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» Ostalbkreis | Donnerstag, 02. Februar 2012

Mögglinger Jugendclub 72 stößt mit seinem Faschingswagen auf böse Schwierigkeiten

Man merkt es Thomas Kern an, dass er den nächsten Nächten nicht mit großer Begeisterung entgegensieht. „Wir werden quasi rund um die Uhr arbeiten müssen, um unseren Traum doch noch umsetzen zu können“, klagt der Faschingswagen-​Manager des Mögglinger Jugendclubs 72.

MÖGGLINGEN (ml). Eigentlich hatten es sich die jungen Mögglinger so schön vorgestellt: Aus Anlass ihres 40-​jährigen Bestehens wollten sie am Umzug während des 2. Mögglauer Narrensonntags mit „einem Meter Wagen pro Jahr unserer Geschichte“ teilnehmen. Das ziemlich ambitionierte Projekt sollte so aussehen, dass ein starker Trecker einen Zug aus sechs Motivwagen durch die Straßen zieht.
„Damit kommt man nicht so einfach um die Ecke“, erläuterte Thomas Kern gestern Abend im Gespräch mit der Rems-​Zeitung. Deshalb hatte man das mögliche Funktionieren auch zunächst ausgetestet – mitten in der Nacht und mit ausreichender Absicherung. Als man wusste, dass es klappt, wurde vor Weihnachten mit dem Bau der sechs Wagen angefangen.
Ein erster Besuch vom Gmünder TÜV verlief günstig. Nur kleine Veränderungen seien verlangt worden. Allerdings müsse – wie bei allen Faschingswagen – nach endgültiger Fertigstellung noch eine Begutachtung erfolgen. Sicherheitshalber, so Kern, habe man auch beim Landratsamt Ostalb angefragt, und die Auskunft erhalten, dass man mit dem 40-​Meter-​Lindwurm ja nicht am öffentlichen Verkehr, sondern nur an einem abgesperrten Umzug teilnehme. Daher gebe es seitens der Kreisverwaltung keine Einwände.
Es wurde also fleißig weitergebaut. Und in den gängigen Kanälen schon mit Andeutungen Interesse geweckt. Doch dann kam der große Schock, erzählt Thomas Kern. Als man den TÜV zur Abschlussbegutachtung bestellen wollte, hätten die Gmünder mit dem Projekt nichts mehr zu tun haben wollen und sie an die Kollegen in Ellwangen verwiesen. Immerhin: Die TÜVler vom Schönen Berg kamen gleich und testeten Kurvenlauf-​Eigenschaften sowie Bremsverhalten – mit positivem Ausgang.
Doch sie machten den JC72 auch darauf aufmerksam, dass die Polizei eine Sondergenehmigung des Landratsamtes für Schwer– und Großraumtransporte verlange. Das Problem dabei: Inzwischen ist die Kreisverwaltung nach Rücksprache mit dem Regierungspräsidium der Ansicht, dass die Anwesenheit der Zuschauer die Umzugsstrecke zum öffentlichen Verkehrsraum macht. Und im öffentlichen Verkehr geht über zwei Anhänger hinaus gar nichts.
„Jetzt stehen wir da, müssen nochmal zwei Schlepper organisieren und verkleiden sowie die Stromversorgung komplett umbauen“, schildert Thomas Kern die Konsequenz aus der bürokratischen Zerlegung des JC72-​Wagens in drei Teile. Dabei wäre das Ganze in Donzdorf kein Problem. Dort bleibt die Kreisverwaltung dabei, dass ein Faschingsumzug definitiv nichts mit öffentlichem Verkehr zu tun hat.

 

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