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» Ostalbkreis | Mittwoch, 04. August 2010

Obst– und Gartenbauverein Waldstetten hatte gestern Nachwuchs zum Bau von Insektenhotels eingeladen

Erstmals beteiligte sich der Obst– und Gartenbauverein Waldstetten gestern am Kinderferienprogramm. Dabei ging es darum, „Hotels“ für Wildbienen und andere Nützlinge zu bauen. Von Manfred Laduch

WALDSTETTEN. „Hat jetzt jeder einen Bäbber?“ wollte Martin Mager wissen – und erhielt prompt die Antwort: „Nee, Du selbst hast keinen.“ Zum Auftakt hatte der Vorsitzende Namensschilder verteilt, damit sich alle ansprechen konnten. Schon lange habe der Verein vorgehabt, sich am Kinderferienprogramm zu beteiligen, begrüßte Mager die jungen Gäste und freute sich, dass es endlich geklappt habe und dass auch gleich 20 interessierte Kinder gekommen waren.
Dann stellte der Vorsitzende einen besonders kompetenten Mitstreiter vor: Franz-​Josef Klement, Obstbauberater des Landratsamtes. „Auch wir Erwachsenen müssen noch was lernen, und er bringt’s uns bei“, schilderte er Klements Funktion. Und, so gab Mager zu, „weil wir auch nicht alles über Wildbienen wissen.“
Dass es unter den jungen Gästen durchaus einige gab, die von dem Thema schon eine Ahnung hatten, stellte sich heraus, als Klement mit der Gruppe das „Insektenhotel“ besuchte, das in dem schön oberhalb Waldstettens gelegenen Lehr– und Versuchsgarten des Vereins aufgestellt ist. So wusste ein junger Mann, dass die Bienen für das Befruchten der Pflanzen verantwortlich sind.
Klement erklärte es genauer: Wildbienen seien deshalb so wichtig, weil sie deutlich zäher seien, als Honigbienen. Sie flögen schon bei niedrigeren Temperaturen. Und wenn die Befruchtungszeit so wie dieses Jahr in eine Schlechtwetterperiode falle, steige ihre Bedeutung noch. Außerdem seien im Moment viele Honigbienenvölker von einer Milbe befallen, wodurch noch mehr Arbeit an den Wildbienen hängen bleibe.
Im Gegensatz zu Honigbienen, die in Stöcken in großer Gemeinschaft lebten, seien Wildbienen Einzelgänger und deshalb besonders darauf angewiesen, geeigneten Unterschlupf zu finden. Außerdem dienten solche „Insektenhotels“ auch anderen Nützlingen wie der Florfliege. Und wieder wusste eines der Kinder, warum der Garten diese Nützlinge braucht: Weil sie Schädlinge wie die Blattlaus fressen.
Wolfgang Stempfle hatte dann Bretter und gelochte Ziegelsteine vorbereitet, aus denen die Kinder gemeinsam kleine Häuschen für Wildbienen bauten, die sie am Ende des Nachmittags mit nach Hause nehmen durften. Zuvor hatte es zur Stärkung der fleißigen Baumeister allerdings auch noch Kuchen gegeben. Und am Ende hatten alle Teilnehmer viel Spaß, als der Obst– und Gartenbauverein zu einer fröhlichen Runde mit Würstchen vom offenen Grillfeuer einlud.
 

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