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» Ostalbkreis | Dienstag, 11. Oktober 2011

Heubacher helfen armen Menschen in Peru

Eine sehr bewegende und berührende Reise hat die Peru-​Gruppe Heubach im August diesen Jahres durchgeführt. Mit 16 Teilnehmern war die erste Station in Peru das Armenviertel Laderas, nahe Lima, das schon seit 15 Jahren von der Gruppe unterstützt wird.


HEUBACH (pgh). Gerhard Ritz, der erste Vorsitzende erzählte: „Wir waren vor der Reise sehr angespannt, aber dann sehr glücklich, als wir die Wirkung unserer 15-​jährigen Arbeit vor Ort sehen und erleben durften“.
Der Besuch im Armenviertel war für den größten Teil der Reisegruppe eine neue Erfahrung, so Gerhard Ritz. Die Peru-​Gruppe Heubach hat in mehreren Abenden vor der Reise die Mitreisenden darauf vorbereitet. Trotzdem war es für viele ein Schock, so hautnah mit der Armut in Berührung zu kommen, aber auch sehr emotional und tief berührend, die Dankbarkeit, Offenheit aber auch die Fröhlichkeit der Menschen und Kinder zu erleben.
Gerhard Ritz: „Wir konnten sehen, dass alle unsere Projekte auf vielfältige Weise dort direkt den Menschen helfen und jeder Euro von den bis heute überwiesenen 225 000 Euro gut investiert ist. Ohne unsere nachhaltige Unterstützung würde diese Hilfe zur Selbsthilfe, wie wir in unterschiedlichen Projekten vor Ort erleben durften, zusammenbrechen. Vieles, auch strukturelle Punkte, hat sich im Kern von Laderas im Vergleich vor 15 Jahren verbessert. Aber durch die täglich neuankommenden, mittellosen und bettelarmen Menschen „wächst die Not am Rand von Laderas den Berg hinauf“. Gerhard Ritz weiter: „Unser Weg, die Menschen zur Selbsthilfe anzuspornen, hierfür die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, hat sich als der richtige Weg erwiesen. Wir dürfen aber nicht nachlassen und wir haben hierfür wieder die Kraft und Motivation mitgebracht“.
Die Eindrücke an diesen zwei Tagen wurden von vier Reiseteilnehmern nieder geschrieben, aus diesen hier von zwei „Erstbesuchern“ in Auszügen berichtet wird. Eindrücke eines Erstbesuchers vom ersten Begegnungstag – einem Begegnungstag mit Herz in Laderas: „Mit unruhigen Gedanken bin ich heute früh in den Kleinbus gestiegen, der uns nach Laderas bringen soll. Jano, unser Dolmetscher, hatte uns herzlich begrüßt und Rosa, die gute Seele von Laderas, war schon zu uns ins Hotel gekommen, um uns den Weg nach Laderas zu zeigen. Jeden Einzelnen hatte sie beim Willkommensgruß gedrückt, ein Augenblick der Wärme, des Dankes. Die Fahrt führte uns in einer Stunde aus dem modernen Stadtteil Miraflores hinaus nach Laderas im Nord-​Osten von Lima. Rosa, Pater Marcelo und Pater Germain begrüßen uns mit großer Freude und Gerhard Ritz als Vorsitzender der Peru-​Gruppe-​Heubach nimmt in seiner Begrüßung Bezug auf die erste Begegnung vor 15 Jahren.
Für Rosa war dies der Impuls, aus den zwischenzeitlich zahlreich eingetroffenen Menschen uns die jeweils verantwortlichen und aktiven Personen aus den Projekten vorzustellen. Schnell wurde mir bewusst, wie vielseitig die Arbeit sich entwickelt hat, wie groß das Engagement, die gegenseitige Hilfsbereitschaft ist: Hier die Psychologin, dort die Kindergärtnerinnen, da die Sozialarbeiterin im Casa Hogar (Herberge), die Leiterin und Mitarbeiterinnen der Apotheke, die Vertreter der Kartenproduktion, die Physiotherapeutin für behinderte Kinder, die Sozialarbeiterin für die Jugendlichen, die Ansprechpartnerin und Seelsorgerin der Kirche in allen Lebensfragen, die Köchinnen der Volksküche und auch die beiden jungen Frauen aus Deutschland, die ein freiwilliges soziales Jahr in Laderas machen.“
