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Lokalnachrichten

» Ostalbkreis | Freitag, 20. August 2010

Die IHK Ostwürttemberg informiert: Lumen-​Angabe im Vordergrund /​Erweiterte Kennzeichnungspflicht für Haushaltslampen

Am 1. September tritt die zweite Stufe der Verordnung (EG) Nr. 244/​2009 der Europäischen Kommission in Kraft. Klarglas-​Glühlampen der Leistungsstufe 75W gibt es dann nicht mehr zu kaufen. Gleichzeitig wird europaweit eine umfassendere Kennzeichnung für Lampen zur Pflicht, die Verbrauchern den Vergleich der unterschiedlichen Produkte erleichtern soll.

OSTWÜRTTEMBERG (IHK). Bereits vor einem Jahr hat diese als „EU–Glühlampenverbot“ bezeichnete Verordnung für Aufsehen gesorgt. Am 1. September 2009 trat die erste Stufe dieses Regelwerkes in Kraft, die alle Mattglas-​Glühlampen sowie Klarglas-​Glühlampen mit mehr als 75 W Leistung europaweit aus den Verkaufsregalen und damit langfristig aus den Lampenfassungen verbannte. Nun geht es um 75-​Watt-​Birnen, und die am häufigsten gekaufte 60-​W-​Glühlampe hat auch nur noch eine Galgenfrist bis zum 1. September 2011.
Mit dem Inkrafttreten der vierten Stufe der Verordnung am 1. September 2012 werden dann bis auf wenige Sondertypen alle Glühlampen vom Markt verschwunden sein. Alle Lampen, die sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der jeweiligen Verordnungsstufe schon im Handel oder beim Verbraucher befinden, dürfen weiterhin verkauft beziehungsweise betrieben werden.
Doch auch ohne die liebgewonnenen Glühlampen muss es in europäischen Wohnzimmern nicht dunkel werden. „Die Hersteller haben sich schon lange darauf eingestellt und bieten zwischenzeitlich eine Fülle hocheffizienter Ersatzprodukte an, die einerseits in die vorhandenen Fassungen passen und andererseits durchaus auch ästhetischen Ansprüchen genügen“, erklärt Karl Blum, Leiter des Geschäftsbereichs Technologie und Innovation bei der Industrie– und Handelskammer. Die neuen Energiesparlampen sind zwar in der Regel bei der Anschaffung teurer als die alten Glühlampen, dafür sparen sie aber jede Menge Strom beim Betrieb.
„Eine moderne Kompaktleuchtstofflampe mit einer Leistungsaufnahme von 11 Watt spendet beispielsweise annähernd so viel Licht wie eine herkömmliche 60-​W-​Glühlampe. Bei einer angenommenen Brenndauer von nur zwei Stunden pro Tag spart man damit übers Jahr knapp sieben Euro an Stromkosten“, rechnet Karl Blum vor. „Und über die gesamte Lebensdauer dieser Lampe von rund 15 000 Stunden kommen somit sage und schreibe rund 140 Euro an Stromkosteneinsparung zusammen.
Außerdem wäre in dieser Zeit rund 15 Mal Ersatzbeschaffung für die Glühlampe nötig gewesen,“ so Blum weiter. Für ihn macht es deshalb auch keinen Sinn, unbedingt an der Glühlampe festzuhalten und jetzt die auslaufenden Lampentypen in größeren Mengen zu hamstern. Mit einer Ausnahme: Wer beispielsweise seiner Original Wagenfeld-​Leuchte von 1924 keinen energiesparenden Ersatz zumuten will, weil er die Einheit des Designs von Lampe und Leuchte gestört sieht, dem empfiehlt Blum allerdings, sich rechtzeitig einen entsprechenden Vorrat an passenden Glühlampen zuzulegen.
Umfassendere Informationen
für die Kunden auf der Verpackung
Zum 1. September 2010 tritt nun auch eine erweiterte Kennzeichnungspflicht in Kraft, die dem Verbraucher die Orientierung in dem zunehmend verwirrenden Angebot der unterschiedlichsten Lampentypen erleichtern soll. Die für den Verbraucher wichtigsten Neuerungen betreffen die Angabe der Lichtleistung und die Bezeichnung „Energiesparlampe“ auf den Verpackungen
