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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 01. September 2010

Edelbert Krieg verfolgte live das Entstehen der Serigrafie der „Jakobspilger“ von Sieger Köder

Edelbert Krieg ist nach wie vor völlig fasziniert. Kürzlich konnte der Bargauer einem echten Handwerks-​Künstler über die Schulter schauen: Dem Siebdrucker Franz Wagner bei der Herstellung der Serigrafie des „Jakobspilger“-Gemäldes von Sieger Köder. Von Manfred Laduch

GMÜND-​BARGAU. Sie wird nicht ganz billig, die Renovierung des Glockenstuhls an der Bargauer Jakobuskirche. Um etwas zum Bauetat beizutragen, wurde jetzt eine schöne Idee entwickelt: In einer Auflage von 300 Exemplaren wird eine nummerierte Serigrafie des Bargauer Pilgerbildes von Sieger Köder verkauft. Sieger Köder, der bekannte Malerpfarrer aus Ellwangen, hat das Bild 2006 für die Jakobuskirche angefertigt und zwischen 2008 und 2009 nochmals verschönert. In der Originalgröße misst es 180 mal 110 Zentimeter. Die Serigrafien werden das Motiv in der Größe 35 x 58 Zentimeter auf einem schweren Büttenpapier im Format 50 x 75 Zentimeter abbilden.
Die Herstellung wollte sich Edelbert Krieg nicht entgehen lassen. Erster Schritt war das Abfotografieren des Originals durch einen Reproduktionsfotografen. Fotograf und Drucker verglichen dann das Ergebnis mit dem Original und legten fest, was verbessert werden muss.
Danach beobachtete der Bargauer die Herstellung der Druckfilme über Farbfilter in den Grundfarben (blau, rot, gelb, grau, …). „Für die verschiedenen Farbstufen des Jakobuspilgerbildes entstanden so 15 Druckfilme“ staunte Krieg.
Aus diesen wurden Schablonen hergestellt. Auf ein Sieb aus Polyesterfäden, teilweise mit 320 Fäden pro Quadratzentimeter, mit einer lichtempfindlichen Schicht werden die Filme projiziert und dann gehärtet. Dadurch entstehen auf den Schablonen viel oder weniger offene Stellen durch die dann Farbe auf die Druckblätter aufgebracht wird.
Besonders faszinierte Edelbert Krieg, wie exakt die Druckblätter sowie die Schablone fixiert werden mussten, so dass bei allen Druckvorgängen keine Verschiebungen auftreten. Nach jedem Druckvorgang wurde das Blatt entnommen und in ein Trockenregal gelegt. Nun wird das nächste Blatt eingelegt, justiert und Farbe auftragen. Dieser Vorgang wiederholt sich 400 mal, bis eine Farbe des Drucks auf dem Büttenpapier gedruckt ist. 400 Drucke sind es, weil mit etlichen Fehldrucken gerechnet werden muss.
„Eine fertige Serigraphie hat insgesamt 30 solcher Arbeitsvorgänge hinter sich, das heißt 30 Farben sind über einander geschichtet, bis 300 wunderbare Bilder erstellt wurden“, staunte der „Auftraggeber“. Und der Künstler Sieger Köder musste sein Okay geben. Denn schließlich wird er jeden Druck persönlich signieren, nachdem inzwischen Josef Stampfer die Nummerierung vorgenommen hat.
„Wenn man diesen großen Aufwand für ein Serigraphieblatt gesehen hat, kann man sich vorstellen, dass ein solches Bild nicht zum Nulltarif zu erhalten ist“, sagt Edelbert Krieg.

Wer sich das Blatt zum Subskriptionspreis von 190 Euro sichern will, kann sich an Edelbert Krieg, Kaiserhofstraße 22, Bargau, Telefonnummer + Fax 0 71 73/​85 84, E-​Mail-​Adresse: krieg@​kocher-​rems.​info, wenden. Nach dem Erscheinen wird das Blatt 210 Euro kosten.
 

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