Besucht wurde auch der Kindergarten, wo 140 Kinder vormittags in vier Gruppen und 20 Kinder nachmittags betreut werden. „Eine Freude war es, die fröhlichen und unbeschwerten Kinder zu erleben! Es wird aber auch therapeutisch mit traumatisierten Kindern durch eine speziell ausgebildete Mitarbeiterin gearbeitet. Behinderte Kinder werden in der speziellen Therapiestation betreut und gefördert. Psychologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Erzieherinnen – ich staune und bewundere diese Arbeit.
Der Nachmittag war der Besichtigung und dem Erleben der Arbeit im Casa Hogar vorbehalten. Auch hier: Großes Staunen über das Geschaffene und die engagierte Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Müttern und älteren Menschen. Es ist eine Arbeit rund um die Uhr, oftmals geleistet von Müttern mit eigenen Kindern. So ist der Hogar zu einem Zentrum der Arbeit geworden, ein Betreuungszentrum für Jung und Alt.“
Eindrücke eines Erstbesuchers vom zweiten Begegnungstag: „Unsere Sozialversicherung heißt Solidarität“ – diese Aussage, die Pater Marcelo am Abend in seiner Predigt zum Abschluss unseres Besuches noch machen sollte, können wir den ganzen Tag nachvollziehen, als uns die sozialen Projekte, die in Laderas im Laufen sind, vorgestellt werden.
Beim Gemeindezentrum „San Damián de Molokai“ angekommen, besichtigen wir zuerst den kleinen Garten, dessen Früchte die Küche des „Comedors“ bereichern. In der „Chismusa“ bieten uns Frauen Püppchen, Taschen, Tücher usw. zum Kauf an. Diese werden aus angeliefertem Rohmaterial selbst gefertigt. Der Verkaufserlös wird einerseits unter den Frauen selbst, andererseits zum Einkauf von Medikamenten für die Apotheke aufgeteilt. Die Medikamente sind dann für Bedürftige bestimmt, die sich diese Arzneien sonst nicht leisten könnten.
Weiter ist noch eine kleine Krankenstation angeschlossen, die für erste Hilfe ausgestattet ist.
Als nächstes wird uns ein Projekt für Jugendliche vorgestellt. Diese werden auf eine Berufsausbildung vorbereitet. Begonnen wurde dieses Projekt vor zwölf Jahren, zuerst finanziert von Misereor, wegen immer größer werdenden Schwierigkeiten mit Jugendbanden. Den Jugendlichen sollte eine Perspektive für ihre Zukunft geboten werden, nicht, wie besonders betont wurde, als Konkurrenz zu staatlichen Programmen, sondern zur Ergänzung. Viele Jugendliche aus diesem Programm sind inzwischen in Berufen oder haben es sogar schon zu Beamten beim Staat (offensichtlich stark begehrt!) gebracht. Ohne Geldmittel aus Heubach wäre dieses Projekt nicht möglich; die Kosten pro Teilnehmer belaufen sich auf 1400 Soles, also rund 350 Euro.
In der Nähe des „Comedors“ ist eine ambulante Krankenstation im Bau. Die Gelder dafür kommen aus einem staatlichen Projekt zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation in armen Gegenden.
Den Abschluss der Besichtigungen bildet der Besuch im Therapiezentrum. Hier werden behinderte Kinder von einer Psychologin vor allem motorisch und logopädisch therapiert. Diese Stelle wird von Heubach finanziert.
Die Tage in Laderas und das gegenseitige Kennenlernen ist uns sehr zu Herzen gegangen. Ich denke, wir haben viel von den Menschen in Laderas gelernt, Freundlichkeit, Offenheit, Würde, gegenseitiges Einstehen und vor allem Hoffnung, die trägt! Auf der Rückfahrt ist es lange ruhig im Bus, jeder hängt seinen Gedanken nach. Sie werden uns noch lange beschäftigen, unsere Eindrücke und die Menschen aus Laderas.“

 

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Eine sehr bewegende und berührende Reise hat die Peru-​Gruppe Heubach im August diesen Jahres durchgeführt. Mit 16 Teilnehmern war die erste Station in Peru das Armenviertel Laderas, nahe Lima, das schon seit 15 Jahren von der Gruppe unterstützt wird.


