Hochschule Aalen wird Zentrum für angewandte Forschung an Hochschulen
„Energieeffiziente Beleuchtung mit LEDs in Gebäuden“ ist das Thema des aktuellsten Forschungsvorhabens der Hochschule Aalen. Gemeinsam mit Forscherkollegen in Ravensburg-Weingarten, Esslingen und Konstanz hat die Hochschule Aalen den Zuschlag für ein Zentrum für angewandte Forschung (ZAFH), eine Art hochschulübergreifender Sonderforschungsbereich, erhalten.
OSTALBKREIS
(pm). Zudem verlängert das Wissenschaftsministerium die Förderung des ZAFH Photonn. „Wir sind hocherfreut, dass unser Vorschlag im Bereich Optik ausgewählt wurde“, betont der Projektleiter und zukünftige Dekan der Fakultät Optik und Mechatronik,
Prof. Dr. Rainer Börret. Nur zwei von
23 Anträgen wurden von den Gutachten als förderungswürdig bewertet und werden nun jeweils mit
1,
5 Millionen Euro gefördert.
In dem ZAFH soll gemeinsam erforscht werden, wie zukünftige Raumbeleuchtungen mit LED-Technik optimal von der Energieeffizienz und den architektonischen Gesichtspunkten her gestaltetet werden können.
LEDs, auch Leuchtdioden genannt, nutzen einige Automobilhersteller als Tagfahrlicht oder schon länger als dritte Bremsleuchte. „Die Anwendung als Raumbeleuchtung steht aber erst am Anfang der Entwicklung, obwohl die neueste LED-Generation vier– bis fünfmal heller leuchtet, als herkömmliche Glühlampen bei gleichem Stromverbrauch“, erklärt Börret.
Der Zusammenschluss der Forscherteams der vier Hochschulen bündle optimal die verschiedenen Kompetenzen vom Optischen Design über die Fertigungstechnologie bis zur Architektonischen Gestaltung.
Die Hochschule Aalen übernimmt dabei den Part der Fertigungstechnologie für die Beleuchtungsoptik. „Von der Vernetzung mit den anderen Hochschulen profitieren auch unsere Studierenden im Bereich Optoelektronik/Lasertechnik. Wir können jetzt innovative Themen wie Lichtdesign oder Beleuchtungskonzepte anbieten“, freut sich der Professor und fügt an: „Die Förderung durch das Land Baden-Württemberg zeigt, dass die Optoelektronik eine Schlüsseltechnologie im Bezug auf Energieeffizienz ist, Absolventen aus diesem Bereich haben heute und in der Zukunft hervorragende Berufs– und Karrierechancen.“
Zur Förderung des neuen ZAFH verlängert das Wissenschaftsministerium die
Förderung von vier bestehenden Zentren für Angewandte Forschung an den Hochschulen Aalen, Karlsruhe, Pforzheim und Ulm. Die Projekte werden für weitere zwei Jahre mit einem Gesamtvolumen von jeweils bis zu
1 Million Euro gefördert.
Die Mittel stammen aus Privatisierungserlösen und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (
EFRE).
Das ZAFH Photonische Verfahren in neuen Dimensionen Photonn forscht im Bereich der Lichtsensorik. Die Ergebnisse sind zum Beispiel für Geräte auf dem Gebiet der Analytik und Umweltmesstechnik sowie der medizinischen Diagnostik von Interesse.
Projektleiter ist
Prof. Dr. Herbert Schneckenburger. Das seit Anfang
2008 laufende Forschungsprojekt wurde von einer
16-köpfigen Gutachterkommission evaluiert und positiv bewertet. Im Rahmen der ersten drei Förderjahre
2008 bis
2010 wurden den Hochschulen insgesamt rund
4,
7 Millionen Euro bereitgestellt.
Wissenschaftsminister Frankenberg: „Mit der Gründung von Zentren für Angewandte Forschung will das Land Baden-Württemberg innovative Forschungsfelder an den Fachhochschulen erschließen und zugleich die regionale Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der
EU–Lissabonstrategie stärken. Zukunftsthemen, die unser Leben nachhaltig verbessern können, stehen dabei im Mittelpunkt.
Die Zusammenarbeit zwischen den Fachhochschulen, die nicht umsonst jetzt auch die Bezeichnung als Hochschule für angewandte Wissenschaften führen, und der mittelständischen Wirtschaft in dieser Form hat sich bewährt. Die geförderten Projekte sind gute Beispiele für die hohe Leistungsfähigkeit der Fachhochschulen in der angewandten Forschung.“
Zentren für Angewandte Forschung an Fachhochschulen (ZAFH) sind Verbünde von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, in denen anwendungsfähige Forschungsergebnisse in neuen wissenschaftlichen Forschungsfeldern erzielt werden. Die Zentren kooperieren vorrangig mit mittelständischen Wirtschaftsunternehmen. Danach ist eine Veräußerung von Verwertungsrechten möglich. In Baden-Württemberg gibt es derzeit sieben Zentren für Angewandte Forschung an den Hochschulen Aalen, Furtwangen, Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim, Stuttgart und Ulm. Zwei weitere werden an den Hochschulen Mannheim und Ravensburg-Weingarten eingerichtet.
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