Zukünftig steht zum Vergleich der Lampen nicht mehr die elektrische Leistung in Watt im Vordergrund, sondern die Nennung des Lichtstroms in Lumen. „Im Gegensatz zur Glühlampe sind die physikalischen Vorgänge zur Lichterzeugung bei diesen neuen Lampen sehr unterschiedlich. Die Angabe der Wattzahl besitzt deshalb für das von diesen Lampen erzeugte Licht keine Vergleichskraft mehr“, sagt Karl Blum.
Der Lichtstrom in Lumen gibt die von der Lampe in den gesamten Raum abgestrahlte Lichtmenge an: Je mehr Lumen, desto mehr Licht. Die zweite wichtige Neuerung ist, dass die Bezeichnung „Energiesparlampe“ nur noch Lampen der Energieeffizienzklasse A, also LED-​Lampen oder Kompaktleuchtstofflampen, tragen dürfen. Der auf der Verpackung angegebene Wert der Energieeinsparung gegenüber einer Glühlampe muss exakt und nachprüfbar sein. Entspricht eine Lampe nicht der Effizienzklasse A, wie beispielsweise Halogenglühlampen, dann darf auf der Verpackung die prozentuale Energieeinsparung nicht mehr angegeben werden.
Doch nicht nur diese Angaben sollen mehr Transparenz in die Produktvielfalt bringen. Alle nachfolgend genannten Angaben auf der Lampenverpackung, die ab 1. September zur Pflicht werden, sollen dem Verbraucher die Produktauswahl erleichtern.
Energie-​Label: Energieeffizienzklasse der Lampe. Die Skala reicht von A (bester Wert) bis G (schlechtester Wert).
Lumen (lm): Gibt den Lichtstrom an, also „wie hell“ eine Lampe ist.
Watt (W): Elektrische Leistungsaufnahme („Stromverbrauch“) der Lampe im Betrieb.
Vergleichswert (W): Zeigt an, welcher klassischen Glühlampe diese Leistungsaufnahme entspricht.
Lebensdauer: Nennlebensdauer der Lampe in Stunden und Jahren (bei drei Stunden Betrieb pro Tag).
Schaltzyklen: Gibt an, wie oft eine Lampe ein– und ausgeschaltet werden kann, ohne Schaden zu nehmen
Lichtfarbe (K): Gibt die Farbtemperatur in Kelvin an, also ob das Licht warmweiß (2700 K bis 4000 K), neutral (4000 K-​6500 K) oder kaltweiß (über 6500 K) ist.
Anlaufzeit: Gibt den Zeitraum an, den eine Lampe benötigt um 60% des angegebenen Lichtstroms zu erreichen.
Dimmereignung: Gibt an, ob eine Lampe für den Dimmerbetrieb geeignet ist.
Hg (mg): Zeigt an, ob und wenn ja, wie viel Quecksilber in mg eine Lampe enthält.
Web-​Adresse: Falls die Lampe Quecksilber enthält, wird die Internetseite genannt, die über die fachgerechte Entsorgung informiert beziehungsweise erklärt, was bei versehentlichem Glasbruch der Lampe zu tun ist.
Alle Informationen, die auf der Verpackung abgedruckt sind, müssen von den Herstellern auch auf frei zugänglichen Internetseiten publiziert werden. Hier können außerdem zusätzliche Informationen abgerufen werden - wie Angaben über die Farbwiedergabe oder den elektrischen Leistungsfaktor der Lampe.
Versand– und Online-​Handel: Abmahnung droht
Bei Haushaltslampen, die über den Versandhandel oder in Online-​Shops vertrieben werden, hat der Verbraucher keine Möglichkeit, die vom Hersteller auf der Verpackung angebrachten Kennzeichnungen vor dem Kauf zu lesen. Die Verpflichtung, alle erforderlichen Angaben zur Verfügung zu stellen, hat hier der Händler.
Bei Angeboten von kennzeichnungspflichtigen Haushaltslampen in Katalogen oder in Online-​Shops muss der Händler sicherstellen, dass Kaufinteressenten vor einer rechtswirksamen Bestellung alle auf der Originalverpackung angebrachten Angaben zur Kenntnis nehmen können, die Einfluss auf seine Kaufentscheidung haben könnten. „Kommt der Händler dieser Verpflichtung nicht nach, läuft er Gefahr, von Wettbewerbern kostenpflichtig abgemahnt zu werden“, warnt Karl Blum.

Detaillierte Informationen zum „EU–Glühlampenverbot“ und zur erweiterten Kennzeichnungspflicht sind in der IHK–Publikation „Aus der Fassung“ nachzulesen. Ein darin enthaltenes Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe. Die Broschüre kann kostenlos von der IHK–Internetseite www​.ost​wuert​tem​berg​.ihk​.de heruntergeladen werden (Dokument ID p1167).
 

