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» Ostalbkreis | Sonntag, 05. September 2010

700 qualifizierte junge Fachkräfte suchen einen Berufseinstieg

Das Wort Fachkräftemangel geistert zurzeit durch alle Medien. In Ostwürttemberg gibt es allerdings noch gutqualifizierte arbeitslose Fachkräfte – vor allem Jugendliche mit abgeschlossener Ausbildung. Bei der Agentur für Arbeit Aalen sind derzeit über 700 junge qualifizierte Arbeitslose unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet.

OSTALBKREIS (pm). So waren im Juli im gesamten Agenturbezirk Ostwürttemberg 1220 Jugendliche arbeitslos gemeldet, wie von der Agentur für Arbeit zu erfahren ist. Wenn man diese Zahlen näher betrachtet, stellt sich heraus, dass hiervon im Augenblick immer noch 737 Jugendliche — also weit über die Hälfte dieser jungen Leute — ohne Anschlussbeschäftigung oder sonstige Alternative, wie z.B. Grundwehrdienst oder weitere Schulbildung etc. sind.
„Diese Jugendlichen verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung - entweder im kaufmännischen oder auch im gewerblich-​technischen Bereich. Der Übergang an der zweiten Schwelle, also von Berufsausbildung zu Anschlussbeschäftigung, ist für diese jungen Menschen besonders schwierig. Sie brauchen die Chance, erste Berufserfahrungen zu sammeln“, so Hans-​Joachim Gulde, Leiter der Arbeitsagentur in Aalen. „Manche Jugendlichen konnten schon ein Jahr lang tarifbedingt Berufserfahrung sammeln. Die Arbeitgeber sollten diese Chance nutzen, so zu qualifizierten Mitarbeitern zu kommen.“ Überblick über die arbeitslosen Jugendlichen nach Berufsgruppen:
Gewerblich-​technischer Bereich: Industriemechaniker/​in, Zerspanungsmechaniker/​in, Anlagenmechaniker/​in, Tischler/​in, Maler/​in und Lackierer/​in, Mechatroniker/​in, Fleischer/​in, Fachkraft Lagerlogistik, Elektroinstallateur/​in, Friseur/​in, Bäcker/​in.
Kaufmännischer Bereich: Verkäufer/​in, Kaufmann/​frau im Einzelhandel, Industriekaufmann/​frau, Bürokaufmann/​frau, Kaufmann/​frau im Großhandel, zahnmedizinische und medizinische Fachangestellte/​r.
Sozialer Bereich: Erzieher/​in, Kinderpfleger/​in, Altenpflegehelfer/​in.
Diese ausschnittweise Aufzählung könnte noch weitergeführt werden. Außerdem sind auch noch zahlreiche Techniker sowie BA-​Absolventen arbeitssuchend bzw. arbeitslos gemeldet.
„Mein Appell an die Unternehmen und Betriebe in der Region lautet deshalb: Geben Sie diesen jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Kenntnisse aus der Berufsausbildung zu vertiefen und weitere Berufserfahrung zu sammeln. Nehmen Sie zum Arbeitgeberservice (AGS) der Arbeitsagentur Aalen Kontakt auf und lassen Sie sich die qualifizierten Fachkräfte vorstellen“, wünscht sich Hans-​Joachim Gulde. Ansprechpartner in der Gmünder Geschäftsstelle Schwäbisch Gmünd: Reiner Grosch, Telefon 0 71 71/​1 04 41 33.
 

Kommentare

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  1. Am Bedarf vorbei?
    Man sagt ja immer so schön, dass am Bedarf vorbei ausgebildet wird. Also viele nach der Schule Lehrberufe ergreifen, die "satt" sind (wie hier in der Aufzählung Maler, Friseur, Verkäufer, usw.). In wirklich hochspezialisierten Bereichen (insbesondere IT, Programmierer, Ruby, Ingenieurwissenschaften, etc.), wo man wirklich eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung benötigt, ist ein eklatanter Mangel. In beliebten Ausbildungsberufen wie die hier genannten nicht.
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