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» Ostalbkreis | Donnerstag, 19. August 2010

Der Jahresausflug des Obst– und Gartenbauvereins Mutlangen ging dieses Jahr nach Ostfriesland

Strahlender Sonnenschein und strahlende Gesichter waren ideale Bedingungen für den gemeinsamen Jahresausflug der Mutlanger Gartenfreunde, die kürzlich fünf Tage quer durch Deutschland reisten.

MUTLANGEN (pm). Von dem Schwäbisch– Fränkischen Stufenland über die Röhn, das Hessische Bergland, das Weserbergland bis zur Niedersächsischen Tiefebene führte die Anreise nach Ostfriesland.
Halt machte die Gruppe in Celle. Generationen von traditionsbewussten Stadtvätern haben zum Erhalt des großartigen Fachwerkensembles der Altstadt beigetragen. Die Stadtführer berichteten aber auch aus der Historie und dem Leben der Bürger im Mittelalter. Vor der ehrwürdigen Häuserkulisse waren diese Erläuterungen viel eindrucksvoller und leichter zu verstehen.
Durch die Lüneburger Heidelandschaft erreichte man schließlich die Kreisstadt Wittmund. Hier bezog man das Standquartier für die kommenden Tage. Der nächste Tag sollte dazu dienen, die durch den Dollart und den Jadebusen begrenzte ostfriesische Halbinsel näher kennen zu lernen. Große Teile dieses Landes wurden in der Vergangenheit dem Meer abgerungen. Der sandige Boden muss vor dem Wind geschützt werden. Deshalb ist es Vorschrift, die landwirtschaftlich genutzten Flächen mit Hecken zu umsäumen. Die Entwässerung dieser Fehnlandschaft erfolgt über zahlreiche Kanäle. Wenn diese mit Booten befahrbar sind, führen die Straßen auf den typischen Zugbrücken über den Kanal. Die Blumenstraße der Stadt Wiesmoor beeindruckte durch ihre blühenden Vorgärten und absolut akkurat geschnittenen Hecken. Fürwahr ein Paradebeispiel für eine gepflegte Stadtansicht, die der Bezeichnung „Blumenstadt“ alle Ehre macht. Am Ems Sperrwerk stehen die Mutlanger sozusagen an einem Tor zum Meer. Ein Tor deshalb, weil die riesigen schwenkbaren Stahlplatten die Ems vom Meer abtrennen können. Eine Maßnahme, die sowohl dem Küstenschutz bei Sturmfluten, als auch der Sicherung des Schifffahrtsweges der Ems zwischen Papenburg und Emden dient. Nach dem Abstecher in die moderne Technik waren der Besuch von Emden mit dem alten Binnenhafen und des Fischerortes Greetsiel ein Ausflug in die Vergangenheit. Wie kein anderer der ostfriesischen Fischerorte konnte Greetsiel sein Ortsbild mit dem malerischen Fischereihafen und den Fischerhäusern bewahren. Die Wahrzeichen des Ortes, die Zwillingswindmühlen, weisen in der ebenen Landschaft schon von weitem den Weg nach Greetsiel. Entlang der Störtebeker Straße boten sich bei der Weiterfahrt in den Orten Bensersiel und Neuharlingersiel nicht nur Blicke auf den Sandstrand und das Meer, sondern auch auf die kleinen Häfen der Orte, in denen immer noch Fischkutter stehen. Über Carolinensiel erreichte man müde und hungrig das Standquartier in Wittmund.
Auch das rund 30 Kilometer emsaufwärts gelegene Papenburg mit seiner bekannten Reederei, der Meyer Werft, besuchten die Gartenfreunde. In den riesigen, überdachten Docks baut die Werft Schiffe, die sie berühmt gemacht haben. Hierzu zählen neben Gastankern vor allem luxuriöse Kreuzfahrtschiffe. Der Anblick der viele Stockwerke hohen Schiffswände lässt die Besucher der Werft zu Zwergen werden. Wenn ein solches Schiff die Werft verlässt, ist das immer ein Spektakel, das tausende Schaulustige anlockt. Im Oktober wird dies wieder der Fall sein. Nach einem Aufenthalt in der Stadt Papenburg ging die Fahrt durch das Ammerland zurück nach Jever. Bei einer Führung durch die festungsähnliche Schlossanlage lernten die Mutlanger einiges über die Geschichte der Marienstadt. So auch die Sage, nach der das Fräulein Maria von Jever heute noch in einem unterirdischen Gang den Weg ins Freie sucht. Aber auch die wunderbar geschnitzten Holzdecken und die kunstvollen Tapeten im Schloss waren beeindruckend. betreten werden. Der letzte Tagesordnungspunkt war dem heißen Wetter angepasst. Die Besichtigung der bekannten Brauerei in Jever brachte nicht nur Wissenswertes über die Brautradition und den modernen Betrieb, sie brachte die Reisegruppe auch der ersehnten Erfrischung bei der anschließenden Bierprobe näher. Zurück im Standquartier setzte man sich an dem lauen Sommerabend im Freien zusammen und sang unter der bewährten Regie von Helmut Marx und den Klängen seiner Steirischen bis in die Nacht noch frohe Lieder.
Ziel des heutigen Tages war der Besuch der Insel Norderney. Mit dem Bus ging die Fahrt nach Norddeich, von wo die Schiffe nach Norderney ablegen. Nach einer einstündigen Fahrt durch das Wattenmeer, bei der es auch Seehunde zu sehen gab, legte das Schiff in Norderney an. Auf einer Inselrundfahrt mit dem Bus lernten die Mutlanger die typische Landschaft kennen. Der Reiseführer erzählte von den Sanddünen, dem Schutz der Dünen durch Strandhafer, der bis zu 16 Meter lange Wurzeln bilden kann und den vielen Kaninchen auf der Insel.
Etwas Wehmut war am Abreisetag zu spüren. Und, als ob der Himmel es bemerkt hätte, setzten ein paar Regentropfen ein. Vielleicht weinte er, weil eine so lustige Gesellschaft Friesland verlässt. Was soll’s, begleitet zu den Klängen der Steirischen von Helmut Marx wurden frohe Lieder gesungen, welche die Abschiedsgedanken schnell verfliegen ließen. Abwechslung von der Autobahn brachte eine interessante Fahrt durch das Hochsauerland. Schließlich sorgte die abenteuerliche Suche nach einem Restaurant für die ganze Gesellschaft nochmals für Spannung und zeigte auch, dass alle zu Improvisationen bereit waren. Eine gute Voraussetzung für den nächsten Ausflug des OGV Mutlangen.
 

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