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» Ostalbkreis | Mittwoch, 04. August 2010

Helmut Altmann zeigte das alte Handwerk in Horlachen

Im Gschwender Heimatmuseum in Horlachen konnte man Webmeister i. R. Helmut Altmann bei der Arbeit auf dem alten Bauernwebstuhl vom Brandhöfle zuschauen. Von Peter Bienat

GSCHWEND. Das Herrichten des Webstuhls, „Aufbäumen“ genannt, ist eine sehr zeitaufwendige Sache. Das Museumsteam brauchte dafür drei Vormittage. Ohne das Wissen und das Geschick von Helmut Altmann wäre es für die anderen Mitglieder des Museumsteams schwierig geworden, eine neue „Kette“ auf den Webstuhl aufzubringen, nachdem die alte Kette aufgebraucht war und zu einem hübschen Karostoff verarbeitet wurde.
Altmann und seine Helfer brachten den ungefähr 200 Jahre alten Webstuhl wieder in Ordnung. Die im Lauf der Zeit durch Fichtenholz ersetzten Teile konnten durch die Teile eines rund 250 Jahre alten eichenen Webstuhls ersetzt werden. Zunächst ging es ans Planen, wobei als Muster die Karos eines Stoffes ausgewählt wurden, der seit vielen Jahren auf der Bühne eines Bauernhauses in der Gegend lag und im Container landen sollte.
Der ausgezeichnete Erhaltungszustand des Originalstoffes zeigt deutlich, dass Leinen nicht von Insekten angefressen wird. Altmann errechnete den Garnbedarf und zeichnete die „Patrone“. Dabei handelt es sich um den genauen Plan, in welcher Reihenfolge die „Kettfäden“ auf den Webstuhl zu spannen sind. Dann werden auf dem „Schärrahmen“ die Kettfäden in der richtigen Reihenfolge und Länge aufgespannt und fixiert.
Drei Helfer nötig, um den Webstuhl betriebsbereit herzurichten
Mindestens drei Helfer braucht man, um die 15 Meter lange, vorbereitete Kette auf den Webstuhl zu bringen und auf den sogenannten „Kettbaum“ zu wickeln. Die Fäden werden noch einmal im „Reedekamm“ sortiert und dann vorsichtig auf den Kettbaum aufgewickelt. Insgesamt 546 Kettfäden werden sorgfältig durch die „Litzen“ der „Schäfte“ und das Webblatt gezogen sowie am anderen Ende des Webstuhls an eine Leiste (die am „Warenbaum“ befestigt ist) festgeknotet.
Anschließend müssen noch die Schäfte und die Tritte mit Schnüren verbunden werden, bevor es mit dem Weben losgehen kann.
 

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