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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 03. August 2010

Männerchor-​Ensemble von Cantate Domino, Knabenchor und St.-Michael-Chorknaben beim EKM-​Gemeindegottesdienst

Der katholische EKM–Gemeindegottesdienst im Heilig-​Kreuz-​Münster wurde in einem vollbesetzten Gotteshaus gefeiert, mit dabei die St.-Michael-Chorknaben — die „jungen Männer“ (Pfarrer Kloker) -, die mit einem Reisesegen auf große Fahrt entlassen wurden.

SCHWÄBISCH GMÜND (ry). Auch die „gestandenen Männer“ vom Männerchor-​Ensemble Cantate Domino waren gekommen – meist Ehemalige des Knabenchores, unter ihnen OB Richard Arnold und EKM–Geschäftsführer Klaus Stemmler
Die beiden Dirigenten, Harald Elser und Fred Eberle, spielten sich vokal die Bälle zu. An der Orgel brillierte Susanne Rott, die auch mit „Grand Choeur“ von Théodore Dubois genauso majestätisch-​hymnisch die Liturgie eröffnete wie sie diese mit „Final“ der 1. Orgelsymphonie von Louis Vierne beschloss, dank der französischen Möglichkeiten der Klais-​Orgel in typischer Registrierung samt Schweller-​Nutzung.
Neben den Gemeindeliedern aus dem „Gotteslob“ gab es Gesänge aus Taizé, Gregorianik und chorische Originalliteratur. In der Spannung von vierstimmig gemischten Knaben– und volltönendem Männerchor ergab sich ein vielschichtiges Singen. Man spürte den Chören die geistliche Ausrichtung und das spirituelle Zuhause im Gotteshaus ab.
Das Miteinander der Chöre und Gemeinde wurde schon im Kyrie gestaltet: gregorianisch von Cantate Domino und in der bogenhaft gespannten Ausführung des Knabenchores in der Missa para choro mixto von Jaime Padrós (*1926) aus dem Jahre 1959, liturgisch feinsinnig komponiert (wie später im jubelnden Sanctus).
Die beiden Taizé-​Gesänge von deren Hauskomponisten Jacques Berthier, „Laudate omnes gentes“ und „Meine Hoffnung und meine Freude“, maßen sich nicht am fließend-​betenden Topos von Taizé, sondern wurden von Fred Eberle choreigen gedeutet mit Betonungen und Fermaten, so auch das Alleluja des Dumisian Abraham Maraier — leider nicht nach dem Evangelium wiederholt.
Die Predigt von Münsterpfarrer Robert Kloker zentrierte die alttestamentliche Lesung aus Kohelet 1: Alles ist Windhauch (in Luthers Übersetzung aus dem Prediger Salomos: Alles ist eitel). Ferien, Ausspannen, Muße sollen nicht schlechtgeredet werden, sondern der Bibeltext soll zum Nachdenken anregen: Wer wird das Erbe bekommen, wenn das letzte Hemd keine Taschen hat? Vorsorge ja, aber das Leben ist mehr. Gefragt ist der Abstand zur Wirklichkeit, ein tiefer Hinschauen, der Halt, den sich der Mensch nicht selbst schaffen kann. Der Aufruf heißt: Fürchtet Gott! Habt Ehrfurcht vor dem Anfang und dem Ende, der Würde und Unantastbarkeit des Lebens mit dem Vierklang sorgen, fürchten, achten, anerkennen. Das Leben ist mehr, weil es in Gott gründet. Ein Leben aus dem Glauben ermöglicht den nötigen Abstand, auch das Genießen, das beiseite Schieben der Sorgen, denen man sich nicht unterordnen dürfe. Deshalb sind Ferien ein Geschenk: der Entspannung, der sommerlichen Unbeschwertheit, die für den Rest des Jahres beflügeln mögen. Das hat jeder nötig, weiß Kohelet. Das gregorianische Credo III folgte zwischen der Männerschola und der Gemeinde, beim Teil der Menschwerdung Jesu, dem „Et incarnatus est“, sangen die St. Michael-​Chorknaben ergreifend die Komposition von Colin Mawby (*1936). Zur Kommunion intonierte Cantate Domino das strukturiert strömende „Adoramus te“ von Orlando di Lasso. Der Höhepunkt gemeinsamen Jubels war das deutsche „Te Deum“: „Großer Gott, wir loben dich“ — im bekannten hymnischen Satz von Karl Norbert Schmid, bei dem beide Chöre mit zeilenweisen Einwürfen den Glanz krönten. Beifallsdank bekamen nicht nur die Chöre, sondern auch Susanne Rott für ihr prächtiges Finale an der Orgel.
 

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