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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 15. September 2010

Fast wie die Oscar-​Verleihung: Bundeswettbewerb „Energieeffiziente Stadt“ wird entschieden /​Vielleicht auch der Tunnelfilter?

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„Da fehlt nur noch der rote Teppich“, schmunzelt Heidi Nieuzylla, Pressesprecherin im Bundesministerium für Forschung und Bildung. Ansonsten sei’s in der Tat bis zuletzt so spannend wie bei der Oscar-​Verleihung: Ministerin Annette Schavan wird heute in Berlin die Gewinner des Bundeswettbewerbs Energieeffiziente Stadt bekanntgeben. Und Schwäbisch Gmünd ist bereits in der Endauswahl nominiert.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Irgendwie scheint es Oberbürgermeister und Choreograf Richard Arnold ja mal wieder prima „auf die Reihe“ bekommen zu haben; Zufall oder auch nicht: Fast zeitgleich, wenn sich heute der Bau– und Umweltausschuss des Gemeinderats sich intensiv mit den großen Zukunftsprojekten der Stadt befasst, wird in Berlin Forschungsministerin Dr. Annette Schavan vor die Bundespresse und vor eine Versammlung von Kommunalvertretern aus ganz Deutschland treten, um die Gewinnerkonsortien im Wettbewerb „Energieeffiziente Stadt“ bekannt zu geben. Und bei allem, was bereits im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Bekanntgabe der Ministerin und einer hochkarätig besetzten Fachjury zu hören ist, hat Schwäbisch Gmünd gewiss nicht die schlechtesten Chancen. So könnte also in der heutigen Stadtratssitzung eine der schönsten Bekanntgaben der letzten Zeit erfolgen.
Die große Bedeutung dieses Städtewettstreits ist darin zu sehen, dass da nicht ein einmaliges Preisgeld von ein paar tausend Euro winkt, sondern eine umfangreiche und dauerhafte Förderinitiative des Bundesministeriums mit strategischen Überlegungen weit in die Zukunft hinein. Kommunale Modellprojekte für die Steigerung der Energieeffizienz und innovative Dienstleistungen im Bereich der Energieversorgung und auch des Klimaschutzes sollen hierbei exemplarisch massiv gefördert werden. Ursprünglich hatten sich 72 Städte beworben. In einer ersten Stufe wählte die Expertenjury 15 Projekte für die engere Auswahl. Jetzt sind die Würfel vollends gefallen. Die Stadt ist mit ihrem sogenannten „Energetischen Stadterneuerungskonzept Schwäbisch Gmünd 2020 — lokale Ressourcen aktivieren!“ im Rennen. Die Initiatoren im Rathaus und bei den Stadtwerken denken hierbei an eine konsequente, modellhafte Steigerung der Elektromobilität und an eine Verankerung der Energieeffizienz als „Bürgerwert“ im Bewusstsein der Bevölkerung. Konkret sollen lokale erneuerbare Energiequellen vor Ort sowie Nah– und Fernwärmekonzepte vorangetrieben werden. Auch die Themen Verkehrsplanung und energetische Sanierungsprojekte sollen einfließen. Anlässlich ihres Besuchs bei Oberbürgermeister Richard Arnold im Juni zeigte sich Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan auch sehr angetan von der innovativen Idee und Forderung der gesamten Raumschaft Schwäbisch Gmünd, den neuen B-​29-​Tunnel als Standort des umwelttechnologischen Forschungs– und Zukunftsprojekts Tunnelfilter auszuwählen.
Auch der Tunnelfilter wäre ein Stück Energieeffizienz
Die Rems-​Zeitung wies bei dieser Gelegenheit auf die von der Gmünder Firma Ecovac (Dipl.-Ing. Bernd Müller) entwickelte Energieeffizienz dieses Pilotprojekts hin: Durch Filtrierung der Tunnelabluft wäre die Uralttechnik der Tunnelentlüftung mittels eines starken Kamingebläses überflüssig, könnte Energie eingespart und dadurch die Klima– und Gesundheitsschutztechnologie Tunnelfilter sogar refinanziert werden. Die Stadtverwaltung sagte zu, dieses Projekt in die Wettbewerbsunterlagen einfließen zu lassen. Auch Ministerpräsident Mappus hatte ja die konsequente Förderung von zukunftsträchtigen Umwelttechnologien in den Mittelpunkt seiner Regierungserklärung gestellt. Würde nun der derzeit modernste und teuerste Straßentunnel Deutschlands mit einer Ablufttechnik von vorgestern und ausgerechnet auch noch mitten in einer Umweltzone zu Ende gebaut, würde wohl die Bürgerschaft den Glauben an Aussagen der Umwelt– und Wirtschaftsförderpolitik verlieren. Vor diesem Hintergrund könnte es also durchaus sein, dass Ministerin Dr. Annette Schavan heute auch auf den energieeffizienten Tunnelfilter eingehen wird.
 

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