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» Ostalbkreis | Montag, 09. August 2010

Geselligkeitsverein Straßdorf: Viel Gemeinsinn beim Sommerfest des Abtsgmünder Teilortes

Beim Sommerfest des Strassdorfer Geselligkeitsverein hat Gisela Hähnle aus Schechingen ihr traditionsreiches Hutmacherhandwerk vorgestellt. Auch sonst war wieder viel geboten bei dem dreitägigen Fest, bei welchem die knapp 45 Einwohner des Abtsgmünder Teilortes Straßdorf wieder viel Gemeinschaftssinn bewiesen haben.

ABTSGMÜND-​STRASSDORF (fa). Nach über 32 Jahren an der Spitze des Vereins hat Erwin Mettmann sein Amt in jüngere Hände abgegeben. Auch die beiden neuen Vorstände des Geselligkeitsvereins, Dieter Hofer und Melanie Meisner legen Wert darauf, dass die bäuerlichen und handwerklichen Traditionen in Erinnerung gehalten werden.
Am Freitagabend begann das beliebte Fest mit der Bierprobe, das Vorstand Dieter Hofer eröffnete. Das Straßdorfer Fest ist inzwischen das einzige Fest alter Art mit zünftiger Bierprobe und großem Festzeltbetrieb in der Gesamtgemeinde Abtsgmünd. Dementsprechend groß war wieder der Andrang in den vergangenen drei Tagen. Der Musikverein Pommertsweiler unter der Leitung von Magnus Barthle sorgte dabei mit viel Schwung und Elan bei der Bierprobe für eine gute Stimmung im vollbesetzten Festzelt. Die Straßdorfer Frauen hatten viel zu tun, um ständig für Nachschub an frischem Hitzkuchen zu sorgen, der traditionsgemäß in den örtlichen, immer noch benutzten zwei Holzbackhäuschen hergestellt wird. Dabei war wieder besonders viel Vorarbeit notwendig, den Schnittlauch, Zwiebeln und Grieben sowie der der Teig mussten auch vorbereitet sein.
Aber auch sonst lief an den drei Festtagen alles im richtigen Takt ab. Sehr guten Zuspruch fand der Tanzabend mit der Kapelle „ Golden Island“ am Samstagabend und es wurde kräftig das Tanzbein geschwungen. Traditionsgemäß stellt der Geselligkeitsverein jedes Jahr ein altes Handwerk oder einen bäuerlichen Brauch vor. Alt an Jahren und Erfahrung, aber mit unglaublichem jugendlichem Schwung zeigte Gisela Hähnle aus Schechingen den Festbesuchern in Straßdorf am Sonntag, wie man Hüte herstellt „Mit Hut ist man jemand“ sagt sie mit schalkhaftem Lächeln auf dem Gesicht. Das habe sie oft selbst erlebt, dass man mit Hut mehr beachtet werde. Der Hut sei nicht nur ein modisches Accessoire, meinte sie, er habe durchaus auch praktische Vorteile als Sonnenschutz oder als Kälteschutz. „Mehr Mut zum Hut“ riet sie den Frauen, die ihr beim Fest auf ihre flinken Finger schauten, wenn sie mit dem Bügeleisen die Filzvorlagen in Form brachte. Über 50 Jahre Berufserfahrung hat sie ich ihrem Beruf als Hutmacherin und sie seit heute noch mit Leib und Seele dabei, betont sie. Ein Hobby-​Kick mit mehreren Mannschaften bot am Sonntag weitere Kurzweil, nachdem man sich mit den beliebten Straßdorfer Grillhähnchen verköstigt hatte. Zahlreiche Besitzer von „Traktor-​Oldtimern“ trafen sich mit ihren liebevoll restaurierten Fahrzeugen auf dem Festplatz, um dem Geselligkeitsverein ihre Referenz zu erweisen. Namen wie Lanz, Hanomag, Normag, Fahr oder Bautz weckten wehmütige Erinnerungen bei den älteren Landwirten an die Zeiten, wo sie vom Pferde, Kuh– oder Ochsengespann zum ersten Mal auf motorisierte Arbeitsgeräte umstellten, die inzwischenauch schon als Oldtimer zählen. Das Fest endete mit der Siegerehrung des Hobby-​Kicker-​Turniers bei Tanz– und Unterhaltungsmusik mit den „Tonics“.
 

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