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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 13. August 2010

Wie das Museum trotz des Prediger-​Umbaus aktiv und attraktiv bleiben kann /​Sichtung des Depot-​Bestandes

„Das Museum und die Besucher dürfen nicht beeinträchtigt werden“ — diesem selbst gestellten Anspruch gerecht zu werden, dürfte das Team um Gabriele Holthuis an seine Grenzen bringen.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Derzeit locken noch Laura Ford und das Gmünder Silber mit all seiner Faszination und seinen Geschichten. Letzteres wird von der RZ in den kommenden Wochen auf seinem Weg in die Gegenwart begleitet: Das Silber ist lebendig in der Stadt, und es lohnt sich, ihm nachzuspüren. Aber auch die Pläne darüber hinaus, für kommende Präsentationen und Ausstellungen, zeigen, dass Museumschefin Dr. Holthuis und ihr Team ihren Auftrag auch unter etwas chaotischen Rahmenbedingungen ernst nehmen. Laura Ford zeigt ihre Arbeiten bis zum 12. September; das Silber ist bis zum 10.10.10 zu sehen, leicht zu merkende Schnapszahl. Der „Querschnitt 2010“, Jahresausstellung des Gmünder Kunstvereins, steht dann an, natürlich die Geologie-​Ausstellung. Was dann kommt: Gabriele Holthuis und Joachim Haller sind zuversichtlich, das in den vergangenen Jahren erarbeitete Niveau halten zu können. Bislang wurde noch immer etwas Besonderes geschaffen.
So schwer war das freilich noch nie. Das zweite Obergeschoss sollte eigentlich schon weiter sein. Aber durch die Planung für den großen Saal wurde die Bibliothek in Mitleidenschaft gezogen, in der Dauerausstellung sind Geologie-​, Römer– und Alamannen-​Abteilung geschlossen, und auch die energetischen Maßnahmen auf dem Dachboden sorgten dafür, dass Depots ausgeräumt werden müssen — für deren Inhalt nur sehr begrenzt gesicherte Flächen zur Verfügung stehen. All das blockiert den Umbau des zweiten Stocks fürs Museum. Wohin nämlich mit den Kostbarkeiten wie dem Emanuel Gottlieb Leutze-​Bestand? Der große Ausstellungsraum ist momentan die einzige Ausweichmöglichkeit, und hier hat sich bereits die Museumsverwaltung eingerichtet. Mit ganz vielen Kartons, Abdeckfolien und einer nicht angeschlossenen Küche. Die großen Foliobände und die Musterbücher großer Gmünder Firmen, die nur liegend aufbewahrt werden dürfen, sind sicherlich denkbar attraktives Ambiente, aber es führt den hier Arbeitenden auch stets vor Augen, was noch zu tun ist. Von Ausnahmefällen mal abgesehen, in denen der Bauhof einspringt, erledigen die Museumsmitarbeiter alles selbst: „Wir können das nicht auf Hubwagen packen“. Dr. Monika Boosen etwa hat die Glasssammlung aus dem dritten in den zweiten Stock gebracht und steckte mit ihrer Begeisterung alle anderen an. Es hat auch Vorteile, dieses ganze Umzugs– und Umbauchaos: „Wir haben die seltene Chance, mit Verstand auf all das zu sehen, was wir hier hüten“. Und was wird nicht alles entdeckt in den Depots — Ideen für neue Ausstellungen wachsen mit den Ansammlungen ausgelagerter Schätze.
Es wird lange dauern, bis der Prediger-​Umbau so weit fortgeschritten ist, dass das Museum umgestaltet und eingerichtet werden kann. Frühjahr, schätzen die Experten. Die ehemalige Bibliothek, deren Bestände auf die Südseite ausgelagert wurden, soll die Museumsverwaltung aufnehmen — Voraussetzung dafür ist aber, dass der große Saal gedreht und um einen Künstlerbereich erweitert wurd
 

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