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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 20. August 2010

Informationstreffen über das kooperative Auswahlverfahren für die Gestaltung der Bahnhofs-​Unterführung im Rathaus

Zu einem Informationstreffen über das kooperative Auswahlverfahren für die Gestaltung der Bahnhofs-​Unterführung hatte die Stadtverwaltung gestern Gmünder Designer in den großen Saal des Rathauses eingeladen. Von Manfred Laduch

SCHWÄBISCH GMÜND. Baubürgermeister Julius Mihm hieß die Interessenten willkommen und erläuterte die Vorgeschichte der Aufgabe. Der Gemeinderat habe sich mehrheitlich für die Verlängerung der bestehenden Unterführung und gegen einen über den Gleisen verlaufenden Steg entschieden.
Anforderung des Gestaltungswettbewerbs sei, dass keine „Röhre“ entstehen solle, sondern „eine Art tiefergelegtes Foyer“. Deshalb komme auch kein „schnell zu säuberndes Badezimmer“ in Frage. Es gehe darum, Bahnreisenden attraktive Entscheidungshilfen für ihren Weg anzubieten.
Aus den einzureichenden Vorschlägen wird eine Jury sechs bis acht auswählen und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorlegen. Damit dieser dann umgesetzt werden kann, müssen teilnehmende Designer bereits jetzt mit einem Architekturbüro zusammenarbeiten, weshalb bei der Fragerunde gestern beide Berufsgruppen im Rathaus vertreten waren.
So stimmte Baudezernent Mihm der Aussage von Architekt Tilo Nitsche zu, dass man „die Röhre“ nicht isoliert betrachten dürfe, sondern durchaus auch Ideen für die anschließenden Treppenaufgänge entwickeln könne.
Wenig Hoffnung machte Tiefbauamtsleiter Jupp Jünger einem Designer, der nach der Möglichkeit fragte, natürliches Licht in die Unterführung zu bringen: Der Bremsstaub der Züge habe sich anderswo als so aggressiv erwiesen, dass Lichtkuppeln innerhalb kürzester Zeit stumpf und braun würden. Außerdem sei die Abstimmung solcher Eingriffe mit der Bahn äußerst kompliziert.
Die Frage, ob man ein bestimmtes graphisches Orientierungssystem einbinden müsse, verneinte Julius Mihm. Es wäre allerdings wohl sinnvoll, für entsprechende von der Bahn verwendete Schilder im Entwurf Platzhalter vorzusehen.
Überrascht war Mihm von der Frage, wie vandalismussicher die Gestaltung ausfallen müsse („Wie oft wollen Sie’s renovieren?). Dieses Thema, so der Bürgermeister, habe in der Diskussion des Gemeinderates kaum eine Rolle gespielt. Es sei sicher kein Fehler, dieses Thema bei den Überlegungen nicht auszuschließen. Es stehe aber nicht im Mittelpunkt.
Kritisch setzten sich die Designer und Architekten mit dem „Anreiz zur Teilnahme“ auseinander. Angesichts der geforderten weit ausgearbeiteten Pläne und eines Projektvolumens von 900 000 Euro seien 2000 Euro nicht kostendeckend. Das sehe man auch bei der Stadt so, beruhigte der Baudezernent. Die Ausschreibung sei in Zeiten großer Finanzprobleme entstanden. Inzwischen habe man den Betrag auf 4000 Euro erhöht. Diejenigen, deren Konzept umgesetzt werde, würden selbstverständlich für die Bauaufgaben nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure bezahlt.
Jupp Jünger gab noch die Zeitplanung bekannt. Das Jahr 2011 werde wohl für die Abstimmungen mit dem Eisenbahnbundesamt benötigt. Der Baubeginn sei für Frühjahr/​Sommer 2012 vorgesehen. Bei einem Jahr Bauzeit könne die Gestaltung 2013 beginnen – also rechtzeitig vor dem Start der Landesgartenschau.
Abschließend bemerkte Bürgermeister Mihm, dass er schon mit etwas größerer Beteiligung der Designer gerechnet hätte. Dass dem nicht so war, könnte auch mit der Kritik einiger Büros an mehreren Details des Verfahrens liegen. Einen gesonderten Bericht dazu finden Leser der Rems-​Zeitung heute auf Seite 16.
 

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