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» Ostalbkreis | Montag, 30. Januar 2012

Großes Programm im Gemeinderat Böbingen

Der Bebauungsplan Ortsmitte, ein fehlendes Stück Gehweg an der Mögglinger Straße, die viel zu schmale kleine Brücke an der Seergasse, die Außenanlagen der Römerhalle und nicht zuletzt der Haushalt beschäftigten am Montag Abend den Böbinger Gemeinderat.

BÖBINGEN (bt). Einer öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans Ortsmitte-​Erweiterung steht nichts mehr im Weg. Gestern wurde noch einmal erörtert, warum eben dieses Gebiet ausgewiesen werden soll: „Aus Gründen der optimalen Versorgung der Bevölkerung“; ein Lebensmittelmarkt müsse seinen Aufgaben gerecht werden können. Eberhard Geyer von der VG Rosenstein sieht das Vorhaben auf einem guten Weg; die größten Hindernisse, etwa Bedenken des Natur– und Hochwasserschutzes, seien überwunden. Lange, zum Teil nichtöffentlich diskutiert wurde ein Antrag der Freien Wähler, die sich für eine Gehwegverlängerung an der Mögglinger Straße Richtung Mögglingen bis zum letzten Wohngebäude einsetzten. Dieses letzte Gebäude gehört einer Familie, deren Kinder vom Nachbarn die Erlaubnis haben, das Grundstück zu überqueren, um den Fußweg „Am Barnberg“ erreichen zu können. Zudem plant die Gemeinde Mögglingen, deren Markungsgrenze an diesem letzten Haus endet, einen Geh– und Radweg; in diesem Zusammenhang biete es sich an, so die Verwaltung, auch das Reststück Gehweg zu bauen — wobei dieses im Rahmen der Mögglinger Flurneuordnung geplante Projekt wohl länger als fünf Jahre auf sich warten lassen werde. Manfred Gold meinte, es gehe nicht nur um diese eine Familie, und Gabi Boinger berichtete ebenfalls von zahlreichen Spaziergängern, meinte zudem, besagte Familie habe doch durch ihre Anliegerbeiträge bestimmt das Recht auf einen Gehweg. Gerhard Ziller sprach von einer Notlösung: „Auf Dauer kommen wir nicht umhin, das Ganze anzugehen.“ August Freudenreich hingegen sah eher ein Sicherheitsproblem, wenn die Straße überquert werden müsse. Einig war sich das Gremium darin, dass dort viel zu schnell gefahren wird. Nach einer kurzen nichtöffentlichen Beratung, um die Hans Schaile gebeten hatte, sprachen sich die Gemeinderäte mehrheitlich für die Gehwegverlängerung aus. Weiterer Wunsch der Freien Wähler: „Herstellung eines Gehwegs entlang der Seergasse und der Kirchstraße“. Hier erklärte die Verwaltung, dass die Seergasse auf einer nur fünf Meter breiten Brücke über den Klotzbach in den alten Ortskern Oberböbingen führt — diese Straße werde von Fußgängern und Autofahrern gleichermaßen regelmäßig genutzt. Technisch lasse sich ein Gehweg an der schmalen Passage aber nur schwer verwirklichen; eine Verbreiterung der Seegasse durch ein neues Brückenbauwerk oder eine zusätzliche Fußgängerbrücke werde teuer. Gerhard Ziller als Vertreter der Antragsteller freilich meinte, es müsse etwas geschehen, immer mehr Verkehr werde registriert – so benutzten viele Bargauer das Brückle –, und Fußgänger hätten oft keine andere Möglichkeit, als sich ins Gebüsch zu drücken. Weil das alle im Gremium ähnlich sahen, soll sich nun die Verkehrsschau dieses Themas annehmen. Auch die Außenanlagen der Römerhalle waren Thema. Landschaftsarchitektin Sigrid Bombera sprach mit dem Gemeinderat verschiedene Möglichkeiten durch. Manfred Gold meinte, er wolle auf keinen Fall weitere Sitzgelegenheiten: „Da gibt’s Ärger genug.“ August Freudenreich und Thomas Nagel freilich erklärten, dieser erweiterte Aufenthaltsbereich solle genutzt werden, zudem die Architektur wieder sichtbar gemacht. Das Gremium stimmte den Pflanzplänen zu und sprach sich für zusätzliche Beleuchtung im Bereich der Sitzgelegenheiten aus. Die Eckdaten des Haushalts 2011 sind erfreulicher als erwartet, wie Bürgermeister Stempfle deutlich machte, insgesamt sei man sehr zufrieden. Auch 2012 sei mit mehr Steuereinnahmen und Schlüsselzuweisungen zu rechnen; die leicht gesenkte Kreisumlage schlage ebenfalls positiv zu Buche: „Wir rechnen mit einer Zuführung an den Vermögenshaushalt von rund einer Million Euro.“ Jürgen Stempfle rief freilich auch in Erinnerung, dass größere Ausgaben anstehen: Insbesondere die Ortsentwicklung Oberböbingen wird teuer, dann der Hochwasserschutz, die Breitbandinfrastruktur, die Flurneuordnung oder auch die Erneuerung der Leitung Lappertalquelle. Die RZ wird den gestern nur vorberatenen Haushalt noch vorstellen.
 

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