Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 12. August 2010

In wenigen Wochen muss eine halbe Schule ersetzt werden

Nur noch einige wenige Wochen bis zum Schulbeginn, und wenn alle Beteiligten ihr Versprechen halten und den Klösterleschülern den Schulalltag schenken wollen, den sie gewohnt sind, wird’s eng. Es ist noch so viel zu tun.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Über ein halbes Jahrhundert ist ins Land gezogen, seit Hartmut Weller mit einer Schiefertafel „Mein erster Schultag“ auf einer Stufe der Klösterle-​Schule saß, eben jener Schule, die derzeit in größter Eile für eine neue Schülergeneration gerüstet wird. Nach dem Brand im Maria Kahle-​Gebäude kehrt die Klösterleschule zurück in ihr angestammtes Haus. Fieberhaft arbeitet die Stuttgarter Firma Pfeifer an Räumung, Reinigung und Umzug — so schnell wie möglich muss schließlich ermittelt werden, wie viele Klassenzimmer mit dem geretteten Material ausgestattet werden können. Alles andere muss von der Chefin des Kultur– und Sportamtes Karin Schüttler nachbestellt werden; über die Hälfte des Bestandes, so schätzt Weller, ist unrettbar verloren. Seine Hauptsorge, dass die Firma VS — die wohl den Zuschlag erhalten wird, weil sie auch den Vorgänger-​Auftrag erhalten hatte und das Mobiliar möglichst zusammenpassen soll — rechtzeitig liefert: „Üblich sind da ja durchaus Lieferzeiten von einem Vierteljahr“. Während das HBG seinen Auszug praktisch abgeschlossen hat und nun auf die Container wartet, die auf dem HBG–Schulhof aufgestellt werden sollen, werden also die ersten Klösterle-​Klassen eingerichtet.
Vor 24 Jahren kam Hartmut Weller als stellvertretender Schulleiter an die Klösterschule zurück. An der Uhlandschule hatte er mit Hauptschülern gearbeitet und in der Gmünder Innenstadt erstmals ABC-​Schützen in seiner Obhut: Ich könnte mir längst nichts anderes mehr vorstellen“, verriet er gestern in seiner Liebeserklärung ans Klösterle. Die schönste Erfahrung sei, Freude an der Schule vermitteln zu können. Weller arbeitete mit Alt-​Rektor Fritz Ladenburger und dessen Nachfolgerin Edda Hogh, hat die Schule während der Interimszeit kommissarisch geleitet. In all diesen Jahren hat er einige Stürme erlebt. Unvergessen ist beispielsweise der Protest gegen das geplante Parkhaus. Oder der Umzug ins Maria Kahle-​Gebäude. Dort wurde nach dem Auszug der Sprachheilschule auch die kleinste Fläche für die Schule genutzt. Das Klösterle reicht gerade eben aus für die Schule, der es seinen Namen gegeben hat; der Naturkundeverein, der unterm Dach ein Zimmer nutzt, muss ausziehen, um für alle 16 Klassen ein Klassenzimmer schaffen zu können. Auch steht noch nicht fest, wo und wie die bislang im Klösterle komplett fehlenden Kursräume geschaffen werden — also Räume für Werkstatt-​Unterricht und Textiles Werken, Küche und Forscherstübchen. Weller hofft, dass der weitgehend unbeschädigte Südteil des Maria-​Kahle-​Gebäudes bald gereinigt und freigegeben werden kann — auf dass die Schule ein bisschen mehr Spielraum hat. Noch steht freilich nicht fest, welche Giftstoffe beim Brand freigesetzt wurden bzw. wie aufwändig es sein wird, die Schule wieder nutzbar zu machen. So vieles muss bedacht werden.
Und erst ganz allmählich begreifen Lehrende, Lernende und Eltern gleichermaßen, was alles von Feuer und Wasser vernichtet wurde und ersetzt werden muss, sollen die Kinder sich auch künftig in der Klösterle-​Schule wohlfühlen. Es gibt so viel zu tun.
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen