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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 20. August 2010

Drei junge Gmünderinnen machen sich auf, in Ellen Dietrichs Kinderheim in Nepal zu arbeiten

Endlich fertig. Jessica Wolf, Lena Sachsenmaier und Miriam Rodi haben das Abitur in der Tasche und den Kopf voller Träume und Hoffnungen. Ihr erstes großes Vorhaben führt sie in Ellen Dietrichs Kinderheim in Nepal.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Die jungen Damen kennen sich seit der fünften Klasse im Parler-​Gymnasium. Seit der Siebten sind sie Freundinnen — das ist die Art Freundschaft, die in dieser Selbstverständlichkeit, Vertrautheit und Beständigkeit fast immer jungen Leuten vorbehalten ist. Die drei wussten seit geraumer Zeit, dass sie nach der Schule zunächst Pause machen wollen vom Lernen — die Nase nicht in Bücher, sondern ins Leben stecken. Afrika, Amerika, Asien — zunächst war nicht einmal klar, welchen Kontinent sie wählen würden, um etwas von der Welt zu sehen. Sehr schnell freilich waren sie sich einig darin, „nicht nur zu reisen, uns nicht nur zu vergnügen“, wie es Lena Sachsenmaier formuliert: Sie wollten mithelfen, irgendwie, irgendwo. Einfach dazu beitragen, dass ein bisschen von dem, was falsch ist, richtig wird.
Über einen Zeitungsbericht haben sie dann von Ellen Dietrich und ihrer Arbeit erfahren — siehe rechts. Im „Haus der Hoffnung“ ist alles enthalten, was sie sich von ihrem „Auslandseinsatz“ erhofft haben, sogar der Gmünder Bezug ist da.
Am 5. September geht’s los. Mindestens vier Monate wollen sie unterwegs sein; zunächst haben sie zugesagt, zwei Monate mit Dietrichs Waisen zu arbeiten — mit der Option allerdings, zu verlängern, wenn sie das Gefühl haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Ansonsten geht’s nach Indien, oder weiter durch den nepalesischen Winter.
Weihnachten daheim — das ist mit einem großen Fragezeichen verbunden. Lena Sachsenmaier und Miriam Rodi haben sich ab Februar für ein freiwilliges soziales Jahr verpflichtet — Miriam, die sich vorstellen kann, Biologie oder Medizin zu studieren, will in einer Dialysepraxis aushelfen, Lena wird bis zum Semesterbeginn 2011 im Altenpflegeheim Spital arbeiten. Jessica will die restliche Zeit bis zum Studienbeginn ein Praktikum absolvieren. Bis dahin freilich wartet das große Abenteuer auf sie — die Fotos und die Erzählungen Ellen Dietrichs haben richtig Lust gemacht auf das Land und auf die Aufgabe, die dort auf sie wartet.
Ein bisschen nervös sind sie schon. Sie wissen, dass sie Armut, Krankheit und Elend erleben werden, die sie sich bis jetzt nicht wirklich vorstellen können. Sich einzufinden in ein so fremdes Land wird nicht einfach, zudem fürchten sie Sprachschwierigkeiten: Wie sollen sie mit den Dreijährigen sprechen, die kaum ihre eigene Sprache beherrschen? Für alle drei ist es zudem das erste Mal, dass sie so lange weg sind von daheim; zwei der jungen Damen lassen einen Freund zurück - und die Jungs sind naturgemäß nicht eben begeistert von der Aussicht, das Schätzle so lange entbehren zu müssen. Allein, sie akzeptieren diese Entscheidung, die ja bereits vor geraumer Zeit gefallen ist. Auch die besorgten Eltern legen den Mädels keine Steine in den Weg. Wer so etwas durchsteht, ist fürs Leben gestärkt.
 

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