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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 23. August 2010

Die bisher in Gmünd tätige Seelsorgerin tritt in Lorch-​Waldhausen eine neue Pfarrstelle an

Mehrere Jahre war Pfarrerin Dr. Viola Schrenk in Schwäbisch Gmünd tätig, unter anderem seit September 2007 als „Pfarrerin zur Dienstaushilfe beim Dekan“ mit Teilauftrag in der Augustinusgemeinde und der Hochschulseelsorge. Nun wird sie eine feste Pfarrstelle in Lorch-​Waldhausen annehmen.

SCHWÄBISCH GMÜND (kos). Am Sonntag verabschiedete sich die evangelische Gemeinde im Gottesdienst in der Augustinuskirche von ihr und beim sich anschließenden kleinen Stehempfang im Augustinerinnenhof.
In ihrer Abschiedspredigt ging Viola Schenk nach dem Predigttext aus der Apostelgeschichte auf den richtigen oder falschen Weg im Leben ein. Dabei verglich sie das mit einem Menschen, der sich verfährt und zu einer Wende angehalten wird. Manchmal gelinge das sehr schnell, manchmal sei es schwierig. Sie ging auf den Apostel Paulus im Predigttext ein, der ein Beispiel für eine totale Kehrt-​Wende sei, der sich als fanatischer religiöser Fundamentalist in den Dienst der Verfolgung der Christen stellte und den dann aber aus heiterem Himmel die Erkenntnis treffe, dass er sich auf dem Holzweg befinde und dass der neue Weg der Christen der richtige sei. Seine Welt wäre zusammengebrochen. All seine Energie habe er in den falschen Weg investiert. Saulus-​Paulus komme aus eigener Kraft nicht mehr weiter. Er sei auf Hilfe angewiesen.
Damit komme in die Bekehrungsgeschichte des Paulus eine andere Geschichte mit hinein. Es sei die Geschichte des aufrechten Christen Hannanias, der den Auftrag bekommt, denjenigen, der die Christen und damit nicht zuletzt ihn selbst und seine Familie vernichten wollte, als Mitchristen und Bruder im Namen Jesu anzunehmen und ihm damit eine Chance zu geben. Hannanias habe sich damit auseinandersetzen müssen, dass Gott etwas von ihm verlangte, was er absolut nicht wollte. Doch: „Er überwindet seine menschlich verständlichen Zweifel. Er reicht dem ehemaligen Verfolger die Hand — im Namen Jesu.“
„Versöhnung beruht auf Gegenseitigkeit“
Pfarrerin Schrenk weiter: Nicht immer sei es möglich, anderen die Hand zu reichen. Es könne passieren, dass die ausgestreckte Hand zurückgewiesen wird. Doch die Versöhnung unter den Menschen beruhe auf Gegenseitigkeit. Und Vergebung im Vollsinn gehe nicht ohne die aufrichtige Bitte um Vergebung. Aber auch wenn die Bitte um Vergebung ausgesprochen sei, wäre es unter Menschen immer noch schwer genug, ihr nachzukommen. Aber Menschen könnten über sich hinaus wachsen und Zweifel und Zumutungen überwinden und dadurch selbst weiterkommen. Viele würden denken, sie hätten als Christinnen und Christen nicht genügend Fähigkeiten, auf andere zuzugehen, andere zu stärken. „Aber wir dürfen mit Hannanias darauf vertrauen, dass Gott den Weg ebnet, auf den er uns schickt. Dass er uns Mut und Kraft schenkt, die Zumutungen zu überwinden, wenn wir ihn darum bitten.“
Nach der Predigt, dem Vaterunser und einem Lied der Gemeinde wurde Pfarrerin Dr. Viola Schrenk dann von Dekan Immanuel J.A. Nau, Kirchengemeinderätin Ulrike Gatter, verabschiedet. Die scheidende Pfarrerin selbst hob in einem Abschiedswort hervor, sie sei dankbar für die Gemeinschaft, die sie in den vergangenen Jahren vielfach erlebt habe, z.B. für die gottesdienstliche Gemeinschaft oder für die Gemeinschaft in der Hochschulgemeinde, wie auch in der Schule oder Erwachsenenbildung. „Und dankbar bin ich vor allem auch dafür, dass ich hier in und um Schwäbisch Gmünd die Möglichkeit erhielt, mich in verschiedensten Bereichen mit einzubringen und zu entfalten.“
Und diese Möglichkeiten habe ihr vor allem auch Dekan Nau erschlossen, der sie stets ermutigt, unterstützt, gefordert und gefördert habe. Nur 15 Kilometer würden sie künftig von Gmünd trennen, und so sei jeder willkommen in Waldhausen im Pfarrhaus, wo sie ab Oktober wohnen werde, oder auch im Gottesdienst, sonntags um 10 Uhr.
 

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