Kirchenjubiläum: 125 Jahre St.-Michaels-Kirche in Abtsgmünd
Am Freitag, 3. September, feiert die katholische Kirchengemeinde St. Michael in Abtsgmünd das 125-jährige Jubiläum ihrer Pfarrkirche. Die Geschichte der Kirche reicht jedoch bis ins 13. Jahrhundert zurück. Von Wolfgang Fath
ABTSGMÜND. Der Festtag beginnt um
14 Uhr mit Kirchenführungen für Kinder und Erwachsene. Um
18 Uhr findet ein feierlicher Festgottesdienst mit Weihbischof
Dr. Johannes Kreidler statt, den der Michaels-Chor musikalisch umrahmen wird. Im Josefshaus ist eine informative Ausstellung über die Kirchengeschichte zu sehen, es wird dort und bei guter Witterung auf dem Kirchplatz mit Kaffee und Kuchen bewirtet.
Bischof Keppler aus Gmünd
nahm die endgültige Weihe vor
Die heutige Michaelskirche wurde am
3. September
1885 in Anwesenheit des damals schon erkrankten Bischofs Carl Josef Hefele von Dekan Kollmann benediziert. Die endgültige Weihe vollzog Bischof Paul Wilhelm von Keppler im April
1902. Er bezeichnete die Abtsgmünder Michaelskirche als eine der herrlichsten Landkirchen in seiner Diözese.
Um den Neubau der Kirche hat sich besonders Pfarrer Julius Walser, der von
1881 bis
1896 in Abtsgmünd als Seelsorger wirkte, verdient gemacht. Der Kostenvoranschlag für den Kirchenneubau betrug
112 500 Mark. Abtsgmünd gehörte früher zum Herrschaftsbereich des Klosters Ellwangen. In der Zeit zwischen
1200 und
1250 wurde die erste steinerne Kirche im spätromanischen Stil gebaut.
Als letzter Bauzeuge aus dieser spätstaufischen Zeit ist das Erdgeschoss des Turmes der heutigen Kirche mit spätromanischen Kapitellen übrig geblieben. Mehr als
250 Jahre lang diente dieser kleine Raum als Chor der Kirche in der Form der damals bevorzugten Chorturmkirchen mit ummauertem Friedhof als Zufluchtsstätte.
Die Kirche wurde
1377 von den Herren von Hürnheim zusammen mit der Burg Wöllstein vom Kloster Ellwangen käuflich erworben. Diese erbauten im Jahre
1472 die zweite nun spätgotische einschiffige Kirche. Die dritte Abtsgmünder Kirche auf diesem Platz entstand im Jahre
1751 unter Fürstprobst Graf Georg von Schönborn. Dabei wurde ein neues Kirchenschiff im Renaissance-Stil mit Empore gebaut. Dabei erhielt der Turm sein heutiges Aussehen.
Da die Pfarrei im
19. Jahrhundert
1700 Seelen zählte, aber in der Kirche nur
396 Sitzplätze zur Verfügung standen, stellte sich die Frage, entweder die Kirche zu erweitern oder eine neue Kirche zu bauen. Man entschied sich für einen Neubau.
Am
3. April
1883 begann der Abbruch, nur der Turm wurde erhalten. Bereits am
9. Mai
1883 begann man mit dem Neubau, wobei die benötigten Sandsteine hauptsächlich aus den Niederalfinger Steinbrüchen kamen.
Bereits im Jahr
1885 war die jetzige neugotische Kirche fertiggestellt, am Bau waren auch viele örtliche Handwerker beteiligt, leitender Werkmeister war Johann Baptist Bezler aus Dewangen. Als Dank, dass der Kirchenbau unfallfrei ablief, fand die Kirchengemeinde trotz der Mühen
1885 noch die Kraft, die Lourdeskapelle auf dem Knöckle zu errichten. In den Jahren
1984/
1985 wurde die Kirche zur
100-Jahr-Feier gründlich innen renoviert. Auch in den nächsten Jahren stehen Renovierungsarbeiten im Außenbereich an. Dazu wurde der Förderkreis zur „Sanierung unserer Pfarrkirche St. Michael“ gegründet. Der Kostenvoranschlag für den ersten Abschnitt der Sanierung beläuft sich auf rund
560 000 Euro.
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