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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 16. August 2010

Fußball, Oberliga: FC Normannia Gmünd verliert Samstagabendspiel beim FC Nöttingen mit 0:2 (0:1)

Am Samstagabend im Panoramastadion gab es keine Diskussionen, der FC Nöttingen war die bessere Mannschaft und hat verdient mit 2:0 gewonnen. Die Gastgeber traten aggressiver, mutiger und cleverer auf als die Gmünder. Von Claus-​Jörg Krischke

Während auf Seiten des Nöttinger Trainers Michael Wittwer die Trumpf-​Asse wie Kollinger, Di Piazza und Telle stachen, blieben auf der Seite von Helmut Dietterle die vermeintlichen gefährlichen Waffen stumpf. Zwei Beispiele, die für das ganze Spiel sprechen: die zweite gelbe Karte für Simon Fröhlich in der 64. Minute. Metin Telle, ein absolutes Schlitzohr, spürte, dass Simon Fröhlich hinter ihm war, ließ sich rücklings gegen ihn fallen und Fröhlich konnte nicht anders als sich an Telle festzuhalten und schon waren die Gäste dezimiert.
Auch beim Freistoß zum 2:0 konnten sich Giuseppe Greco schlechterdings nicht in Luft auflösen, als Neziraj gegen ihn auflief, doch statt Stürmerfoul gab es den besagten Freistoß, der zum entscheidenden 2:0 führte. Die Nöttinger waren an diesem Abend eben immer einen Tick schneller, cleverer und in einigen Situationen eben auch glücklicher als die Normannen, die sich redlich mühten, aber leider nicht die erhoffte Stoßkraft nach vorne entwickeln konnten.
Normannia-​Trainer Helmut Dietterle bilanzierte in der Pressekonferenz die 90 Minuten wie folgt: „Der Gegner heute war klar besser und wir haben verdient verloren. In den ersten 45 Minuten sind wir mit dem aggressiven und bissigen Pressing der Nöttinger nicht zurecht gekommen. Nöttingen hat gezeigt, warum sie in der Tabelle vorne stehen. So muss man auftreten! In der zweiten Hälfte sind wir spielerisch besser geworden und bekommen in dieser Phase das 2:0. Über das „wie“ müssen wir intern reden. Grundsätzlich haben wir eine gute Moral gezeigt. Wir haben heute einen Lernprozess hinter uns und hoffen, dass wir künftig mithalten können.“
Nöttingens Trainer Michael Wittwer bescheinigte den Gmündern, dass sie bislang der stärkste Gegner seiner Mannschaft in dieser noch jungen Saison gewesen sind.
Bereits nach vier Minuten die erste Riesenchance für Nöttingen, eine verunglückte Abwehr schnappte sich Telle und Matthias Gruca musste per Reflex klären. Die Normannen wirkten in der Anfangsphase nervös, die geplanten Weiterleitungen im Mittelfeld funktionierten nicht, so konnte Nöttingen immer wieder gefährlich das eigene Angriffsspiel einleiten. Davon profitierten Metin Telle und Leutrim Neziraj, die von ihren Nebenleuten, aber auch vom ruhenden Pol der Nöttinger Dubravko Kollinger bestens in Szene gesetzt wurden, aber ihr Visier nicht immer richtig eingestellt hatten.
Ein Glück für die Normannen, die aber auch diesmal wieder in Matthias Gruca ihren großen Rückhalt hatten und der die Stürmer der Gastgeber ein ums andere mal zur Verzweiflung brachte. In der 18. und 19. Minute die erste Möglichkeiten der Gmünder jeweils durch Manuel Grampes, sein satter Schuss wurde zunächst zur Ecke geklärt und dann verzog der als einzige Sturmspitze aufgebotene Youngster freistehend den Kopfball nach der Ecke von Giuseppe Catizone.
Während Nöttingen weiterhin die Abwehr um Mark Mangold nicht überwinden konnte, hatte Manuel Grampes mit einem Kopfball in der 36. Minute seine dritte Chance im Spiel. In der 41. Minute war es dann aber soweit, di Piazza zirkelte einen Freistoß von der rechten Seite über 30 Meter in den Strafraum und Timo Brenner konnte per Kopf Matthias Gruca überwinden.
Nach dem Wechsel kam eine andere Normannia-​Mannschaft auf den Platz, Stani Bergheim hatte bereits in der 46. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, doch sein Schuss landete im Außennetz. Die Normannen jetzt mit mehr Spielanteilen, doch in der 52. Minute musste Mark Mangold mit muskulären Problemen ausgewechselt werden.
Simon Fröhlich wechselte vom Mittelfeld in die Abwehr und Pino Greco übernahm im Mittelfeld seinen Platz. Nöttingen setzte in die Drangperiode der Normannen immer wieder gefährliche Nadelstiche, so musste Matthias Gruca gegen di Piazza und Telle sensationell klären, Kersten Göhl rettete mit einem Kopfball auf der Linie den 0:1 Zwischenstand.
In der 64. Minute die ominöse Szene die zur gelb-​roten Karte für Simon Fröhlich führte. Jetzt musste Greco in die Viererkette mit einrücken und hatte in der 67. Minute keine Chance, Neziraj aus dem Weg zu gehen, diesen mehr als fraglichen Freistoß verwandelte di Piazza aus Gmünder Sicht unverständlich zu allem Unglück direkt zum 2:0.
Diesen Doppelschlag steckten die Normannen aber gut weg, trotz Unterzahl versuchte die Mannschaft von Helmut Dietterle dem Spiel doch noch eine Wende zu geben. In der Schlussviertelstunde hatte Nöttingens Tormann Jilg dann mehr Arbeit als zuvor. Einen Freistoß von Ertac Seskir konnte er gerade noch zur Ecke klären und als Robin Tolbert sah, dass Jilg zu weit vor dem Tor stand, hatte Nöttingens Tormann Glück, dass Tolberts Versuch nicht ins Tor traf.
Karten: Gelb/​Rot: Simon Fröhlich (65.) FC Normannia Gmünd
Schiedsrichter: Simon Hirzel (Malterdingen)
Zuschauer: 574
FC Nöttingen: Jilg, Fuchs, Kollinger, Zachmann, Brenner, Neziraj, Di Piazza (82. Schmidt), Mössner (75. Svjetlanovic),Trick, Kärcher, Telle ( 75. Cycon)
1. FC Normannia Gmünd: Gruca, Fröhlich, Mangold (52. Greco), Seskir, Faber (75. Tolbert), Glück, Grampes, Molner, Bergheim, Catizone (86. Schäfer), Göhl
 

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