Die Kolumbianerin Shirley Medina Monja lernt derzeit den Alltag ihres Freundes Werner Maier aus Lorch kennen
„Goodbye Deutschland“ heißt die Vox-Sendung, in der der Lorcher Werner Maier Ende Juni zu sehen war (die RZ berichtete am 2. Juli). „Welcome Deutschland“ hieß es nun am 8. Juli, als Maiers Freundin Shirley Medina Monja aus Bogotá auf dem Flughafen in Stuttgart landete – bis zum 4. Oktober wird sie noch Gelegenheit haben, die Heimat von Werner Maier kennenzulernen. Von Nicole Beuther
LORCH. Allgäu, Esslingen, Schwarzwald, Bodensee, Chiemsee, Ammersee, München, Augsburg, Würzburg – gesehen hat die Kolumbianerin schon jede Menge. Und wie gefällt es ihr? „Schönes Land“, antwortet sie auf deutsch.
Seit Juli nimmt sie Sprachunterricht bei einer Privatlehrerin, die jedoch ab Mitte August im Urlaub ist. Vielleicht, so die Hoffnung von Maier und seiner Freundin, findet sich eine neue Lehrerin. Gelernt hat Shirley Medina Monja schon einiges. Man merkt: Der Wille ist groß, diese, wenn auch „schwierige Sprache“, zu lernen.
Viele Menschen haben die zwei Vox-Sendungen, in denen Werner Maier und seine Freundin zu sehen waren, verfolgt. Oft werden die beiden, die sich über das Internet kennengelernt haben, erkannt. So wie neulich, als die beiden in Esslingen waren und ein junger Mann Werner Maier ansprach. „Hey Kollege, Dich kenn ich doch“, habe dieser zu ihm gesagt, erinnert sich der Lorcher schmunzelnd. Als nervig empfindet Maier die Small-Talks nicht, einzig die Frage „Wie geht’s weiter?“ kann er nicht mehr hören und auch nicht beantworten. „Wir wissen es noch nicht“, sagt er dann. Shirley sei derzeit hier, um sein Leben, seine Welt kennenzulernen.
„Drum prüfe, wer sich ewig binde“ – ein Satz der für die beiden Priorität hat. Denn neben den deutschen Städten, die die Kolumbianerin derzeit kennenlernt, bekommt sie vor allem Einblick in den Alltag von Werner Maier, der, wie immer, täglich zur Arbeit geht. Shirley Medina Monja nimmt währenddessen Sprachunterricht und macht Besorgungen; diese Woche war sie erstmals allein in einem Supermarkt.
Auch die Freunde des
50-Jährigen hat die Wirtschaftsingenieurin schon kennengelernt. Im Dezember möchte Werner Maier wieder nach Kolumbien fliegen (bereits das zwölfte Mal) und dort einen Monat bleiben. Wenn er wieder nach Deutschland zurückkehrt, werden sicherlich viele wieder fragen: „Wie geht’s weiter?“
Die Frage, dass es für die beiden eine gemeinsame Zukunft gibt, scheint sich nicht zu stellen. Vielmehr geht es um das Wo (Deutschland oder Kolumbien?) und das wie – Maiers Traum ist es ja, in der Touristenstadt Cartagena eine Metzgerei zu eröffnen und auf lange Sicht in Kolumbien zu leben.
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