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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Montag, 23. August 2010

Spannende Hohenstaufen-​Vision in Göppingen lässt auch in Gmünd und Lorch aufhorchen

Eine engagierte Debatte über die Vision einer Göppinger Interessengemeinschaft dürfte gewiss auch auf die Stauferstädte Gmünd und Lorch übergreifen. Denn es geht um den Hausberg, der wie kein anderer die gemeinsame Heimatgeschichte symbolisiert. Angedacht ist ein originalgetreuer Wiederaufbau der 1525 im Bauernkrieg zerstörten Burg Hohenstaufen.

SCHWÄBISCH GMÜND/​GÖPPINGEN (hs). In der Nachbarstadt Göppingen wird die Diskussion zwischen Experten, kommunalen Entscheidungsträgern und auch in den Leserbriefspalten mit viel Herzblut geführt. Es gibt sowohl eine flammende Befürwortung der Idee, als auch ein energisches Abwinken, auch angesichts der Kosten eines solchen Projekts, das etliche Millionen Euro in Anspruch nehmen dürfte. Andererseits hat ja gerade in Schwäbisch Gmünd ein heimatverbundener Mäzen aus Göppingen vorgemacht, welches ideelle und auch finanzielle Potenzial freigesetzt werden kann, wenn sich private Stiftungen um geschichtsträchtige Orte kümmern: Fabrikant Hans Bader hatte die Burgruine Rechberg erworben, um die stark gefährdete Stauferburg mit Millionenaufwand zu sichern, dort einen Dokumentationsraum mit Aussichtsplattform und schützende Dachkonstruktionen zu errichten. Zunächst nicht unumstritten, weil die Romantik der überwucherten und zerfallenen Ruine als gefährdet betrachtet wurde, gelten die Maßnahmen heute als glückliche Rettungsaktion und gelungene Erschließung von Burg Hohenrechberg für Bürger und Touristen. Jetzt hat sich in Göppingen eine neue Interessengemeinschaft von Geschäftsleuten, Historikern und anderen geschichtsinteressierten Bürgern gebildet. Ihr Ziel: Das Bewusstsein für die Staufer und ihre Bedeutung für die europäische Geschichte stärken. Ihre Vision: Wiederaufbau und Rekonstruktion der Staufer-​Stammburg auf dem Hohenstaufen. Von dort ging im Mittelalter, das von Kriegen und Kleinstaaterei geprägt war, nicht nur das allererste Bemühen um ein vereintes Europa aus. Vielmehr haben viele Städte und Gemeinden im Stauferland dieser Dynastie und dieser Stammburg ihre Gründung zu verdanken. Gmünd ist sogar die älteste Stauferstadt. In Lorch wurde mit dem Kloster die Grablege der Staufer geschaffen. Die Vision des Wiederaufbaus basiert auf der Idee, neben dem Geschichtsbewusstsein auch einen Motor für die Touristik zu schaffen, der pro Jahr gut eine Million Besucher auf den Hohenstaufen und damit auch nach Göppingen, Gmünd und Lorch locken könnte. Spenden, Stiftungen und Organisationen könnten das Projekt finanzieren. Auch an eine Sesselbahn, vergleichbar mit der in Degenfeld leider abgebauten, wird bereits gedacht, welche die Besucher von einem Parkplatz an der Klepperle-​Trasse bei Maitis in einer absolut aussichtsreichen und atemberaubenden Fahrt auf den Bergkegel befördern könnte. Die Reaktionen in Göppingen könnten unterschiedlicher nicht sein. OB Guido Till zeigt sich fasziniert, verweist auf laufende Bemühen, den Hohenstaufen aus dem bisherigen Dornröschenschlaf zu holen. Die Vision des Wiederaufbaus der Burg könnte laut Till zu einer Arbeitsgrundlage werden, um das Thema weiterzuentwickeln. „Ich finde, man sollte diese Idee nicht schon im Keim ersticken“, meint Till in einem Interview in der „Stuttgarter Nachrichten“ im Hinblick auf Kritiker. u. a. der Göppinger Kreisarchäologe und Hohenstaufen-​Kenner Dr. Reinhard Rademacher winkt ab: Man wisse ja nicht mal genau, wie die Burg vor ihrer Zerstörung 1525 ausgesehen habe. Und er warnt vor der Gefahr eines Disneylands im Stauferland.
 

