Ausfalltage über dem Landesdurchschnitt – 35% Anstieg bei Verletzungen und Vergiftungen
Der Krankenstand in Baden-Württemberg ist 2009 leicht gestiegen auf 2,8 Prozent. Im Ostalbkreis stieg die Zahl der Erkrankungen um 0,2 Prozentpunkte etwas stärker an.
OSTALBKREIS
(pm). Mit
3,
0 Prozent lag die Region bei den Ausfalltagen jetzt über dem Landesdurchschnitt. Damit waren an jedem Tag des Jahres von
1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern
30 krankgeschrieben, vier weniger als bundesweit. Der niedrigste Krankenstand in Baden-Württemberg wurde mit jeweils
2,
4 Prozent im Landkreis Tübingen und in Heidelberg verzeichnet, während der höchste Krankenstand in der Region Karlsruhe bei
3,
2 Prozent lag.
Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für den Ostalbkreis hervorgeht, nahmen im Vergleich zum Vorjahr die Ausfalltage bei den Atemswegserkrankungen als häufigste Diagnose um fast
14 Prozent zu. Auch bei den Verletzungen und Vergiftungen gab es einen starken Anstieg um
35 Prozent. Diese liegen nun deutlich über dem Landesdurchschnitt. Dagegen gingen die psychischen Erkrankungen entgegen dem Landestrend um
24 Prozent zurück. Auch bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen wie beispielsweise Rückenleiden gab es einen Rückgang um
14 Prozent.
„Die Höhe des Krankenstandes im Ost-albkreis zeigt, dass es in Sachen Gesundheit weitere Handlungsmöglichkeiten gibt“, kommentierte DAK-Chef Andree Rump die Ergebnisse. „Wer sich zum Beispiel richtig ernährt, entspannt und bewegt, macht einen wichtigen Schritt zu einem gesünderen Leben. Auch die Arbeitgeber können viel dafür tun, um den Krankenstand in ihrem Unternehmen möglichst niedrig zu halten. Als kompetenter Partner in Sachen betrieblicher Prävention beraten und unterstützen wir in der Region sehr gerne.“ Einen besonderen Akzent setzt die DAK in diesem Jahr mit einer speziellen Informations– und Aufklärungskampagne zum Thema Schlafstörungen.
„Es geht hier nicht um Schäfchen-Zählen und ein harmloses Lifestyle-Problem“, erklärt Rump. „In Baden-Württemberg quälen sich fast täglich mehr als
500 000 Erwerbstätige übermüdet durch ihren Arbeitsalltag. Die Menschen leisten dadurch nicht nur weniger. Sie verursachen auch mehr Unfälle und gefährden ihre Gesundheit.“
Schlafprobleme sollten medizinisch untersucht werden, wenn sie länger als einen Monat dauern, dabei mindestens dreimal in der Woche auftreten und sich störend auf den Beruf auswirken. Solche hochgradigen Schlafprobleme belasten knapp zehn Prozent der Erwerbstätigen. Dabei lassen sich bei weitem nicht alle Betroffenen ärztlich behandeln oder krankschreiben. Nach einer aktuellen DAK-Bevölkerungsbefragung kann in Baden-Württemberg fast jeder zweite Berufstätige schlecht einschlafen oder nicht durchschlafen. Wie Analysen der Krankmeldungen zeigen, sind die Ausfalltage aufgrund von Ein– und Durchschlafstörungen in Baden-Württemberg zwischen
2005 und
2009 um
22 Prozent gestiegen. Chronisch schlechter Schlaf erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Angststörungen. Außerdem kann er die Lebenserwartung verkürzen. Nach Ansicht von Experten nimmt die Bevölkerung die Gefahr chronischer Schlafstörungen nicht ernst genug. Zu oft würden längerfristig freiverkäufliche Schlafmittel eingenommen und der Arztbesuch gescheut.
Die Ursachen für Schlafprobleme sind unterschiedlich: Für
40 Prozent der Betroffenen sind Stress und Belastungen der größte „Schlafkiller“.
Dazu gehören auch Konflikte im Job, die sich angesichts der Finanz– und Wirtschaftskrise noch verstärkt haben. Jeder Vierte grübelt nachts über Ängste und Sorgen. Weitere Gründe für einen gestörten Schlaf sind Schmerzen und Lärm. „In unserer
24-Stunden-Gesellschaft mit Zeitdruck, Zwang zur Flexibilität im Beruf und den Anforderungen der Familie kommen viele nachts nicht mehr zur Ruhe“, bilanziert Rump. „Gesunder Schlaf ist nicht nur der Schlüssel für Top-Leistungen am Arbeitsplatz, sondern auch für ein zufriedeneres Familienleben.“ Die DAK empfiehlt, Schlafmittel nicht über einen zu langen Zeitraum einzunehmen und den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Neben den Medikamenten helfen zum Beispiel feste Zu-Bett-Geh, und Aufwachzeiten oder Entspannungsübungen wie autogenes Training.
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