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» Ostalbkreis | Donnerstag, 02. September 2010

DGB legt Auswertung zum Arbeitsmarktrisiko der Leiharbeitskräfte vor /​Massive Kritik an den „Verleihern“

Der DGB widmet sich in diesen Tagen intensiv dem Thema „Leiharbeit“: Im Ostalbkreis haben die Verleiher im vergangenen Jahr massiv Arbeitsplätze abgebaut. 1085 Leiharbeitsverhältnisse bzw. jeder zweite Arbeitsplatz fielen in der Branche in nur 12 Monaten weg.

OSTALBKREIS. Das tatsächliche Entlassungsrisiko der Leiharbeitskräfte sei, so der DGB–Regionssekretär Wolfgang Klook, sogar noch weit größer. Großteils seien die Arbeitsverhältnisse nur auf einige Monate befristet, so dass oftmals instabile Erwerbsbiografien mit wiederkehrenden Phasen der Arbeitslosigkeit drohen. Nach DGB–Berechnungen mussten sich in 2009 insgesamt sogar 1719 Leiharbeitskräfte arbeitslos melden. Heuern und Feuern sei bei den Verleihern leider immer noch an der Tagesordnung und das Risiko der Arbeitslosigkeit in keiner anderen Branche größer. „Wer vor der Leiharbeit arbeitslos war, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach der Leiharbeit und nicht selten auf Hartz IV angewiesen“, erklärte Klook.
Zwischenzeitlich boome die Leiharbeit zwar wieder, doch entlassene Leiharbeitskräfte haben offensichtlich nur geringe Wiedereinstellungschancen. Etwa 48 Prozent aller bei der Arbeitsagentur Aalen gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Leiharbeit. Doch die Fördermöglichkeit der Agentur zur Qualifizierung vormaliger Leiharbeitskräfte wird von den Verleihern überhaupt nicht genutzt. Wolfgang Klook kritisierte vor allem, dass die Verleiher ihr eigenes personalpolitisches Risiko bei den Leiharbeitskräften und der Solidargemeinschaft abladen, statt die Arbeitsverhältnisse durch Weiterbildung zu stabilisieren. Besorgniserregend ist aus gewerkschaftlicher Sicht zugleich das hohe Verarmungsrisiko der Leiharbeitskräfte. Wesentliche Ursache dafür ist, so Wolfgang Klook, das im Vergleich zu allen Beschäftigten 25 bis 30 Prozent niedrigere Lohnniveau; im Helferbereich sogar rd. 45 Prozent. Selbst in den alten Bundesländern sind 9 Prozent der Leiharbeitskräfte mit sozialversichertem Job auf ergänzende Hartz IV-​Leistungen angewiesen. „Hier wird über Hartz IV eine Branche subventioniert, die oftmals keine existenzsichernden Löhne zahlt und schnell zu Lohndumping in den Einsatzbetrieben missbraucht wird“, so Wolfgang Klook. Bereits fast jeder vierte Leiharbeiter, der aus einem sozialversicherten Job arbeitslos wurde, war hier im Ostalbkreis direkt auf Hartz IV angewiesen. Der Gesetzgeber sei dringend gefordert, die Schlupflöcher für Missbrauch und Lohndumping im Verleihgewerbe zu stopfen. Er müsse endlich dafür Sorge tragen, dass Leiharbeitskräfte den gleichen Lohn erhalten wie die Stammbeschäftigten in den Unternehmen, in denen sie arbeiten.
 

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