»
Sport |
Dienstag, 24. August 2010
Fußball: WFV-Präsident schreibt an den FV Unterkochen zurück und nimmt Mitarbeiter in Schutz
(rz). Der Württembergische Fußballverband hat auf den „Offenen Brief“, den der FV Unterkochen an den WFV geschrieben hat (die RZ berichtete), reagiert. WFV–Präsident Herbert Rösch hat dem Verein zurückgeschrieben.
Führende Vorstandsmitglieder des FV Unterkochen hatten dem Verband vorgeworfen, den Fairplay-Gedanken vermissen zu lassen und hatten aus Verärgerung über diese Entscheidung, ihre
WFV–Auszeichnungen zurückgesandt.
Rösch schreibt zur nachträglich aberkannten Meisterschaft in der Bezirksliga Kocher/Rems: „Die Tatsache, dass ihrer Mannschaft zudem die Chance verwehrt blieb, über die Relegation die Landesliga zu erreichen, hat in ihrem Verein tiefe Spuren hinterlassen. Dafür habe ich Verständnis!“ Rösch meint, „obwohl die mit diesem Fall betrauten Rechtsorgane ihre Entscheidungen im Einklang mit den geltenden Ordnungen getroffen haben, bleibt auch bei mir am Ende Unbehagen!“ Allerdings sagt der
WFV–Präsident, dass die vom FV Unterkochen zitierten Grundsätze der Sportlichkeit und Fairness selbstverständlich auch beim
WFV Geltung haben und „diese nach meiner festen Überzeugung nicht dadurch verwirklicht werden, dass statuarische Regelungen, die von den Delegierten der
WFV–Mitgliedsvereine beschlossen wurden, von unseren Sportgerichten übergangen werden, um ein aus Sicht des unmittelbar betroffenen Vereins gerechtes Ergebnis herbeizuführen“. Der Verband sei sich bereits bei der Einführung der Relegation darüber im klaren gewesen, dass Einsprüche zum Saisonende hin erhebliche Probleme für die anstehenden Spiele mit sich bringen können. Es sei deshalb erforderlich gewesen, eine Regelung zu treffen, die es ermöglicht, verbindliche Auf– und Absteiger zu ermitteln, auch wenn dann nachträglich Spiele am grünen Tisch verloren gewertet werden müssen und dies dann noch zu Verwerfungen in der Tabelle führt. Die durch den Verbandstag des
WFV beschlossene Fassung des §
4, Nummer
3, der Spielordnung sei das Ergebnis ausführlicher Beratungen gewesen.
Rösch: „Es galt dabei eine Lösung zu finden, die die Interessen der betroffenen Vereine ebenso berücksichtigt wie die Tatsache, dass zum Saisonende zeitnah Rechtsklarheit herrschen muss und Spiele deshalb nicht beliebig wiederholt werden können.“ Dass es hier dann – wie im Fall des FV Unterkochen – auch zu besonderen Härten kommen kann, liege dabei leider in der Natur der Sache.
Der
WFV habe deshalb auch gründlich geprüft, ob es geboten sei, dem FV Unterkochen den Aufstieg in die Landesliga nachträglich zu ermöglichen. Sowohl Verbandsspielausschuss wie auch Präsidium seien hier der Auffassung gewesen, dass dies nicht möglich sei. Gerade für die eingetretene Konstellation sei die zitierte Regelung getroffen worden, wohl wissend, dass diesem dem betroffenen Verein je nach Ausgang des Relegationsspiels zum Vor– oder Nachteil gereichen könne.
Wörtlich schreibt Herberte Rösch: „ Der Wille des Ordnungsgebers ist hier zu respektieren. Bedenken Sie bitte, dass ein Entgegenkommen auch dazu geführt hätte, dass in der Saison
2010/
11 mit einem verschärften Abstieg in der Landesliga hätte gespielt werden müssen, dann zum Nachteil der übrigen Vereine. Ihre Kritik am Verhalten der Funktionäre ihres Bezirks erscheint mit bei allem Verständnis für ihre Enttäuschung indes nicht gerechtfertigt. Dass Sie sich so vehement und durch alle Instanzen für die Interessen ihres Vereins einsetzen ist nicht nur legitim, sondern geradezu ihre Pflicht. Die Funktionäre des Bezirks sind aber allen ihren Vereinen in gleicher Weise verpflichtet. Und ihr Handeln muss sich deshalb eben doch daran messen lassen, ob es den – nicht selbst erlassenen, sondern von den Mitgliedsvereinen beschlossenen – geltenden Regeln entspricht. Das Rechtsempfinden Einzelner darf hier gerade nicht der Maßstab sein!“
Rösch schreibt in seiner abschließenden Bewertung, dass der Verband diesen Fall dennoch zum Anlass nehmen werde, die bestehenden Regelungen kritisch zu prüfen. Ob man aber tatsächlich für die Zukunft eine bessere Lösung finden werde, mag er derzeit nicht zu beurteilen.
Noch keine Kommentare vorhanden.