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» Ostalbkreis | Donnerstag, 02. September 2010

Das diesjährige Jugendlager der Kinder und Jugendlichen des Turnvereins Mögglingen fand in Morsbach statt

„Ferien in einer Schule?“ Diese Frage stellten sich 29 Kinder und Jugendliche des Turnvereins Mögglingen, als es wie jeden Sommer hieß: Nichts wie los ins Jugendlager. Und wie immer hatte das Jungvolk richtig viel Spaß – sogar oder erst recht in einer Schule!

MÖGGLINGEN (pm). Die „Alte Schule“ in Morsbach, nahe Eichstätt im Altmühltal, war das ersehnte Ziel. Bereits bei der Anfahrt stieg die Spannung auf das diesjährige Haus. Wie groß sind die Zimmer? Wenn wir in eine Schule fahren, gibt es dann auch Tagebücher, Hausaufgaben und Strafarbeiten?
Nach knapp drei Stunden lag sie vor der Gruppe: Die Unterkunft für die nächsten zehn Tage. Erste Befürchtungen, es handle sich wirklich um eine Schule, die man in den Ferien nun wirklich nicht ständig betreten muss, bestätigten sich nicht. Das alte Schulgebäude mit seinen Seminarräumen mit Beamer und Leinwand für einen gemütlichen Abend, einem Werkraum zum Basteln, Schnitzen oder Gipsen und vor allem der hauseigenen Turnhalle zum Spielen, begeisterte alle.
Nach einer kurzen Stärkung und einigen kleinen, lustigen Spielen zum Kennenlernen begann die erste lange Nacht. Die Hoffnung der Betreuer, wenigstens etwas Schlaf zu bekommen, löste sich schon sehr schnell in Luft auf. Eingedeckt mit Knabbersachen und Zitronentee machten sich die Jugendlichen mit festem Willen bereit, die Nacht über kein Auge zuzumachen. So wurde lange gespielt und geredet.
Aufgeweckt von lauter Musik krochen am nächsten Morgen alle erschöpft und müde aus ihren Betten, um den Frühsport antreten zu können. Joggen, dehnen und Treppen laufen – die härteste Art nach einer solchen Nacht wieder fit zu werden. Am ersten gemeinsamen Tag galt es nicht nur, Spiele zu spielen und die Möglichkeiten im Haus auszunutzen, sondern natürlich auch das 170-​Seelen-​Dorf unsicher zu machen. Der Bolzplatz wurde erkundet, es wurde gebastelt und gespielt und der Tag verging wie im Flug.
Müde und mit kleinen Augen wurde noch schnell das leckere Abendessen gegessen und dann ging es nach einem kurzen Abendprogramm schnell ins Bett. Die vorangegangene Nacht und der anstrengende erste Tag mit vielen neuen Gesichtern und einem abwechslungsreichen Programm verhalf in dieser Nacht allen zu einem tiefen und festen Schlaf. Fit und ausgeruht konnten nun die nächsten Tage kommen. Um noch das schöne Wetter auszunutzen, wurde gleich zu Beginn der Woche Eichstätt erkundet und das neue Freibad mit Rutsche, Sprungturm, Strudeln und Wasserkanal ausprobiert.
Das Geld, welches von der JULA-​Bank abgehoben wurde, wurde direkt in Pommes oder Eis investiert und so der große Hunger vom vielen Schwimmen gestillt. Abends wurde am gemütlichen Lagerfeuer gegrillt, Stockbrot mit Käse gebacken und diskutiert, wer nun singt oder Gitarre spielt. Meist blieb es bei der Diskussion, bis die zwei ersehnten Nachwuchsbetreuer den Weg zu der Gruppe fanden. So wurde nun auch Singstar gespielt und JULAs neues Supertalent gesucht. Unverhoffte Talente in den verschiedensten Bereichen zeigten sich und es fiel der Jury nicht leicht, bei den verschiedenen Spielen einen Sieger zu ermitteln. Ein erbitterter Kampf entstand auch bei „Schlag die Betreuer“. Vier Teams traten in den unterschiedlichsten Kategorien gegen das Betreuerteam, welches bis zur völligen Erschöpfung kämpfte, an. Chancenlos versagten die Betreuer. Als Erholung von den anstrengenden Spielen dienten die Workshops. Filzen, Seifen schnitzen, Gipsmasken machen und das traditionelle T-​Shirt bemalen stand zur Auswahl. Stunden über Stunden wurden in der kleinen Teeküche beim Filzen verbracht und rund 90 Seifen wurden geschnitzt.
Am Freitag stand ein Geocaching bevor. In mehreren Teams musste ein Schatz geborgen werden. Um jedoch das Ziel zu erreichen, war es wichtig, das GPS-​Gerät bedienen zu können, mit einem Kompass und einer Karte den richtigen Weg zu finden und komplizierten Wegbeschreibungen folgen zu können. Vier Stunden und einen kräftigen Regenschauer später war der geheimnisvolle Schatz gefunden und sofort in Beschlag genommen. Zu einem tollen Wochenprogramm fehlten nun nur noch zwei Spiele — zum einen die berühmt berüchtigte Luna-​Bar, eine Spelunke, in der Kartenspieler, Bardamen, Scheiche, die Mafia und die Kripo einem Diamanten hinterher jagen, dessen Besitzer unbekannt ist. Zum Anderen das Chaos-​Spiel, bei dem die ganze „Alte Schule“ auf den Kopf gestellt wurde, um winzige Zettelchen mit Zahlen, die überall versteckt waren, zu finden.
Bei allem Vergnügen, das dieser Tag bereitete: Nach drei Stunden der Suche war das Haus in einem Zustand, der einen Großputz nötig machte. So wurde alles wieder aufgeräumt, die Koffer für die Heimreise gepackt und der letzte Abend vorbereitet. Bei einem letzten gemütlichen Zitronentee wurde Bilanz gezogen: Gutes Essen, super Haus, tolles Programm, witzige Spiele, nur zwei Arztbesuche wegen Schürfwunden, brave Kinder und ein harmonisierendes Betreuerteam. Jugendlager in einer Schule ist also nicht Schule, Jugendlager ist etwas ganz anderes, egal wo!
 

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