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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 01. Februar 2012

Kahlschlag in der Bocksgasse sorgt für Ärger

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Völlig nebulös sind die Gründe und Dienstwege, die am Dienstag zur kompletten Rodung des augenscheinlich kerngesunden Baumbestands in der Bocksgasse im Bereich des Johannisplatzes geführt haben.

Es gab Passanten, die angesichts des Kahlschlags sogar den Tränen nahe waren. In vielen empörten Äußerungen von Bürgern kam zum Ausdruck, dass durch diese Tat sogar die Glaubwürdigkeit der Landesgartenschau auf dem Spiel steht. Immer wieder sinngemäß die Fragestellung: Warum wird im Herzen der Stadt gerodet, während für teures Geld am zukünftigen Remspark aufgeforstet wird, um mehr Grün in die Stadt zu bringen.
Die Verärgerung vieler Bürger spiegelte sich am Mittwoch auch im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats wider. Es hagelte aus allen Fraktionen kritische Nachfragen. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse hatte keinen leichten Stand, zumal auch seine Antworten keine Klarheit zu der flotten Aktion am Dienstag (die RZ berichtete bereits gestern) brachten. Die beliebte Baumreihe, unter der Bürger und Besucher der Stadt im Sommer auf schattigen Bänken bislang gerne verweilten ist weg. Den Betrachtern schmerzt besonders der Verlust einer schätzungsweise 50 Jahre alten Linde, die den Chor des Prediger zierte. Auf historischen Fotos geht hervor, dass Prediger und Johannisplatz schon immer mit Bäumen verschönt waren. Die Nachfragen und Beschwerden der Stadträte gipfelten gestern in der Feststellung: Nicht einmal die zuständige Baumkommission des Gemeinderats war von der Baumfällaktion der Stadtverwaltung informiert. Deren Mitglied Dieter Elser (SPD) ging in die Luft: Erst kürzlich sei doch eine Zusammenkunft gewesen. Kein Wort habe es zu dieser Maßnahme an dieser markanten Stelle im Stadtbild gegeben. „Zu was gibt’s denn dann überhaupt eine Baumkommission?“ Weitere Stadträte stimmten in der Einschätzung überein, dass es sich um eine Nacht– und Nebelaktion gehandelt hat. Stadtrat Thomas Hilsberg (FW/​FDP) beschrieb die peinliche Situation: „Sie werden verstehen, Herr Bürgermeister, wie ungut das ist, wenn wir Stadträte von den Bürgern nach den Gründen gefragt werden und nicht mal wir eine Antwort wissen.“
Bürgermeister Bläse erläuterte sichtlich verlegen, dass „das Thema Plätze in Gmünd demnächst neu aufgearbeitet wird.“ Ein „Platzkonzept“ werde erarbeitet und dann im Gemeinderat beraten. Die Reaktion bei den Stadträten: Man dürfe doch nicht im Vorgriff auf ein noch völlig unbekanntes Konzept einfach stadtbildprägende Bäume wegmachen. Bürgermeister Bläse musste schließlich einige Male eingestehen, dass da was schiefgelaufen sei.
Abschließend stöhnte er in Anspielung an das alte Schuldbekenntnis: „Oje, soviel Asche hat sich noch nie auf meinem Kopf angesammelt.

 

Kommentare

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  1. Schlimmer wie bei S21 oder Die Stauferbühne braucht Platz!
    Das ist ja schlimmer wie bei S21. Denn die wussten, dass die Bäume wegkommen. Müssen wir nun die Schwerzeralleebäume belagern?
    Es wird immer trauriger im Gamundia-Städtle.
  2. Kahlschlag
    Diese Nacht- und Nebelaktion ist eine Riesenschweinerei.
  3. Asche aufs Haupt
    Solange sich die Asche AUF seinem Haupt sammeln kann ... Köpfe können auch rollen.
  4. Kahlschlag in der Bocksgasse
    Mit schöner Regelmäßigkeit werden in Gmünd schmückende Bäume in der Innenstadt unter fadenscheinigen Gründen in Nacht- und Nebelaktionen entfernt.Vor dem Prediger zwei wunderschöne Bäume, die angeblich krank waren.Die Baumscheiben haben aber am nächsten Tag überhaupt nicht krank ausgesehen. Dann auf dem Marktplatz die ganze Reihe und nun die Fünf in der Bocksgasse. das ist ein unglaublicher Schildbürgerstreich und man sollte den Verantwortlichen zwingen neue Bäume zu pflanzen.Wehe, wenn das eine Firma gemacht hätte.Wann kommt der nächste Streich?
  5. Info für Bürger
    Da hat jemand seine Hausaufgabe gemacht,und niemand gefragt um sich Ärger zu ersparen. Schade ist das man solche Maßnahmen ergreifen muß um seine Ziele durchzusetzen.....armes Deutschland :-(...dabei waren die Bäume eine willkommener Schattenspender im Sommer.
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