Auf dem Lindenfirst führen die Arbeiten am Abluftbauwerk wohl zu erheblichen Beeinträchtigungen /Erneute Filterdiskussion
Allgegenwärtiger Betonstaub, Lärmbelästigung, heftiges Erschrecken bei Sprengungen, natürlich auch das Thema Tunnelfilter. Als gestern die Anwohner der Tunnelbaustelle auf dem Lindenfirst über den Arbeitsablauf informiert wurden, kam so einiges zur Sprache.
SCHWÄBISCH GMÜND
(bt). Die Arbeiten an der Tunnelbaustelle gehen gut voran, das war die gute Nachricht bei dieser Anwohnerinformation an der „Baustelle im bergmännischen Bereich um das Schachtbauwerk für den Tunnel“ — dort wo künftig die Abluft aus dem Berg kommt und Frischluft angesaugt wird. Tunnelbauleiter Johannes Zengerle und Projektleiter Andreas Decker (Arbeitsgemeinschaft Tunnel Schwäbisch Gmünd, zu der sich die vier großen Baukonzerne zusammengeschlossen haben) machten deutlich, dass sie wissen, wie sehr diese Baustelle die Bewohner im Umkreis von rund
200 Metern um die Baustelle zuweilen belastet — und dass sie, wo immer dies möglich ist, auf die Anliegen der Betroffenen eingehen wollen. Zunächst erläuterte Zengerle das Prinzip dieses Abluftbauwerks mit seiner Gesamthöhe von
157 Metern und — im Berg — mit einem Durchmesser von
6,
4 Metern.
33 Meter werden überirdisch gebaut, deutlich schlanker, „bis etwa auf Baumwipfelhöhe“. Als später das Thema auf den Filter kam, erklärte Zengerle noch einmal, die Luft werde hundert Meter hoch in die Atmosphäre geblasen und zehn,
15 Kilometer weit getragen — er habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass er von der Notwendigkeit eines Tunnelfilters nicht überzeugt sei: Nirgends in Gmünd seien Autos so schadstoffarm unterwegs wie im Tunnel. Als die Anwohner befürchteten, dass selbst wenn der Platz da sei für einen Filter, ein zu später Einbau die Kosten unvertretbar hoch werden ließe, konnte Zengerle dem nicht widersprechen. Nachts, wenn die Ventilatoren abgeschaltet sind, werde keine Abluft aus dem Berg kommen — so die Antwort auf eine Anwohnerfrage. Bei einem Brand im Tunnel, werde es Rauchentwicklung geben, niemals aber könne Feuer eine solche Strecke zurücklegen, war eine andere Auskunft.
Im bergmännischen Bereich wird ein Oval durch Boden und Fels getrieben, da auch noch ein kleiner Belüftungsschacht nach unten untergebracht werden muss. Siegfried Krebs, pensionierter Amtsleiter der Stadtverwaltung, erinnerte sich an Anwohnerklagen über Lärm, „wenn eine kleine Imbissbude Luft ansaugt“, erfuhr aber, dass sich diese Lärmbelästigung in engen Grenzen halten wird.
Etwa in einem halben Jahr werden die Arbeiten abgeschlossen
Pro Tag bohren bzw. sprengen sich die Fachleute etwa einen Meter in den Berg;
115 Meter Vortrieb werden benötigt, um den Schacht herstellen zu können. In diesen rund vier Monaten, so Zengerle, sei mit der größten Belastung zu rechnen; das eigentliche Betonbauwerk entstehe in zwei, drei Monaten, dann müsse das Baustellengelände noch rekultiviert werden. Ob der Asphalt anschließend bleiben soll oder abgebaut werden, wie die Waldwege instand gesetzt — all das wird gemeinsam mit den Nutzern entschieden. Bei Sprengungen will die Bauleitung künftig versuchen, nicht nur die unmittelbare Baustelle, sondern auch das Umfeld zu warnen. Der Lärm, so die Anwohner, sei extrem: „Die Fenster haben geklirrt; ich hatte schier einen Herzkasper.“ Andere Klagen stellen die Fachleute vor größere Probleme. Urlaub daheim sei derzeit alles andere als ein Vergnügen, hieß es. Thema war auch Krebs’ Beobachtung, dass sich der Spritzbeton in dichten Staubschwaden über die Siedlung lege — was nicht hinnehmbar sei. Ansonsten versicherte er: „Hut ab vor dem, was geleistet wird.“
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