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» Ostalbkreis | Freitag, 13. August 2010

Delegation in Ungarn: Alfdorf und Hosszuheteny begegnen sich

Vom 5. bis zum 9. August besuchte eine Abordnung Alfdorfer Gemeinderäte mit Bürgermeister Michael Segan die rund 1100 Kilometer entfernte ungarische Gemeinde Hosszuheteny. Bürgermeister Michael Segan und seine Kollegin Blanka Ceske Faragone verabredeten, ihren Gemeinderäten eine Partnerschaft vorzuschlagen.

ALFDORF (gv). „Unvergesslich“, so waren sich die Alfdorfer einig. Nachdem die Ungarn die Gemeinde Alfdorf bereits schon zweimal besucht hatten, war es an der Zeit für einen Gegenbesuch. Bereits beim mitternächtlichen Eintreffen gab es einen herzlichen Empfang im frisch renovierten Rathaus von Hosszuheteny. Die Alfdorfer wurden anschließend von ihren Gastfamilien in ihr jeweiliges vorübergehendes neues Zuhause begleitet.
In den folgenden Tagen erwartete die Delegation aus dem Schwäbischen Wald ein vollgepacktes Programm: Dorfbesichtigung, Besuch der Schule, des Kindergartens und des Seniorenhauses, Besichtigung des Kulturhauses mit der Glasausstellung, Treffen mit Vertretern der deutschen Minderheit ebenso wie mit dem ungarn-​deutschen Bischof von Pecs (ehemals Fünfkirchen), Michael Mayer. Die Besucher nahmen teil am bischöflichen Gottesdienst anlässlich der Renovierung der Kirche im Teilort Kisujbanya (Neuglashütte). Musik und Tanz der ungarn-​deutschen Trachtengruppe und die Eröffnung der Trachtenausstellung im Kulturhaus von Hosszuheteny standen ebenfalls auf dem Terminkalender der Alfdorfer.
Aber auch in touristischer Hinsicht ließen sich die ungarischen Gastgeber einiges einfallen: eine Kutschfahrt zur bischöflichen Sommerresidenz in Püspökszentlaszlo, eine Weinprobe in den Weinbergen von Hosszuheteny, die Besichtigung von Pecs (derzeit europäische Kulturhauptstadt) und als Abschluss die Fahrt nach Budapest mit einem Besuch des ungarischen Parlamentsgebäudes.
Die Alfdorfer waren besonders angetan von den kommunalen Leistungen im Kindergarten, in der Schule und im Seniorenzentrum. So wird in Hosszuheteny in zwei der fünf Kindergartengruppen nur deutsch gesprochen. An der Schule gibt es von Klasse 1 bis 8 einen deutsch – sprachigen Zug. Sogar die Kantine der 280 Schüler konnten die Alfdorfer testen. Dort gibt es an jedem Schultag ein von Lehrern beaufsichtigtes Mittagessen. Das Seniorenzentrum hat an fünf Tagen der Woche geöffnet und bietet vom gemeinsamen Basteln bis zu Vorträgen sehr viel. Die Ungarn mussten die Alfdorfer bei den vielen Veranstaltungen auch nicht lange zum Mitsingen und –tanzen bitten.
Hosszuheteny (deutsch: langes Heting) ist eine Gemeinde im Südwesten von Ungarn und zählt zur Baranya. Die Gemeinde liegt 18 km nordöstlich von Pecs (dem ehemaligen Fünf – kirchen), zu Füßen des Zengö, dem mit 682 m höchsten Berg des Mescek-​Gebirges. In Hosszuheteny leben mehr als 3400 Menschen, Tendenz steigend und viele mit deutschen Wurzeln. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf 45,27 Quadratkilometer, und zur Gemeinde gehören die Teilorte Püspökszentlaszlo und Kisujbanya.
Hosszuheteny liegt in einem Tal zwischen Wäldern und Weinbergen. 21 Mühlen wurden noch Anfang des 20. Jahrhunderts vom Bach „Darago“ angetrieben. 1782 begann der Kohlebergbau im Mecsek-​Gebirge. Von da an siedelten sich Bergarbeiterfamilien im Dorf an. Ende des 18. Jahrhunderts ließen sich auch Glasbläser aus dem Bayerischen Wald und Böhmerwald zuerst in Obany (Altglashütte, untergegangen) und dann in Kisujbanya (Neuglashütte) nieder und gründeten Glasmanufakturen. Heute haben die Bewohner von Hosszuheteny ihren Arbeitsplatz ganz überwiegend im nahen Pecs.
 

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