HEUBACH (pgh). Gerhard Ritz, der erste Vorsitzende erzählte: „Wir waren vor der Reise sehr angespannt, aber dann sehr glücklich, als wir die Wirkung unserer 15-​jährigen Arbeit vor Ort sehen und erleben durften“.
Der Besuch im Armenviertel war für den größten Teil der Reisegruppe eine neue Erfahrung, so Gerhard Ritz. Die Peru-​Gruppe Heubach hat in mehreren Abenden vor der Reise die Mitreisenden darauf vorbereitet. Trotzdem war es für viele ein Schock, so hautnah mit der Armut in Berührung zu kommen, aber auch sehr emotional und tief berührend, die Dankbarkeit, Offenheit aber auch die Fröhlichkeit der Menschen und Kinder zu erleben.
Gerhard Ritz: „Wir konnten sehen, dass alle unsere Projekte auf vielfältige Weise dort direkt den Menschen helfen und jeder Euro von den bis heute überwiesenen 225 000 Euro gut investiert ist. Ohne unsere nachhaltige Unterstützung würde diese Hilfe zur Selbsthilfe, wie wir in unterschiedlichen Projekten vor Ort erleben durften, zusammenbrechen. Vieles, auch strukturelle Punkte, hat sich im Kern von Laderas im Vergleich vor 15 Jahren verbessert. Aber durch die täglich neuankommenden, mittellosen und bettelarmen Menschen „wächst die Not am Rand von Laderas den Berg hinauf“. Gerhard Ritz weiter: „Unser Weg, die Menschen zur Selbsthilfe anzuspornen, hierfür die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, hat sich als der richtige Weg erwiesen. Wir dürfen aber nicht nachlassen und wir haben hierfür wieder die Kraft und Motivation mitgebracht“.
Die Eindrücke an diesen zwei Tagen wurden von vier Reiseteilnehmern nieder geschrieben, aus diesen hier von zwei „Erstbesuchern“ in Auszügen berichtet wird. Eindrücke eines Erstbesuchers vom ersten Begegnungstag – einem Begegnungstag mit Herz in Laderas: „Mit unruhigen Gedanken bin ich heute früh in den Kleinbus gestiegen, der uns nach Laderas bringen soll. Jano, unser Dolmetscher, hatte uns herzlich begrüßt und Rosa, die gute Seele von Laderas, war schon zu uns ins Hotel gekommen, um uns den Weg nach Laderas zu zeigen. Jeden Einzelnen hatte sie beim Willkommensgruß gedrückt, ein Augenblick der Wärme, des Dankes. Die Fahrt führte uns in einer Stunde aus dem modernen Stadtteil Miraflores hinaus nach Laderas im Nord-​Osten von Lima. Rosa, Pater Marcelo und Pater Germain begrüßen uns mit großer Freude und Gerhard Ritz als Vorsitzender der Peru-​Gruppe-​Heubach nimmt in seiner Begrüßung Bezug auf die erste Begegnung vor 15 Jahren.
Für Rosa war dies der Impuls, aus den zwischenzeitlich zahlreich eingetroffenen Menschen uns die jeweils verantwortlichen und aktiven Personen aus den Projekten vorzustellen. Schnell wurde mir bewusst, wie vielseitig die Arbeit sich entwickelt hat, wie groß das Engagement, die gegenseitige Hilfsbereitschaft ist: Hier die Psychologin, dort die Kindergärtnerinnen, da die Sozialarbeiterin im Casa Hogar (Herberge), die Leiterin und Mitarbeiterinnen der Apotheke, die Vertreter der Kartenproduktion, die Physiotherapeutin für behinderte Kinder, die Sozialarbeiterin für die Jugendlichen, die Ansprechpartnerin und Seelsorgerin der Kirche in allen Lebensfragen, die Köchinnen der Volksküche und auch die beiden jungen Frauen aus Deutschland, die ein freiwilliges soziales Jahr in Laderas machen.“
