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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 05. August 2010

Am Landgericht Koblenz läuft der Prozess gegen die Bande, der auch der Einbruch bei Quinn Scheuerle zur Last gelegt wird

Im Fall des spektakulären Einbruchs bei der Schmuckfirma Quinn Scheurle im Herbst wird nun drei Männern aus dem Kosovo im Alter von 33, 36 und 39 Jahren am Landgericht Koblenz wegen schweren Bandendiebstahls der Prozess gemacht. Zwei Frauen wurden im Juni verurteilt; sie kamen mit Bewährungsstrafen wegen Hehlerei davon. Von Gerold Bauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Die Diebesbande hat nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft einiges auf dem Kerbholz, denn die Beute aus verschiedenen Straftaten, die in ganz Deutschland verübt wurden, hat einen Wert in Millionenhöhe. Die zahlreichen Diebstahl– und Einbruchdelikte, die nun vor dem Landgericht Koblenz verhandelt werden, wurden in den Bundesländern Baden-​Württemberg, Rheinland-​Pfalz und Hessen verübt. Bislang haben sich die Angeklagten zu den Vorwürfen allerdings noch nicht geäußert.
Mit einem raschen Prozessverlauf beziehungsweise einen schnellen Urteil ist in diesem Fall nicht zu rechnen, denn die Anklageschrift ist sehr umfangreich und beschränkt sich keineswegs nur auf den spektakulären Fall in Schwäbisch Gmünd, wo über Nacht ein Traditionsbetrieb leer geräumt worden war. Auch Drogendelikte werden den Angeklagten zur Last gelegt. Der Vorsitzende Richter Ralf Bock geht deshalb davon aus, dass die Beweisaufnahme längere Zeit in Anspruch nehmen wird. „Wir wollen Tat für Tat, Komplex für Komplex abarbeiten — auch auf die Gefahr hin, dass Zeugen mehrfach gehört werden müssen“, sagte Bock. Bis ins nächste Jahr hinein stehen deshalb Verhandlungstermine im Kalender des Landgerichts Koblenz — insgesamt fast 40 Verhandlungstage sind anberaumt.
Die multi-​nationale Verbrecherbande wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, über einen Zeitraum von fast zehn Jahren in private Wohnhäuser und Schmuckgeschäfte eingebrochen zu haben. Allein bei zwei Taten in Schwäbisch Gmünd habe die Bande laut Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft Gold beziehungsweise Schmuckstücke im Wert von 1,5 Millionen Euro erbeutet. Das Aufbrechen von Panzerschränken und eine exakte Planung der Verbrechen sei eine Spezialität der Männer gewesen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz stuft die Arbeitsweise der Bande als „hochprofessionell“ ein.
Neben den Fällen in Gmünd werden der Tätergruppe in Baden-​Württemberg auch Straftaten in Pforzheim, Reutlingen, Freiburg sowie in Rottweil vorgeworfen. In Rheinland-​Pfalz erstreckte sich das kriminelle Tun auf die Orte Boppard, Neuwied, Kaifenheim, Simmern, Hermeskeil sowie Idar-​Oberstein. Im Bundesland Hessen sollen die Beschuldigten in Solms und in Wetzlar Einbrüche verübt haben.
Am Ende des Jahre 2009 ging die fünfköpfige Diebesbande ins Netz der Ermittler, die im Rahmen von Wohnungsdurchsuchungen Uhren, Schmuck, eine Schusswaffe, gefälschte Personaldokumente, illegale Drogen sicherstellten. Gefunden wurden auch Aufzeichnungen, die einen Bezug zu den besagten den Straftaten hatten.
 

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