Regionalverband Ostwürttemberg stellt wichtige strukturelle Weichen /Weitere Windkraft-Standorte als notwendig erachtet
Die Gesamtfortschreibung des Regionalplans, Forderungen für die Verbesserungen der Schienenverkehre in Ostwürttemberg sowie die Ausweisung großer Gewerbegebiete und die Zulassung von Sandabbau wertvoller Quarzsande standen auf der Tagesordnung der Verbandsversammlung des Regionalverbands Ostwürttemberg.
OSTWÜRTTEMBERG (rv). Der Beschluss zur Gesamtfortschreibung des Regionalplans für die Region Ostwürttemberg, die Forderungen der Region zu einer weiteren Verbesserung des Schienenverkehrs sowie die Neuausweisung eines großen Gewerbegebiets in Abtsgmünd-Dettenried und der Neuaufschluss einer Quarzsandgrube in Abtsgmünd-Pommertsweiler waren Gegenstand der Beratungen des Regionalverbands Ostwürttemberg. Die Verbandsversammlung tagte in den Räumen der Hochschule in Aalen.
Da der bisherige,
1998 verabschiedete Regionalplan in die Jahre gekommen ist, soll die Fortschreibung für die kommenden
15 Jahre die wirtschaftliche Entwicklung, den Ausbau der vorzüglichen Lebensqualität und die Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung in allen Räumen der Region gewährleisten.
Menschen und Unternehmen brauchen Fläche, die über Straße und Schiene und mit dem Nahverkehr gut erreichbar ist. Die regionale Siedlungsstruktur orientiert sich daher an einem abgestuften System zentraler Orte mit besonderer Versorgungsfunktion für ihr Umland, um an den Entwicklungsachsen und im Raum die Standortqualität nach Tragfähigkeitkriterien zu sichern. Ebenso legt der Regionalplan Flächen für großflächigen Einzelhandel fest, um eine bestmögliche Versorgung der Bevölkerung in den Gemeinden zu gewährleisten.
Der Plan trägt damit zu Wachstum und Innovation bei und sorgt durch vielfältige fachtechnische Ausweisungen dafür, dass Ressourcen bewahrt und Kulturlandschaften gestaltet werden können. Nicht nur bei der Sicherung und Gestaltung der Freiraumstruktur sondern auch bei der Sicherung der Rohstoffvorkommen für deren Abbau und bei den Festlegungen für die regionale Infrastruktur geht es neben der Koordination raumbedeutsamer Ansprüche auch wesentlich um die Durchsetzung fachlicher Belange.
Beispielsweise ist für die Entnahme von Quarzsand oder Kalkstein, die immer mit besonders großflächigen Eingriffen in die Natur und das Landschaftsbild verbunden sind, ein erheblicher Abstimmungsbedarf mit anderen Nutzungen erforderlich, damit Abbauflächen für wertvolle Rohstoffe unmittelbar gesichert werden können. Das gleiche gilt für die Festlegung und Standortausweisung von Flächen für die Nutzung der Windenergie. Da die im Jahr
2002 festgelegten Vorrangflächen mittlerweile mit Windenergieanlagen belegt sind, wird hier eine weitere Ausweisung von Vorrangflächen notwendig.
Barrierefreiheit der Bahnhöfe und Verbesserung des Schienenverkehrs ebenfalls ein Thema
In einer Untersuchung durch die Firma loftwerk_D
GmbH aus Aalen hat der Regionalverband die Bahnhöfe und das Bahnhofsumfeld in der Region untersuchen lassen. Dipl.-Ing. Manfred Steinbach hat der Verbandsversammlung die Untersuchungsergebnisse präsentiert. Dabei zeigen sich Bahnstationen teilweise in einem sehr wertigen Zustand, es gibt aber auch viele vernachlässigte Anlagen. Empfohlen wird daher ein konzeptionell durchgängiger Standard bei den Bahnanlagen und dem Umfeld der Stationen. Ziel ist es, eine Bahnreise so angenehm wie möglich zu gestalten. Da eine solche Reise an der Haustür und nicht erst beim Einstieg in den Zug beginnt, muss auch der Bahnhof, sein Umfeld und der Weg dorthin angenehm gestaltet sein.
