Acht mobile Geschwindigkeitskontrollen /Kreisweite Kooperation der Behörden zur Bekämpfung von schweren Unfällen
Die bislang größte Kontrollmaßnahme auf den Straßen wird am morgigen Donnerstag in Zusammenarbeit von verschiedenen Behörden im Ostalbkreis durchgeführt. Auf verschiedenen Strecken werden in kürzeren Abständen insgesamt acht Geschwindigkeitskontrollen hintereinander durchgeführt.
OSTALBKREIS. Reihenkontrollen und Bündelkontrollen hießen die neuen Schlagworte, welche die Ostalbpolizei Ende Juni zur Bekämpfung von Geschwindigkeitsverstößen kreierte. Es war kein neues Instrument, das die Polizei hier erlernen musste, aber es sollte eine sinnvolle Erweiterung ihres Repertoires werden, im Kampf gegen körperliche Verstümmelung, bleibende Behinderung und den sinnlosen Unfalltod, die nach wie vor zahlreich auf unseren Straßen lauern und oft, viel zu oft einfach zu verhindern gewesen wären, indem man „einfach“ langsamer gefahren wäre.
Bei Bündelkontrollen sollten möglichst viele Zufahrtswege in einem geografischen Raum gleichzeitig kontrolliert werden, bei Reihenkontrollen sollten sich auf einem Weg von A nach B möglichst viele Kontrollen hintereinander aufreihen.
Am morgigen Donnerstag wird ein Verkehrsteilnehmer, der auf einer bestimmten Strecke durch den Ostalbkreis fährt, durch acht mobile Geschwindigkeitskontrollen fahren. Dieser vorläufige Rekord in Sachen Reihenkontrolle soll den Verkehrsteilnehmer nachhaltig zum Blick auf den Tacho animieren und ihm seine oft nur aus Versehen oder Unachtsamkeit zu hohen Geschwindigkeiten bewusst machen. Gelingt diese Einsicht beim einen oder anderen Verkehrsteilnehmer nur über den Geldbeutel, werden diese Kontrollen diesen Zweck auch erfüllen.
Sollte es für einzelne Unbelehrbare am Donnerstag mehrfach blitzen, hätte sich die Aktion aus Sicht der Polizei besonders gelohnt. Viele Unfälle würden durch angepasste Geschwindigkeiten gar nicht erst passieren, viele Verletzungen könnten in ihrer Schwere gemindert, manches Sterben verhindert werden, wenn langsamer gefahren worden wäre. Immer wenn es passiert ist, sind wir uns alle einig: es hat sich nie „gelohnt“, wegen ein paar Kilometern zu schnell gestorben zu sein, wegen ein paar Minuten vermeintlichen Zeitgewinns zum Schuldigen am Tod eines Menschen geworden zu sein.
Die Polizei ist überzeugt,
dass die Unfallzahlen
beeinflussbar sind
Jeder einzelne wäre ganz sicher ein paar Stundenkilometer weniger, ein paar Minuten Fahrdauer länger „wert“ gewesen. Mindestens die Angehörigen und die Verantwortlichen haben das schmerzlich erfahren und alle anderen wissen das auch. Die Polizei ist überzeugt, dass die Unfallzahlen beeinflussbar sind, dass die Folgen und das Leid minimierbar sind; einer der Wege geht dabei über die Reduzierung der Geschwindigkeiten.
Die Polizei kennt auch die ganze Statistik und zieht daraus nochmals Motivation: seit der Gründung des Ostalbkreises
1973 wurden allein in diesem Ostalbkreis deutlich über
60 000 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt und starben allein in diesem Ostalbkreis bis heute
1636 Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen.
Durch die alarmierend hohe Unfalldichte schwerster Verkehrsunfälle zu Jahresbeginn, als allein in den ersten drei Monaten bereits neun Menschen im Kreis den Unfalltod erleiden mussten, kam es im Juni zu einer Kooperationsübereinkunft aller Stellen, die im Ostalbkreis mit Geschwindigkeitsmessungen betraut sind. Inzwischen wurden zehn Kontrollaktionen mit bislang
47 Kontrollstellen durchgeführt.
Weitere sechs Aktionen mit derzeit geplanten
40 Kontrollstellen sollen sich in den kommenden Wochen anschließen.
An der Kontrollaktion am morgigen Donnerstag werden sich wie beschrieben neben der Polizei wieder die drei großen Kreisstädte des Ostalbkreises und das Landratsamt mit je einem Messwagen beteiligen. Dazu werden zwei der Nachbarkreise ihre Kontrollmaßnahmen in diese Reihenkontrollen integrieren.
Kommentare
Neuen Kommentar hinzufügenSchön geschrieben und am Ende geht es doch nur um Geld, eine Streckenkontrolle die die Zeit misst und daraus die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt wäre viel Sinnvoller, jedoch nicht annähernd so lukrativ.