Besucht wurde auch der Kindergarten, wo 140 Kinder vormittags in vier Gruppen und 20 Kinder nachmittags betreut werden. „Eine Freude war es, die fröhlichen und unbeschwerten Kinder zu erleben! Es wird aber auch therapeutisch mit traumatisierten Kindern durch eine speziell ausgebildete Mitarbeiterin gearbeitet. Behinderte Kinder werden in der speziellen Therapiestation betreut und gefördert. Psychologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Erzieherinnen – ich staune und bewundere diese Arbeit.
Der Nachmittag war der Besichtigung und dem Erleben der Arbeit im Casa Hogar vorbehalten. Auch hier: Großes Staunen über das Geschaffene und die engagierte Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Müttern und älteren Menschen. Es ist eine Arbeit rund um die Uhr, oftmals geleistet von Müttern mit eigenen Kindern. So ist der Hogar zu einem Zentrum der Arbeit geworden, ein Betreuungszentrum für Jung und Alt.“
Eindrücke eines Erstbesuchers vom zweiten Begegnungstag: „Unsere Sozialversicherung heißt Solidarität“ – diese Aussage, die Pater Marcelo am Abend in seiner Predigt zum Abschluss unseres Besuches noch machen sollte, können wir den ganzen Tag nachvollziehen, als uns die sozialen Projekte, die in Laderas im Laufen sind, vorgestellt werden.
Beim Gemeindezentrum „San Damián de Molokai“ angekommen, besichtigen wir zuerst den kleinen Garten, dessen Früchte die Küche des „Comedors“ bereichern. In der „Chismusa“ bieten uns Frauen Püppchen, Taschen, Tücher usw. zum Kauf an. Diese werden aus angeliefertem Rohmaterial selbst gefertigt. Der Verkaufserlös wird einerseits unter den Frauen selbst, andererseits zum Einkauf von Medikamenten für die Apotheke aufgeteilt. Die Medikamente sind dann für Bedürftige bestimmt, die sich diese Arzneien sonst nicht leisten könnten.
Weiter ist noch eine kleine Krankenstation angeschlossen, die für erste Hilfe ausgestattet ist.
Als nächstes wird uns ein Projekt für Jugendliche vorgestellt. Diese werden auf eine Berufsausbildung vorbereitet. Begonnen wurde dieses Projekt vor zwölf Jahren, zuerst finanziert von Misereor, wegen immer größer werdenden Schwierigkeiten mit Jugendbanden. Den Jugendlichen sollte eine Perspektive für ihre Zukunft geboten werden, nicht, wie besonders betont wurde, als Konkurrenz zu staatlichen Programmen, sondern zur Ergänzung. Viele Jugendliche aus diesem Programm sind inzwischen in Berufen oder haben es sogar schon zu Beamten beim Staat (offensichtlich stark begehrt!) gebracht. Ohne Geldmittel aus Heubach wäre dieses Projekt nicht möglich; die Kosten pro Teilnehmer belaufen sich auf 1400 Soles, also rund 350 Euro.
In der Nähe des „Comedors“ ist eine ambulante Krankenstation im Bau. Die Gelder dafür kommen aus einem staatlichen Projekt zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation in armen Gegenden.
Den Abschluss der Besichtigungen bildet der Besuch im Therapiezentrum. Hier werden behinderte Kinder von einer Psychologin vor allem motorisch und logopädisch therapiert. Diese Stelle wird von Heubach finanziert.
Die Tage in Laderas und das gegenseitige Kennenlernen ist uns sehr zu Herzen gegangen. Ich denke, wir haben viel von den Menschen in Laderas gelernt, Freundlichkeit, Offenheit, Würde, gegenseitiges Einstehen und vor allem Hoffnung, die trägt! Auf der Rückfahrt ist es lange ruhig im Bus, jeder hängt seinen Gedanken nach. Sie werden uns noch lange beschäftigen, unsere Eindrücke und die Menschen aus Laderas.“

 

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