Ebenso muss die Barrierefreiheit der Bahnhöfe und der Bahnsteige zu einem selbstverständlichen Komfortmerkmal des Bahnfahrens werden. An jeder Bahnstation müssen die Möglichkeiten für Verbesserungsmaßnahmen zwischen Bahn und Kommune erörtert werden. Auf Initiative und Vermittlung des Regionalverbands Ostwürttemberg konnten insbesondere bei den kurzfristig angesetzten Umbaumaßnahmen wichtige Abstimmungen zwischen Kommunen und Bahn erreicht werden. So konnten dadurch für anstehende Umbaumaßnahmen in Böbingen, Mögglingen, Ellwangen und Jagstzell die Anliegen der Kommunen bei den derzeit durchgeführten Baumaßnahmen berücksichtigt werden. Dadurch konnten die Investitionsmittel sehr sinnvoll eingesetzt werden. Gleiches ist für die noch ausstehenden Maßnahmen seitens der Bahn und der Kommunen geplant. Wichtig ist es auch, sinnvolle Nutzungen der bahnnahen Flächen an Haltepunkten zu gestalten. Dies gilt insbesondere für die Verknüpfung der Verkehrsmittel, für Bushaltestellen, Fahrradabstellmöglichkeiten, Park-and-Ride-Plätze, aber auch für bahnnahe Gewerbeflächen. Die Koordination zwischen Bahn und Kommunen zur Verbesserung des Erscheinungsbilds und des Komforts der Bahnhöfe, aber auch zur Gestaltung des Bahnumfelds wird unter Federführung des Regionalverbands fortgeführt.
Für die Verbesserung des Schienenverkehrs in der Region hat die Verbandsversammlung des Regionalverbands einen Forderungskatalog an das Verkehrsministerium des Landes formuliert, mit dem dem Land wichtige Anliegen zur Berücksichtigung im Verkehrsvertrag zum Schienenpersonennahverkehr mitgegeben werden. Die Forderungen reichen von einer barrierefreien Gestaltung der Bahnhöfe und der Bahnsteige, bis zur Bereitstellung modernster Fahrzeuge, der Fahrradmitnahmemöglichkeit, des Fahrscheinverkaufs im Fahrzeug und der bestmöglichen Übergänge zwischen verschiedenen Angeboten des Nahverkehrs und des Fernverkehrs. Die Forderung umfasst aber auch einen durchgängigen Halbstundentakt und eine Ausdehnung der regelmäßigen Verkehre bis
24 Uhr sowie eine Erhöhung der Transportkapazitäten der Fahrzeuge. Auch diese Forderungen hat die Verbandsversammlung einstimmig beschlossen.
Die Gemeinde Abtsgmünd hat dem Regionalverband den Bebauungsplan für die Neuausweisung eines Gewerbegebiets in Dettenried-Süd im Umfang von
15,
9 ha zur Stellungnahme vorgelegt. Die Fläche befindet sich im südlichen Anschluss an ein bestehendes Gewerbegebiet und liegt in einer Wasserschutzzone. Einig war sich die Verbandsversammlung, dass Abtsgmünd für die weitere Entwicklung Gewerbeflächen benötige. Problematisiert wurden allerdings die Größenordnung und die landschaftliche Einbindung der Fläche. Die Verbandsversammlung beschloss daher die Überweisung der Angelegenheit zur Vorberatung in den Planungsausschuss.
Für eine Quarzsandgrube auf Gemarkung Pommertsweiler der Gemeinde Abtsgmünd und die Erstellung eines Rahmenbetriebsplans hatte der Regionalverband eine Stellungnahme abzugeben. Quarzsand ist ein wichtiger und seltener Rohstoff, wobei die Goldshöfer Sande für die Region und darüber hinaus eine wichtige Bedeutung haben. Daher hatte der Regionalverband keine grundsätzlichen Bedenken, dem Neuaufschluss der Quarzsandgrube zuzustimmen. Allerdings liegt auch dieses Vorhaben in einer Wasserschutzzone. Da im Hinblick auf den Schutz des Grundwassers und des Trinkwassers durch eine künftige Sandgrube unterschiedliche Begutachtungen vorlagen, überwies die Verbandsversammlung die Angelegenheit zur Vorberatung an den Planungsausschuss.
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