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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 23. August 2010

Spannende Hohenstaufen-​Vision in Göppingen lässt auch in Gmünd und Lorch aufhorchen

Eine engagierte Debatte über die Vision einer Göppinger Interessengemeinschaft dürfte gewiss auch auf die Stauferstädte Gmünd und Lorch übergreifen. Denn es geht um den Hausberg, der wie kein anderer die gemeinsame Heimatgeschichte symbolisiert. Angedacht ist ein originalgetreuer Wiederaufbau der 1525 im Bauernkrieg zerstörten Burg Hohenstaufen.

SCHWÄBISCH GMÜND/​GÖPPINGEN (hs). In der Nachbarstadt Göppingen wird die Diskussion zwischen Experten, kommunalen Entscheidungsträgern und auch in den Leserbriefspalten mit viel Herzblut geführt. Es gibt sowohl eine flammende Befürwortung der Idee, als auch ein energisches Abwinken, auch angesichts der Kosten eines solchen Projekts, das etliche Millionen Euro in Anspruch nehmen dürfte. Andererseits hat ja gerade in Schwäbisch Gmünd ein heimatverbundener Mäzen aus Göppingen vorgemacht, welches ideelle und auch finanzielle Potenzial freigesetzt werden kann, wenn sich private Stiftungen um geschichtsträchtige Orte kümmern: Fabrikant Hans Bader hatte die Burgruine Rechberg erworben, um die stark gefährdete Stauferburg mit Millionenaufwand zu sichern, dort einen Dokumentationsraum mit Aussichtsplattform und schützende Dachkonstruktionen zu errichten. Zunächst nicht unumstritten, weil die Romantik der überwucherten und zerfallenen Ruine als gefährdet betrachtet wurde, gelten die Maßnahmen heute als glückliche Rettungsaktion und gelungene Erschließung von Burg Hohenrechberg für Bürger und Touristen. Jetzt hat sich in Göppingen eine neue Interessengemeinschaft von Geschäftsleuten, Historikern und anderen geschichtsinteressierten Bürgern gebildet. Ihr Ziel: Das Bewusstsein für die Staufer und ihre Bedeutung für die europäische Geschichte stärken. Ihre Vision: Wiederaufbau und Rekonstruktion der Staufer-​Stammburg auf dem Hohenstaufen. Von dort ging im Mittelalter, das von Kriegen und Kleinstaaterei geprägt war, nicht nur das allererste Bemühen um ein vereintes Europa aus. Vielmehr haben viele Städte und Gemeinden im Stauferland dieser Dynastie und dieser Stammburg ihre Gründung zu verdanken. Gmünd ist sogar die älteste Stauferstadt. In Lorch wurde mit dem Kloster die Grablege der Staufer geschaffen. Die Vision des Wiederaufbaus basiert auf der Idee, neben dem Geschichtsbewusstsein auch einen Motor für die Touristik zu schaffen, der pro Jahr gut eine Million Besucher auf den Hohenstaufen und damit auch nach Göppingen, Gmünd und Lorch locken könnte. Spenden, Stiftungen und Organisationen könnten das Projekt finanzieren. Auch an eine Sesselbahn, vergleichbar mit der in Degenfeld leider abgebauten, wird bereits gedacht, welche die Besucher von einem Parkplatz an der Klepperle-​Trasse bei Maitis in einer absolut aussichtsreichen und atemberaubenden Fahrt auf den Bergkegel befördern könnte. Die Reaktionen in Göppingen könnten unterschiedlicher nicht sein. OB Guido Till zeigt sich fasziniert, verweist auf laufende Bemühen, den Hohenstaufen aus dem bisherigen Dornröschenschlaf zu holen. Die Vision des Wiederaufbaus der Burg könnte laut Till zu einer Arbeitsgrundlage werden, um das Thema weiterzuentwickeln. „Ich finde, man sollte diese Idee nicht schon im Keim ersticken“, meint Till in einem Interview in der „Stuttgarter Nachrichten“ im Hinblick auf Kritiker. u. a. der Göppinger Kreisarchäologe und Hohenstaufen-​Kenner Dr. Reinhard Rademacher winkt ab: Man wisse ja nicht mal genau, wie die Burg vor ihrer Zerstörung 1525 ausgesehen habe. Und er warnt vor der Gefahr eines Disneylands im Stauferland.