Mischung von Ausflug und Wallfahrt beim Jahresausflug des Katholischen Frauenbundes Wißgoldingen
Als eine Mischung von Ausflug und Wallfahrt gestaltete sich der Jahresausflug des Kath. Frauenbundes Wißgoldingen am vergangenen Sonntag in die Rhön und in die Bischofsstadt Fulda. In aller Frühe begrüßte die Vorsitzende Renate Gunzenhauser im Bus die mitreisenden Damen und Herren sowie den geistlichen Begleiter, Pfarrer Klaus Stegmaier, der den Reisesegen spendete.
WALDSTETTEN-WISSGOLDINGEN
(pm). Mit einem „Lobe den Herren“ auf den Lippen fuhr man in den strahlenden Sonntagmorgen hinein. Die Fahrt ging auf der A
7 zügig nach Norden. Gegen
10 Uhr hatte man das Mittelgebirge im Grenzgebiet von Hessen, Bayern und Thüringen, Rhön genannt, erreicht. Zunächst wurde an der Fuldaquelle Halt gemacht. Am Fels, dem das kühle Nass entspringt, konnte man das Gedicht lesen:
„Hier halte Rast! Dich labt die Quelle der Fulda, die mit klarer Welle den Berggruß rauschend trägt einher, sie wächst zur Werra hingezogen, zum deutschen Strom und senkt die Wogen als Weser schiffbelebt ins Meer“
Danach ging es weiter auf den höchsten Berg der Rhön, die
950 Meter hohe Wasserkuppe, wo alle die Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang an der frischen, kühlen Höhenluft nutzten. Die Wasserkuppe gilt – ähnlich wie unser Hornberg — als Berg der Flieger, als die Geburtsstätte des deutschen Segelfluges. Auch beherbergt sie eine Wetter– und Radarstation. Auf der Höhe über den romantischen Berghängen und Ausläufern dehnen sich gewaltige „Hutflächen“, wie sie in ihrer Weite den Charakter der „Hohen Rhön“ ausmachen. Die Ausflügler wurden durch eine großartige Fernsicht, u.a. hinüber zur Milseburg (
835 m) belohnt.
Nun ging es weiter nach Ehrenberg-Wüstensachsen, wo als Überraschung eine besonders sehenswerte Lourdes-Grotte,
1966 aus Basaltsteinsäulen kunstvoll geschaffen, auf die Wißgoldinger wartete. Pfarrer Stegmaier stimmte ein Marienlied an, und weil es gerade Mittag schlug, beteten alle gemeinsam den Angelus. Jetzt war es höchste Zeit für das Mittagessen, das in einer Gaststätte in Grabenhöfchen eingenommen wurde.
Frisch gestärkt ging es weiter zum Höhepunkt des Ausflugs, zur Bischofsstadt Fulda. Mit
64 000 Einwohnern ist Fulda Kreis-, Hochschul-, Barock– und Bischofsstadt mit Bischofssitz des gleichnamigen Bistums. Zunächst wurde der prächtige Dom St. Salvator besucht. Pfarrer Stegmaier gab eine Führung durch dieses eindrucksvolle, barocke Gotteshaus mit den beiden
65 Meter hohen Zwillingstürmen. Nach den Plänen von Johann Dientzenhofer wurde der Dom
1704 bis
1712 unter Fürstabt Adalbert von Schleifras errichtet. Der barocke Neubau diente zunächst als Abteikirche der Benediktiner und Grabeskirche des hl. Bonifatius und wurde erst
1752 in den Rang einer Kathedrale erhoben.
Schließlich stiegen die Wallfahrer in die Bonifatiusgruft hinab, das Nationalheiligtum des katholischen Deutschlands. In schwarzem Marmor mit reichem Alabasterbildwerk ist hier der Bonifatiusaltar zu sehen, das Grab des ‚Apostels der Deutschen‘. Nach seinem Martertod am
5. Juni
754 in Dokkum/Friesland wurde er am
9. Juli
754 in Fulda beigesetzt. Als Wegbereiter des christlichen Abendlandes brachte Bonifatius unseren germanischen Vorfahren das Evangelium Christi und gründete die Bistümer Salzburg, Freising, Regensburg, Passau, Eichstätt, Würzburg, Erfurt und Büraberg, und wurde selbst Bischof von Mainz.
Vor dem Bonifatiusgrab stimmten die Wißgoldinger das offizielle Bonifatiuslied an, das sie bereits im Bus einstudiert hatten. Tief beeindruckt wurde noch der uralten Michaelskirche, erbaut
819 –
822, ein Besuch abgestattet. Mit ihrer aus karolingischer Zeit stammenden Rotunde und Krypta zählt sie zu den bedeutendsten mittelalterlichen Sakralbauten Deutschlands. Ein kurzer Spaziergang in den barocken Schlossgarten mit dem großen Fontainebrunnen und Ausblicken auf die Orangerie und das Stadtschloss rundeten den herrlichen Sommernachmittag ab. Schade nur, dass nicht mehr Zeit blieb, um in dieser paradiesisch anmutenden Oase der Stadt zu verweilen.
Nach einer gemeinsamen Kaffeepause wurde die Heimfahrt angetreten, die durch das gemeinsame Singen von Volks– und Fahrtenliedern aufgelockert wurde.
Beschenkt mit reichen Eindrücken eines unvergesslichen Ausfluges brachte der Busfahrer Uwe alle wohlbehalten in die Wißgoldinger Heimat zurück.
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