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  1. Lampen Vergleich
    Interessanter Bericht. Dann ist ja jetzt endlich ein vernünftiger Lampen Vergleich möglich.
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Die IHK Ostwürttemberg informiert: Lumen-​Angabe im Vordergrund /​Erweiterte Kennzeichnungspflicht für Haushaltslampen

Am 1. September tritt die zweite Stufe der Verordnung (EG) Nr. 244/​2009 der Europäischen Kommission in Kraft. Klarglas-​Glühlampen der Leistungsstufe 75W gibt es dann nicht mehr zu kaufen. Gleichzeitig wird europaweit eine umfassendere Kennzeichnung für Lampen zur Pflicht, die Verbrauchern den Vergleich der unterschiedlichen Produkte erleichtern soll.

OSTWÜRTTEMBERG (IHK). Bereits vor einem Jahr hat diese als „EU–Glühlampenverbot“ bezeichnete Verordnung für Aufsehen gesorgt. Am 1. September 2009 trat die erste Stufe dieses Regelwerkes in Kraft, die alle Mattglas-​Glühlampen sowie Klarglas-​Glühlampen mit mehr als 75 W Leistung europaweit aus den Verkaufsregalen und damit langfristig aus den Lampenfassungen verbannte. Nun geht es um 75-​Watt-​Birnen, und die am häufigsten gekaufte 60-​W-​Glühlampe hat auch nur noch eine Galgenfrist bis zum 1. September 2011.
Mit dem Inkrafttreten der vierten Stufe der Verordnung am 1. September 2012 werden dann bis auf wenige Sondertypen alle Glühlampen vom Markt verschwunden sein. Alle Lampen, die sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der jeweiligen Verordnungsstufe schon im Handel oder beim Verbraucher befinden, dürfen weiterhin verkauft beziehungsweise betrieben werden.
Doch auch ohne die liebgewonnenen Glühlampen muss es in europäischen Wohnzimmern nicht dunkel werden. „Die Hersteller haben sich schon lange darauf eingestellt und bieten zwischenzeitlich eine Fülle hocheffizienter Ersatzprodukte an, die einerseits in die vorhandenen Fassungen passen und andererseits durchaus auch ästhetischen Ansprüchen genügen“, erklärt Karl Blum, Leiter des Geschäftsbereichs Technologie und Innovation bei der Industrie– und Handelskammer. Die neuen Energiesparlampen sind zwar in der Regel bei der Anschaffung teurer als die alten Glühlampen, dafür sparen sie aber jede Menge Strom beim Betrieb.
„Eine moderne Kompaktleuchtstofflampe mit einer Leistungsaufnahme von 11 Watt spendet beispielsweise annähernd so viel Licht wie eine herkömmliche 60-​W-​Glühlampe. Bei einer angenommenen Brenndauer von nur zwei Stunden pro Tag spart man damit übers Jahr knapp sieben Euro an Stromkosten“, rechnet Karl Blum vor. „Und über die gesamte Lebensdauer dieser Lampe von rund 15 000 Stunden kommen somit sage und schreibe rund 140 Euro an Stromkosteneinsparung zusammen.
Außerdem wäre in dieser Zeit rund 15 Mal Ersatzbeschaffung für die Glühlampe nötig gewesen,“ so Blum weiter. Für ihn macht es deshalb auch keinen Sinn, unbedingt an der Glühlampe festzuhalten und jetzt die auslaufenden Lampentypen in größeren Mengen zu hamstern. Mit einer Ausnahme: Wer beispielsweise seiner Original Wagenfeld-​Leuchte von 1924 keinen energiesparenden Ersatz zumuten will, weil er die Einheit des Designs von Lampe und Leuchte gestört sieht, dem empfiehlt Blum allerdings, sich rechtzeitig einen entsprechenden Vorrat an passenden Glühlampen zuzulegen.
Umfassendere Informationen
für die Kunden auf der Verpackung
Zum 1. September 2010 tritt nun auch eine erweiterte Kennzeichnungspflicht in Kraft, die dem Verbraucher die Orientierung in dem zunehmend verwirrenden Angebot der unterschiedlichsten Lampentypen erleichtern soll. Die für den Verbraucher wichtigsten Neuerungen betreffen die Angabe der Lichtleistung und die Bezeichnung „Energiesparlampe“ auf den Verpackungen
Zukünftig steht zum Vergleich der Lampen nicht mehr die elektrische Leistung in Watt im Vordergrund, sondern die Nennung des Lichtstroms in Lumen. „Im Gegensatz zur Glühlampe sind die physikalischen Vorgänge zur Lichterzeugung bei diesen neuen Lampen sehr unterschiedlich. Die Angabe der Wattzahl besitzt deshalb für das von diesen Lampen erzeugte Licht keine Vergleichskraft mehr“, sagt Karl Blum.
