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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 23. Oktober 2012

Integrationsbeirat informierte sich über das Modellvorhaben Bildungs– und Familienzentrum auf dem Hardt

Galerie (2 Bilder)

Wie es das neue Bildungs– und Familienzentrum auf dem Hardt geschafft hat, kreisweit als vorbildhaft gehandelt zu werden, war am Dienstag ebenso Thema im Integrationsbeirat wie die Vorstellung der Studie „Vielfalt gefällt“ und Informationen über die aktuelle Situation der Asylbewerbern in Gmünd.


SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Judith Halisch, Mitarbeiterin des Integrationsministeriums Baden-​Württemberg, stellte eine aufwändige Untersuchung vor: Wie stellt sich die einheimische Bevölkerung zur Integration von Zuwanderern, wo gestaltet sich das Zusammenleben reibungslos, wo gibt es Distanz und Probleme, was kann die Politik leisten. Da gab es durchaus Interessantes zu berichten. So werden vor allem zwei „störende Verhaltensweisen von Zuwanderern“ genannt: kulturell begründete Gewalt und arrangierte Hochzeiten, des weiteren „dass sie unter sich bleiben“. Muslimische Kopftücher aber, Moscheebauten oder fremde Sprachen in der Öffentlichkeit wurden nur von etwa einem Drittel der Befragten bemängelt. Rund 80 Prozent gaben an, gute Erfahrungen mit Zuwanderern zu machen.
Beim Bericht aus den Handungsfeldern erzählte unter anderem Christos Argiriou aus dem Bereich „Wirtschaft und Arbeit“ davon, wie Handwerksberufe in der Ditib-​Mosche vorgestellt werden sollen, wie Einzelqualifizierungen gefördert und wie Nachqualifizierungen für Migranten, die ihren Beruf nicht mehr ausüben. All das sei nötig, um Fachkräfte zu gewinnen.
Für den ausscheidenden Fabrizio Bianco wurde die Belgierin Colette Eisenhuth in den Integrationsbeirat aufgenommen. Bürgermeister Bläse meinte mit Blick auf ihre Arbeit als Entwicklungshelferin, auf ihr Engagement in der Kirche, in der BI gegen Fremdenfeindlichkeit und im Arbeitskreis „Eine Welt“, es sei nachgerade erstaunlich, dass sie erst jetzt dazustoße.
Erst jüngst war das neue Bildungs– und Familienzentrum Hardt Thema im Kreistag – wo es als vorbildhaft vorgestellt wurde, als Modellprojekt, an dem sich die Region orientieren will. Sozialamtschef Dieter Lehmann erklärte, dass Themen wie Integration bei der Stadtentwicklung viel mehr berücksichtigt werden müssten. Ziel sei es, die Bildungschancen auf dem Hardt zu verbessern, und zwar durch die Begleitung der Familien von Schwangerschaft und Geburt bis hin zum Übergang in weiterführende Schulen.
Wie genau das geschieht, berichteten Petra Leyrer, Leiterin des Kindergartens St. Elisabeth, Schulleiterin Bärbel Schlienz und Stadtteilkoordinatorin Birgit Bormann vom Familien– und Nachbarschaftszentrum FuN, die nunmehr noch intensiver und auf mehreren Ebenen zusammenarbeiten, um Familien „lückenlos“ zu unterstützen. Als Modellprojekt wird Gmünd dabei vom Bundesbauministerium im Forschungsfeld „Orte der Integration im Quartier“ gefördert – bis Frühjahr 2014 stehen für dieses Vorhaben, das „die Integration und Bildung der Kinder und Familien auf dem Hardt aus einer Hand“ anstrebt, 80 000 Euro zur Verfügung. Die Bundesministerin für Integration Prof. Dr. Maria Böhmer kam im Sommer persönlich auf den „Sonnenhügel Hardt“, um sich ein Bild zu machen.
St. Elisabeth öffnet sich unter anderem mit einem „Elterncafé“; der vom Land geförderte Ausbau der Grundschule zur Ganztagesschule ermöglicht den Umzug des FuN in den früheren Schülerhort, in Kooperation mit PH und Musikschule entstehen insbesondere musische Angebote direkt auf dem Hardt, am heutigen Mittwoch beginnt ein Erziehungskurs in türkischer Sprache – die Liste lässt sich fortsetzen. In Eltern– und Bewohnerversammlungen geht es nicht nur darum, Wünsche abzufragen, sondern auch so viele Menschen wie möglich einzubinden. Bormann: „Es ist projektentscheidend, ganz früh alle mitzunehmen und nicht für, sondern mit jemand etwas zu tun.“ Auf diese Weise werden mittlerweile Ehrenamtliche gewonnen, insbesondere russisch– und türkischsprachige Elternmentoren. Der Integrationsbeirat möchte regelmäßig über die Fortschritte dieses Modellvorhabens informiert werden.
Weiterer Schwerpunkt war die GU auf dem Hardt, in der bis längstens Ende 2014 Flüchtlinge untergebracht werden können, da das Quartier städtebaulich neu genutzt wird. Gestern wurde über das „Leverkusener Modell“ mit einer dezentralen Unterbringung gesprochen, wie sie nun auch im Ostalbkreis angestrebt wird (die RZ berichtete). Auch über die Ereignisse der vergangenen Wochen wurde berichtet, über die Entwicklung der Asylbewerberzahlen und den dringenden Bedarf an Wohnraum. Um die Integration der in Gmünd lebenden Flüchtlinge zu fördern, werden Paten gesucht, die die Neuankömmlinge begleiten.
 

