den Kindern eingewiesen) und sich Rettungssanitäter um Nicolas kümmerten. Es gab das volle Programm: Rundum-​Erstuntersuchung, auf der Trage zum Rettungswagen, mit diesem zur Notaufnahme und – nach einer Erklärung des Themas Röntgen – Gipsraum. Wer Lust hatte, konnte sich gleich auch einen Gips verpassen lassen. Nach einem Imbiss verabschiedeten sich die Kinder von der Klinik. Nur ein Wunsch war nicht in Erfüllung gegangen: „Wenn wir doch schon auf dem Landeplatz sind, machen wir das mit dem Hubschrauber auch?“ hatte einer der jungen Teilnehmer vorgeschlagen.
 

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