Der Lichtstrom in Lumen gibt die von der Lampe in den gesamten Raum abgestrahlte Lichtmenge an: Je mehr Lumen, desto mehr Licht. Die zweite wichtige Neuerung ist, dass die Bezeichnung „Energiesparlampe“ nur noch Lampen der Energieeffizienzklasse A, also LED-​Lampen oder Kompaktleuchtstofflampen, tragen dürfen. Der auf der Verpackung angegebene Wert der Energieeinsparung gegenüber einer Glühlampe muss exakt und nachprüfbar sein. Entspricht eine Lampe nicht der Effizienzklasse A, wie beispielsweise Halogenglühlampen, dann darf auf der Verpackung die prozentuale Energieeinsparung nicht mehr angegeben werden.
Doch nicht nur diese Angaben sollen mehr Transparenz in die Produktvielfalt bringen. Alle nachfolgend genannten Angaben auf der Lampenverpackung, die ab 1. September zur Pflicht werden, sollen dem Verbraucher die Produktauswahl erleichtern.
Energie-​Label: Energieeffizienzklasse der Lampe. Die Skala reicht von A (bester Wert) bis G (schlechtester Wert).
Lumen (lm): Gibt den Lichtstrom an, also „wie hell“ eine Lampe ist.
Watt (W): Elektrische Leistungsaufnahme („Stromverbrauch“) der Lampe im Betrieb.
Vergleichswert (W): Zeigt an, welcher klassischen Glühlampe diese Leistungsaufnahme entspricht.
Lebensdauer: Nennlebensdauer der Lampe in Stunden und Jahren (bei drei Stunden Betrieb pro Tag).
Schaltzyklen: Gibt an, wie oft eine Lampe ein– und ausgeschaltet werden kann, ohne Schaden zu nehmen
Lichtfarbe (K): Gibt die Farbtemperatur in Kelvin an, also ob das Licht warmweiß (2700 K bis 4000 K), neutral (4000 K-​6500 K) oder kaltweiß (über 6500 K) ist.
Anlaufzeit: Gibt den Zeitraum an, den eine Lampe benötigt um 60% des angegebenen Lichtstroms zu erreichen.
Dimmereignung: Gibt an, ob eine Lampe für den Dimmerbetrieb geeignet ist.
Hg (mg): Zeigt an, ob und wenn ja, wie viel Quecksilber in mg eine Lampe enthält.
Web-​Adresse: Falls die Lampe Quecksilber enthält, wird die Internetseite genannt, die über die fachgerechte Entsorgung informiert beziehungsweise erklärt, was bei versehentlichem Glasbruch der Lampe zu tun ist.
Alle Informationen, die auf der Verpackung abgedruckt sind, müssen von den Herstellern auch auf frei zugänglichen Internetseiten publiziert werden. Hier können außerdem zusätzliche Informationen abgerufen werden - wie Angaben über die Farbwiedergabe oder den elektrischen Leistungsfaktor der Lampe.
Versand– und Online-​Handel: Abmahnung droht
Bei Haushaltslampen, die über den Versandhandel oder in Online-​Shops vertrieben werden, hat der Verbraucher keine Möglichkeit, die vom Hersteller auf der Verpackung angebrachten Kennzeichnungen vor dem Kauf zu lesen. Die Verpflichtung, alle erforderlichen Angaben zur Verfügung zu stellen, hat hier der Händler.
Bei Angeboten von kennzeichnungspflichtigen Haushaltslampen in Katalogen oder in Online-​Shops muss der Händler sicherstellen, dass Kaufinteressenten vor einer rechtswirksamen Bestellung alle auf der Originalverpackung angebrachten Angaben zur Kenntnis nehmen können, die Einfluss auf seine Kaufentscheidung haben könnten. „Kommt der Händler dieser Verpflichtung nicht nach, läuft er Gefahr, von Wettbewerbern kostenpflichtig abgemahnt zu werden“, warnt Karl Blum.

Detaillierte Informationen zum „EU–Glühlampenverbot“ und zur erweiterten Kennzeichnungspflicht sind in der IHK–Publikation „Aus der Fassung“ nachzulesen. Ein darin enthaltenes Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe. Die Broschüre kann kostenlos von der IHK–Internetseite www​.ost​wuert​tem​berg​.ihk​.de heruntergeladen werden (Dokument ID p1167).
 

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  1. Lampen Vergleich
    Interessanter Bericht. Dann ist ja jetzt endlich ein vernünftiger Lampen Vergleich möglich.
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