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Integrationsbeirat informierte sich über das Modellvorhaben Bildungs– und Familienzentrum auf dem Hardt

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Wie es das neue Bildungs– und Familienzentrum auf dem Hardt geschafft hat, kreisweit als vorbildhaft gehandelt zu werden, war am Dienstag ebenso Thema im Integrationsbeirat wie die Vorstellung der Studie „Vielfalt gefällt“ und Informationen über die aktuelle Situation der Asylbewerbern in Gmünd.


SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Judith Halisch, Mitarbeiterin des Integrationsministeriums Baden-​Württemberg, stellte eine aufwändige Untersuchung vor: Wie stellt sich die einheimische Bevölkerung zur Integration von Zuwanderern, wo gestaltet sich das Zusammenleben reibungslos, wo gibt es Distanz und Probleme, was kann die Politik leisten. Da gab es durchaus Interessantes zu berichten. So werden vor allem zwei „störende Verhaltensweisen von Zuwanderern“ genannt: kulturell begründete Gewalt und arrangierte Hochzeiten, des weiteren „dass sie unter sich bleiben“. Muslimische Kopftücher aber, Moscheebauten oder fremde Sprachen in der Öffentlichkeit wurden nur von etwa einem Drittel der Befragten bemängelt. Rund 80 Prozent gaben an, gute Erfahrungen mit Zuwanderern zu machen.
Beim Bericht aus den Handungsfeldern erzählte unter anderem Christos Argiriou aus dem Bereich „Wirtschaft und Arbeit“ davon, wie Handwerksberufe in der Ditib-​Mosche vorgestellt werden sollen, wie Einzelqualifizierungen gefördert und wie Nachqualifizierungen für Migranten, die ihren Beruf nicht mehr ausüben. All das sei nötig, um Fachkräfte zu gewinnen.
Für den ausscheidenden Fabrizio Bianco wurde die Belgierin Colette Eisenhuth in den Integrationsbeirat aufgenommen. Bürgermeister Bläse meinte mit Blick auf ihre Arbeit als Entwicklungshelferin, auf ihr Engagement in der Kirche, in der BI gegen Fremdenfeindlichkeit und im Arbeitskreis „Eine Welt“, es sei nachgerade erstaunlich, dass sie erst jetzt dazustoße.
Erst jüngst war das neue Bildungs– und Familienzentrum Hardt Thema im Kreistag – wo es als vorbildhaft vorgestellt wurde, als Modellprojekt, an dem sich die Region orientieren will. Sozialamtschef Dieter Lehmann erklärte, dass Themen wie Integration bei der Stadtentwicklung viel mehr berücksichtigt werden müssten. Ziel sei es, die Bildungschancen auf dem Hardt zu verbessern, und zwar durch die Begleitung der Familien von Schwangerschaft und Geburt bis hin zum Übergang in weiterführende Schulen.
Wie genau das geschieht, berichteten Petra Leyrer, Leiterin des Kindergartens St. Elisabeth, Schulleiterin Bärbel Schlienz und Stadtteilkoordinatorin Birgit Bormann vom Familien– und Nachbarschaftszentrum FuN, die nunmehr noch intensiver und auf mehreren Ebenen zusammenarbeiten, um Familien „lückenlos“ zu unterstützen. Als Modellprojekt wird Gmünd dabei vom Bundesbauministerium im Forschungsfeld „Orte der Integration im Quartier“ gefördert – bis Frühjahr 2014 stehen für dieses Vorhaben, das „die Integration und Bildung der Kinder und Familien auf dem Hardt aus einer Hand“ anstrebt, 80 000 Euro zur Verfügung. Die Bundesministerin für Integration Prof. Dr. Maria Böhmer kam im Sommer persönlich auf den „Sonnenhügel Hardt“, um sich ein Bild zu machen.
St. Elisabeth öffnet sich unter anderem mit einem „Elterncafé“; der vom Land geförderte Ausbau der Grundschule zur Ganztagesschule ermöglicht den Umzug des FuN in den früheren Schülerhort, in Kooperation mit PH und Musikschule entstehen insbesondere musische Angebote direkt auf dem Hardt, am heutigen Mittwoch beginnt ein Erziehungskurs in türkischer Sprache – die Liste lässt sich fortsetzen. In Eltern– und Bewohnerversammlungen geht es nicht nur darum, Wünsche abzufragen, sondern auch so viele Menschen wie möglich einzubinden. Bormann: „Es ist projektentscheidend, ganz früh alle mitzunehmen und nicht für, sondern mit jemand etwas zu tun.“ Auf diese Weise werden mittlerweile Ehrenamtliche gewonnen, insbesondere russisch– und türkischsprachige Elternmentoren. Der Integrationsbeirat möchte regelmäßig über die Fortschritte dieses Modellvorhabens informiert werden.
Weiterer Schwerpunkt war die GU auf dem Hardt, in der bis längstens Ende 2014 Flüchtlinge untergebracht werden können, da das Quartier städtebaulich neu genutzt wird. Gestern wurde über das „Leverkusener Modell“ mit einer dezentralen Unterbringung gesprochen, wie sie nun auch im Ostalbkreis angestrebt wird (die RZ berichtete). Auch über die Ereignisse der vergangenen Wochen wurde berichtet, über die Entwicklung der Asylbewerberzahlen und den dringenden Bedarf an Wohnraum. Um die Integration der in Gmünd lebenden Flüchtlinge zu fördern, werden Paten gesucht, die die Neuankömmlinge begleiten.
 

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