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» Kultur | Samstag, 14. August 2010

„Es gibt für einen Grafiker keinen Weg, den er nicht gehen kann.“ (Alfred Lutz) – das inoffizielle Motto der HfG

Die Hochschule für Gestaltung (HfG) in Schwäbisch Gmünd gilt als die beste Hochschule im Bereich Design und Gestaltung in Deutschland. Auf der Welt gehört sie zu den Top 10. Kein Wunder ist es da, wenn die Abschlussarbeiten der Studenten wie Arbeiten von professionellen Designern aussehen. Von Felix Mohring

AUSSTELLUNG. Doch die ersten Semester sind für die meisten Studenten eine Qual. Das Grundlagenstudium umfasst Dinge wie die Typographie, Handzeichnungen und Formen. Das Meiste läuft in dem ersten Semester theoretisch ab. Viele Projekte werden geplant, aber nie ganz durchgeführt. Im Laufe des Studiums wird das Studium immer mehr praktisch und es werden auch größere Projekte, dafür aber auch weniger, gemacht. Die Kooperation mit den verschiedensten Firmen hilft den Studenten dabei, in diesen Semestern Ideen zu finden.
An Ideen fehlt es bei den kreativen Köpfen an der HfG eindeutig nicht. Morgen kann man auf dem Campus der HfG bei der Krähe noch Arbeiten der Studenten von den verschiedensten Semestern betrachten, darunter faszinierende Kunstwerke, aber vor allem nützliche Produkte oder interaktive Systeme. Ein erwähnenswertes Beispiel ist ein Stift zur Steuerung einer Touch-​Bedienfläche, der Präzision und praktische Funktionen einem Finger voraus hat. Das Highlight allerdings sind die Abschlussarbeiten der Bachelor– und Masterstudenten. Eine Bachelorarbeit von Matthias Borowski und Philip Fürstenhöfer bestach durch seine Einfachheit, sein Konzept und doch noch seine Eleganz. Die beiden Produktgestalter haben Abfall, der in Betrieben anliegt, zu Möbelstücken umfunktioniert. Ihr Ziel dabei war, dass man die Möbelstücke erst als solche betrachtet und erst dann den Recyclinggedanken.
Shuai Yang beschäftigte sich mit
der Firma Siemens Gigaset und
der Wahrnehmung der Telefone
Eine Bachelorarbeit aus dem Bereich Kommunikationsgestaltung beschäftigte sich mit der Sicherheit im Himmel. Die beiden Studenten Kamil Gaida und Philipp Schadt entwickelten das „Safety Flight System“. Dieses System ist wie ein Navigator für Kleinflugzeuge zu sehen. Das Problem, das die beiden Studenten lösen wollten, war die lange Planungszeit, die ein Pilot solcher Maschinen benötigt, bis er losfliegen kann. Durch die einfache Bedienung des Systems soll eine Sicherheit für den Piloten gegeben sein, ohne dass diese stundenlang über Karten planen muss.
Eine Masterabschlussarbeit des chinesischen Studenten Shuai Yang scheint auf den ersten Blick wenig interessant. Aber seine Arbeit, die ein halbes Jahr lang dauerte, ist eine faszinierende. Er beschäftigte sich mit der Firma Siemens Gigaset und der Wahrnehmung der Telefone in China. Die Chinesen haben ein anderes Verständnis für Design und Aussehen als die Deutschen und Produkte kommen hier anders an als im fernen Osten. Shuai Yang ließ Produkte nach Attributen wie Funktionalität, Komplexität und Style bewerten. Alles nur nach dem Aussehen und daraus konnte der Student ableiten, wie die Telefone in China aussehen sollten um den gewünschten Effekt hervorzurufen. Alles in allem gibt es interessante Projekte der besten Hochschule für Gestaltung und Design in Deutschland.

Heute finden noch um 11 Uhr und um 14 Uhr Führungen durch das Gebäude der Hochschule statt.
 

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